#108 Interview mit Dörte Pietron

Shownotes

In dieser Folge des Bergzeit Podcasts erwartet euch ein inspirierendes Gespräch mit der Patagonia-Athletin Dörte Pietron. Als erfahrene Alpinistin, Bergführerin und Pionierin im früher noch sehr männerdominierten Klettersport nimmt uns Dörte mit auf ihre ganz persönliche Reise: Von den ersten Schritten in den Bergen rund um Heidelberg bis hin zu anspruchsvollen Touren an den entlegensten Wänden der Welt, wie der Westwand des legendären Cerro Torre in Patagonien. Gemeinsam mit Bergzeit Host Jan spricht sie über Freiheit, Leidenschaft, die Rolle als Frau im Profi-Bergsport, ihre Projekte und wie sie Verantwortung und Werte bei ihrer Zusammenarbeit mit Patagonia lebt. Außerdem gibt sie Einblicke in ihre Erfahrungen im DAV Expedkader sowie ihre neue Rolle als Mentorin und Produktentwicklerin. Freut euch auf eine authentische und spannende Episode voller Motivation und außergewöhnlicher Bergmomenten!

Mehr aus dem Inhalt & Timecodes:*

  • [05:37] Herausforderung beim Klettern in Madagaskar
  • [08:16] Projektstatus: Kletterrouten und Wetterbedingungen
  • [10:28] Entscheidungsprozess beim Erstbegehen
  • [15:10] Klettern in Heidelberg und Umgebung
  • [22:40] Erlebnis in der argentinischen Wildnis
  • [26:50] Besteigung der Cerro Torre Westwand
  • [31:50] Über Material-Sponsoring und persönlichen Druck
  • [34:59] Zusammenarbeit mit Patagonia
  • [47:05] Freude und informierte Entscheidungen im Bergsteigen
  • [53:47] Bedeutung von Entscheidungen im Alpinismus

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Instagram von Dörte Pietron (https://www.instagram.com/doerte_pietron/))


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Transkript anzeigen

00:00:00: Heute bei uns zu Gast im Bergzeit-Podcast die Patagonia-Atletin Dörte Pietron.

00:00:05: Dörthe ist Alpinistin, Bergführerin und vielseitig in den Bergen unterwegs – von anspruchsvollen alpinen Unternehmungen wie der Durchsteigerung der Westwand des Cerrotore bis hin zu großen Expeditionen weltweit.

00:00:16: Im Podcast sprechen wir über ihren persönlichen Währegang was sie antreibt und wie sie ihren ganz eigenen Weg im oft Männerdominierten Bergsport gefunden hat.

00:00:25: Außerdem geht es um ihre Projekte, ihre Erfahrungen im DAV-Expertkader und was sie aus dieser intensiven Zeit mitgenommen hat.

00:00:32: Natürlich werfen wir auch einen Blick auf Ihre Zusammenarbeit mit Patagonia und welche Rolle Werte und Verantwortung dabei spielen!

00:00:38: Ihr seht also das ist eine richtig vollgepackte Folge die wir tatsächlich schon im Oktober twenty-fünf bei einem Patagonianvent aufgenommen haben.

00:00:45: freut euch also auf ein spannendes Gespräch und Einblicke in die Welt des Alpinismus Klettersports.

00:00:52: Viel Spaß beim Podcast mit Dörte Pietron!

00:00:54: Der

00:00:58: Bergzeit-Podcast ist dein Podcast für mehr Bergzeit.

00:01:03: Egal ob neben dem Gipfelkreuz oder auf dem Weg ins Büro, wir wollen die Berge zu dir bringen – immer und überall.

00:01:19: Servus Dörter, herzlich willkommen im Bergzeitpodcast.

00:01:22: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:23: Gerne gerne.

00:01:25: Wir nehmen heute zusammen hier in Parkour auf dem absoluten Kletterel Dorado.

00:01:29: Wir sind hier zusammen mit Patagonia und du bist mit der Marke auch eng verbandelt, da sprechen wir später noch mal drüber.

00:01:35: Du wirst gerade erst angereist oder warst dich schon ein bisschen krakseln?

00:01:39: Ich bin tatsächlich vor gestern Abend gekommen und war gestern schon mit einer der Presseleute unterwegs am Fels.

00:01:46: selber bin ich jetzt nicht so wahnsinnig viel geklettert bisher.

00:01:49: Ja das oft so auf zum Event oder dass man dann mehr mit den Leuten beschäftigt ist als mit dem Klettern.

00:01:53: Ja, das ist ja auch der Sinn der Sache.

00:01:54: Klettern gehen kann nicht auch privat, während die Leute sehe ich privat sonst nicht und daher passt schon.

00:02:00: Das

00:02:00: stimmt!

00:02:00: Du jetzt habe ich mich selber hier so ein bisschen in meiner Podcast-Routine gebrochen weil normalerweise starten wir immer mit einer Schnellfrage Runde und ich würde die trotzdem natürlich auch mit dir noch machen.

00:02:09: und die erste Frage ist immer wer ist eigentlich Dirty Beatron?

00:02:12: aber im einem Satz?

00:02:14: Schwierig.

00:02:17: Hört sich leicht an ist aber immer ein bisschen schwierig.

00:02:19: ne

00:02:19: Ja ja, vor allem so spontan mit weniger Nachdenkzeit.

00:02:23: Ich würde sagen ich bin angekommen und hier ist meine Freiheit sehr wichtig und das Klettern.

00:02:30: Das klingt dafür dass es so spontankam aber super reflektiert.

00:02:33: also normalerweise fangen die Leute nämlich an sehr lange Schachtelsätze zu bauen mit sehr sehr vielen Kommers.

00:02:40: Also von daher Schapo!

00:02:41: Die zweite ist wirklich ein bisschen leichter wo kommst du ursprünglich her?

00:02:44: Und wo lebst du aktuell?

00:02:47: Da bin ich auch aufgewachsen, hab da studiert.

00:02:50: Dann war ich ne Zeit lang in Bechtesgaden und dann war ich sehr lange zwischen Patagonien und Dolomiten immer halbes Jahr, immer Sommer-Sommer.

00:02:59: Sommer in El Chaltenen und Sommer in den Dolomieten.

00:03:02: das habe ich zehn Jahre lang gemacht und jetzt bin ich seit sieben Jahren im Allboy in Isni.

00:03:08: Okay ja auf diese besondere Lebenssetting mit der Pendelai gehen wir später nochmal ein bisschen mehr im Detail drauf ein.

00:03:13: was ist deine Lieblingsjahreszeit zum Klettern?

00:03:15: In den Alpen

00:03:17: Der Herbst.

00:03:18: Wegen den Farben?

00:03:19: Wegen dem Wetter, man hat meistens klare Luft, angenehme Temperaturen und keine Gewittergefahr.

00:03:27: Hab ich so noch nicht über nachgedacht, da warst du recht.

00:03:29: Und

00:03:30: die besten Farben natürlich!

00:03:31: Würdest Du lieber mehr Kletterhöhenmeter in einer Route machen oder lieber mehr technische Anspruch?

00:03:36: Technischer Anspruch.

00:03:39: In welchem Bereich des Kletterns oder Bergsteigens lernst Du auch heute immer noch am meisten dazu?

00:03:44: Ich würde sagen, in dem ich aktuell am meisten mache, was schwere Mehrserlängen sind.

00:03:48: Und also erst begehen von schweren Mehrserlingen und die dann freizulettern.

00:03:53: Hast du das Gefühl da kann man niemals auslernen und sagen jetzt mehr geht bei mir nicht mehr?

00:03:58: Ja es ist halt so komplex mit... Taktik, Logistik, Verhältnissen.

00:04:03: Die eigene physische psychische Vorbereitung muss halt alles irgendwie auf den Punkt bringen und dann versuchen wir mal zu zweit das gleichzeitig frei zu klettern.

00:04:11: Das heißt es ist nicht nur ich selber sondern auch mein Partner und da kann man eigentlich immer was dazu lernen.

00:04:18: also es gibt immer etwas was noch auffällt was man irgendwie anders machen kann.

00:04:22: und ja.

00:04:23: Ja spannend!

00:04:24: Schau, siehst du in der Schnellfragerunde fast schon abgebogen.

00:04:26: Aber ich komm zurück!

00:04:29: Hast Du ein persönliches Mantra oder den Lebensphilosophie nach dem Du lebst?

00:04:33: Ich denke Freiheit ist mein persönliches Mantra wahrscheinlich

00:04:37: Und auch irgendwie so dein höchstes Gut.

00:04:39: Ja

00:04:40: Okay und die letzte Aus-der-Schnellfrage-Runde wäre Es gibt eine Happiness-Gala von eins bis zehn.

00:04:45: Eins ist super low und zehn ist absolut perfekt.

00:04:48: es geht nicht besser.

00:04:50: Wo würdest du dich gerade einordnen?

00:04:51: jetzt im Moment

00:04:52: Gerade jetzt im Moment, okay das ist schwierig.

00:04:54: Eigentlich wollte ich sagen neun.

00:04:56: Jetzt gerade im Moment muss ich noch diese Präsentation halten.

00:04:59: Das ist dann vielleicht eher sieben aber...

00:05:02: Okay fair enough!

00:05:03: Aber wir nehmen mal die neuen.

00:05:04: Es klingt ja schon wirklich richtig gut.

00:05:06: also wenn man von sich sagen kann man isst da auf einer Neuen.

00:05:09: Ich glaube dass er aber super erstrebenswert ist?

00:05:12: Ja auf jeden Fall.

00:05:13: Also ich würde fast sagen zehn wenn nicht diese Sache mit dem Regen dieses Jahr gewesen wäre.

00:05:18: und Ja, okay.

00:05:20: Dass dann mit dem Projekt etwas frustrierend dann eigentlich wär's zehn.

00:05:23: aber ja so ist es aktuell nur neun.

00:05:26: Dann lass uns doch da gleich mal bleiben.

00:05:27: wir sind raus ist der Schnellfraggerund heißt du kannst dir auch wieder alle Zeit der Welt nehmen für die Antworten.

00:05:32: erzähl mal ein bisschen davon.

00:05:32: was hat dir der Regen da so bis sind verhagelt?

00:05:37: Ich hab dieses Jahr versucht halt wirklich mal richtig am Limit Sportlettern zu gehen und habe da einen Projekt wo ich einen Direkteinstieg zu einer bestehenden Tour irgendwie eingebohrt habe schon vor vier Jahren.

00:05:50: Und dann dachte ich, dieses Jahr gebe ich da mal Vollgas und bin auch sehr weit gekommen bisher.

00:05:57: Jetzt war es halt so wir waren im Frühsommer oder am Sommer in Madagaskar.

00:06:01: Davor bin ich echt richtig weit gekommen, dann waren wir ein Monat weg und dann sind wir zurückgekommen.

00:06:06: Dann ging das los, dass es angefangen hat zu regnen.

00:06:08: Dann waren wir noch eine Woche da.

00:06:10: In der einen Woche war ich zwei Mal an der Wand Und dann hat es angefangen zu regnen, und dann war eigentlich die Wand fünf Wochen oder so nass.

00:06:20: Ich konnte nur die ersten fünf Meter ... Im Nachhinein war das ein bisschen bescheuert, weil ich bin da immer wieder hingegangen, hab halt die ersten five Meter gemacht wie auch irgendwie die schwersten sind.

00:06:30: Aber ich glaub's wär schlauer gewesen einfach zu trainieren.

00:06:32: aber irgendwie hatte ich da keinen Bock drauf, ich wollte da halt hin!

00:06:35: Ja ja, kann man schon verstehen...

00:06:38: Und die Wand war mal immer nass bis auf die ersten fünft Meter.

00:06:42: Ja, dann war noch eine Zeit wo irgendwie mein Partner zwei Wochen weg war und ich war dann zwischendurch zwei Wochen beim Arbeiten und halt beim Führen.

00:06:51: Beim Führen kommt man halt immer so null zum Trainieren.

00:06:53: das ist halt irgendwie auch total anstrengend wenn man halt Verantwortung hat mit anderen Leuten.

00:06:58: die ganze zeit ist jemand um einen rum und man kann halt irgendwie... Ja, man ist anders und schläft anders.

00:07:04: Und es ist irgendwie im Auto oder Zellplatz und den ganzen Tag unterwegs.

00:07:08: Das hat einfach anstrengend ... das war dann noch mal so ein Zeitraum von vier bis fünf Wochen.

00:07:12: Der ist jetzt gerade erst eigentlich vorbei!

00:07:16: In welchen Grad bewegst du dich da?

00:07:18: Das weiß ich nicht so genau.

00:07:19: Also ohne den Direkteinstieg ist die Tour Elfminus- und mit dem Direkteinstieg ist sie deutlich schwerer.

00:07:27: Die Elfminus bin ich vor vier Jahren geklettert und also ja, ich schätze mal so elf ... mindestens weiß nicht.

00:07:33: Wo ist

00:07:33: das Ganze?

00:07:34: Im Allgäu unter dem Rottachberg.

00:07:37: Ja okay.

00:07:38: Genau, Konklomeran.

00:07:39: kurz zum Knackig!

00:07:41: Also du hast da auch gesagt eher technisch hoher Anspruch und weniger Kletterhöhenmeter.

00:07:45: aber sonst wenn man eigentlich viele von deinen anderen Projekten oder Erstbegehungen verfolgt.

00:07:49: es ist ja schon immer mehr sehr Längen was gewesen in dem Bereich.

00:07:54: Also jetzt ist ja kurz und knackig dann fast schon eher außergewöhnlich für dich, oder?

00:07:57: Ja.

00:07:58: Außergewöhnlich genau!

00:07:59: Und eigentlich wir haben eben auch noch ein Projekt an der schwarzen Wand im Höllenthal vom letzten Jahr eigentlich sogar von Ende vorletzten Jahres wenn ich mich recht erinner.

00:08:09: ich glaub das haben wir Ende vor letzen Jahres angefangen.

00:08:12: Die hatte da sozusagen zwei Projekte da eigentlich oder und eins dann relativ schnell abgehakt.

00:08:16: Genau also wir hatten einen Projekt da haben wir Erstbegehungen gemacht.

00:08:20: Katzen die auf Löcher starren haben es freigeklettert.

00:08:23: Dann haben wir so eine vierzig Jahre lange bestehende Tour, die aber nie fertig gemacht wurde von Bergführer-Kollegen von uns.

00:08:33: Da haben wir dann die Erlaubnis bekommen, die fertig zu machen und haben da die letzten zwei Seillängen hinzugefügt.

00:08:38: Das ist die unendliche Geschichte, die so neun Minusmaximalecht sehr empfehlenswert.

00:08:43: Richtig geilete Letterei!

00:08:45: Und dann haben wir eben was Neues Schwereres angefangen und das wollten wir eigentlich dieses Jahr freiklettern.

00:08:52: Aber die schwarze Wand ist halt auch komplett nordseitig auf zweitausend Meter.

00:08:56: Und wahrscheinlich war in der Zeit, wo wir in Madagasker waren, da war die ganze große Hitzewelle und Trockenheit und alles haben wir verpasst.

00:09:03: Und seitdem jetzt zurückgekommen sind hat es halt ziemlich viel immer wieder so lange heftig geregnet und die braucht einfach länger zum Abtrocknen.

00:09:11: Wir waren dann einmal da, da waren die Griffe teilweise nass und manche nur feucht aber nicht so dass das wir da in dem Grad... Klettern können, also diese auch schwer.

00:09:23: Keine Ahnung, acht B, acht W plus oder irgendwas wahrscheinlich die die schweren Seillängen und dies jetzt auch nicht mehr trocken geworden?

00:09:30: Und das war eigentlich.

00:09:31: normalerweise sind wir halt den Sommer über eigentlich die ganze Zeit am Alpine klettern und dieses Jahr waren wir in Madagaskar und dann danach war quasi mehr oder weniger Ende und genau deswegen ist es nur ne Neun und keine zehn.

00:09:46: Na ja, okay.

00:09:46: Vielleicht da einfach für alle die nicht ganz so tief drin sind in dem Kletterthema nur bei der Kontext?

00:09:52: Also das schwarze Wand ist im Höllental, also zuspitzmassiv höchste Bergdeutschlands und ich glaube es ist erstmal auch überraschend dass so eine Wand überhaupt in Deutschland existiert oder?

00:10:01: Ich habe tatsächlich durch dich und die Vorbereitung dann davon erfahren mit ein Bild angeschaut und hab mir auch gedacht... Okay, krass.

00:10:07: Das ist wirklich Big Wall-Feeling das man da hat und ich fand es spannend weil du glaube ich auch im anderen Podcast mal gesagt hast Da in der Wand ist so ein Spinnennetz aus Fixseilen Weil da so viele Projekte und unabgeschlossene Dinger drin sind Und weil du gerade meintest ihr habt gefragt und die Erlaubnis bekommen erklärt es kurz mal für jemanden Der vor allem vielleicht in einem Alpinienprojektier Thema nicht so drin ist wie läuft es da ab?

00:10:26: Wieso könnt ihr nicht einfach in die Route und die Route fertig machen?

00:10:28: Ja könnten wir theoretisch schon aber dann werden Dann wären manche Menschen auch zurecht, würde ich sagen beleidigt.

00:10:36: Es ist einfach so üblich beim Alpine erstbegehen dass die Person die sich halt irgendwie die Linie raussucht und sich ja auch die Mühe macht die Linien zu erschließen das eben diese Person auch entscheiden kann ob sie selber halt die Tour freiklettern möchte oder versuchen will frei zu klettern oder ob sie die Tour dann halt direkt freigibt so das anderes probieren können.

00:10:56: und das liegt aber beim Erstbegeher, Erstbegehren, das zu entscheiden.

00:11:00: In dem Fall war es halt eine Tour dass die ein Kollege von uns zusammen mit einem Freund angefangen hatte zu erschließen vor vierzig Jahren und dann ist da alles mögliche dazwischen gekommen.

00:11:11: also wenn man die Geschichte kennt dann ist es auch überhaupt nicht Erstaunlich, dass das so lange gedauert hat und dass er immer wieder da selber rein wollte.

00:11:18: Weil da waren alle möglichen Schicksalsschläge mit verbunden Und es war halt irgendwie diese Tour die sie zusammen angefangen hatten.

00:11:25: Deswegen war halt immer die Idee die gemeinsam fertig zu machen und jedes Mal ist wieder irgendwas dazwischen gekommen.

00:11:30: Na ja, jetzt dann vierzig Jahre später haben wir daneben nochmal nachgefragt und haben gesagt okay, wir haben gerade alles oben.

00:11:36: Wie ist es denn?

00:11:37: Also wollt ihr, willst du fertig machen?

00:11:39: wollen wir zusammen wie schaut's denn aus?

00:11:41: das wäre jetzt halt die Gelegenheit.

00:11:43: Und dann meinte er Ja, ja die Linie ist so geil kommen machts fertig und schaut dass es homogen wird und halt eine geile linie Die dann halt auch wiederholt wird.

00:11:52: und genau deswegen Haben wir dann diese tour.

00:11:56: eben es haben nur zwei Seilen gefehlt also die Die war größtenteils, die war fertig und wir haben dann eben diese letzten zwei Seillängen hinzugefügt.

00:12:04: Und ja ist echt richtig coole Kletterei!

00:12:07: Was witzig war... Wir sind an einem Stand angekommen und da war halt der Wald so ein Gras-Prolster und dann haben wir da drauf gestanden und haben irgendwann gesehen dass da so ein Seilstück rausschaut.

00:12:16: und dann dachten wir an nehmen wir mit und haben wir angefangen zu ziehen.

00:12:19: Dann war es eine ganze Seilgruppe, die aber in den vierzig Jahren quasi komplett eingewachsen ist.

00:12:25: Und jetzt Teil der Tour.

00:12:28: Wir hätten das ganze große Graspolster quasi rausgezogen, wenn wir es mitgenommen hätten.

00:12:32: Jetzt ist hier einfach ein Museumstück!

00:12:34: Genau, tatsächlich jetzt eingewachsen...

00:12:36: Ja cool.

00:12:37: ja ich glaube der Kontext ist einfach nur wichtig um zu verstehen wie auch so bisschen diese ganze Ethik da funktioniert weil sonst würde man ja meinen okay wenn es vierzig Jahre her ist wieso muss man da irgendjemand fragen?

00:12:48: also ich glaube es ist wichtig den Kontext zu haben und da wirklich einmal komplett durchzusteigen.

00:12:53: Aber ja, sehr spannend was ihr da auch an Erstbeckungen macht.

00:12:56: ich würde einmal mit dir zurückspringen so eine kleine Zeitreise machen eher in deine Kletteranfänge weil die waren ja verhältnismäßig eigentlich spät.

00:13:02: also du hast quasi nach der Schule wenn ich richtig informiert bin nach dem Abi oder während im Studium dann so richtig auch mit den Klettern angefangen.

00:13:09: wie alt warst du da ungefähr?

00:13:10: Also ich war, glaube ich, siebzehn als ich angefangen habe mit so Skitouren zu gehen.

00:13:14: Das war das letzte Jahr in der Schule und dann die Leute, die ich da kennengelernt hab, die haben mich dann mit zum Klettern genommen und das habe ich dann richtig angefangen eigentlich auch sich angefangen um zu studieren.

00:13:24: ja

00:13:25: Und hast du irgendwie sofort gemerkt?

00:13:27: Oha!

00:13:27: Das ist irgendwie meine Sportart.

00:13:28: also man hat ja oft ein Gefühl oder wo man merkt Ich bewege mich hier fast automatisch richtig und ich habe sofort ein Gefühl dafür.

00:13:35: Und es macht einfach unglaublich viel Spaß.

00:13:37: oder musstest du dich schon erstmal so bisschen in den Niveau reinarbeiten?

00:13:41: Nee, das war sofort mein Ding!

00:13:42: Also ich hab das schon gemerkt vorher, so bei den Skitouren und halt einfach des Draußenseins am Berg.

00:13:47: Ich habe halt eher andersrum angefangen über das Alpinistische und bin dann später erst zum Sportlettern gekommen.

00:13:54: auch als ich angefangen habe zu klettern war ich schon ab und zu mal Sportlettern aber war halt hauptsächlich direkt im Alpinegelände unterwegs und es hat mir halt voll getaugt.

00:14:01: Aber Fels hat mich nochmal mehr irgendwie angesprochen diese komplexe Bewegungsabfolge als jetzt irgendwie Cheeto angehen, wo du eine relativ eintönige Bewegung hast.

00:14:11: Das ist auch schön, weil man draußen ist aber beim Klettern hast du halt dieses Rausensein plus diese komplexe Bewegungsabfolge und dann Absicherungen was da noch alles dazukommt.

00:14:22: Voll!

00:14:22: Ich finde es auch einer der Gründe warum man beim Kletter extrem gut abschalten kann von allem anderen.

00:14:26: Weil man halt die körperliche Beanspruchung hat und aber die Beanspruchung für den Kopf also wirklich voll dabei sein muss.

00:14:32: Wohingegen man bei vielen andern eher ausdauerorientiert Sportarten halt monotone Bewegungen macht und dann trotzdem noch Zeit zum Nachdenken.

00:14:40: Die Gedanken aufschweifen?

00:14:41: Ja, also geht's mir zumindest.

00:14:43: Während beim Klettern da ist man halt genau da wo man gerade ist.

00:14:45: Man hat fast gar keine andere Wahl.

00:14:48: Also wäre in vielen Situationen auch schlecht wenn wir nicht bei der Sache wären.

00:14:51: Aber sag mal hast du da schon in Bergen gewohnt?

00:14:53: weil ansonsten würde man ja eigentlich meinen das ist untypisch für Heidelberg so sich über die alpinistische Seite ran zu nähern.

00:14:59: normalerweise hätte man halt gedacht okay du warst dann irgendwie mal Sportleitern in der Halle über, keine Ahnung, ein paar Jahre und hast dich dann irgendwie in das Alpinevorg arbeitet.

00:15:07: Also wie kam es, dass die All the way around war?

00:15:10: Ja ich war in Heidelberg zu der Zeit und die Person, die mich da mitgenommen hat, war halt jetzt irgendwie auch jemand, der war halt vielen in Bergen unterwegs ist jetzt nicht irgendwie Sportleiter gegangen.

00:15:19: deswegen habe ich auch so angefangen.

00:15:21: Ich hab dann aber auch so weiter gemacht weil wir hatten am Anfang in Heidlberg gar keine Halle zum Beispiel zum Klettern also im Winter.

00:15:27: da gab's zwar eine Halle in Ludwigshafen, die war so acht Meter hoch Manchmal, ich hatte am Anfang eben auch kein Auto.

00:15:34: Sondern wurde halt irgendwie mitgenommen von den Leuten und klar ab und zu.

00:15:37: irgendwann fing es dann an dass wir da mal in die Halle gefahren sind.

00:15:41: aber sonst waren wir halt klar draußen nochmal ein Sportlettergebieten.

00:15:45: Aber hauptsächlich war's halt falsch Und die Pfalz ist jetzt ja auch nicht so irgendwie das Sportlettergebiet gerade so in den leichteren Graden wenn man anfängt zu klettern Dann ist eigentlich viel so sechster siebter Grades auch zum selbe absichern.

00:15:57: Und ich glaube einfach, die Leute mit denen ich unterwegs war waren halt viel am Berg und mir hat das auch am meisten getaugt irgendwie in den Bergen unterwegs zu sein.

00:16:04: Also dieses draußen sein und irgendwie in der Wand und der Höhe, das mag ich halt immer noch.

00:16:09: also deswegen, glaub' ich finde, dass mehrerlängen Klettern viel ansprechender als das Sportlettern.

00:16:14: Das Sportletter macht mich auch total Spaß, um an die Leistungsgrenze zu gehen aber... Das kann ich in der Alpinenwand auch.

00:16:21: Ich hab noch diese Exposition und diesen grandiosen Ausblick unter die Landschaft um mich herum, das ist für mich unglaublich wertvoll, in dieser Landschaft zu sein.

00:16:30: Ist das für dich das Synonym für Freiheit?

00:16:33: Ja.

00:16:34: Oder liegt es an der Bewegung?

00:16:35: Spürst du die gleiche Freiheit, wenn du in einer Sportkletterroute bist wie in einer exponierten Alpin-Route?

00:16:41: Ähm ... im Allgemeinen glaube ich nein.

00:16:44: Also, ich glaub, dass für mich gehört schon dieses ... Freiheitsempfinden, da gehört für mich ja eben auch so gerade dazu dieses im Moment sein und genau auf das konzentriert zu sein was man grade macht.

00:16:56: Und da ist halt einfach dieses lange in einer großen Wand unterwegs sein... Ist halt diese Erfahrung einfach größer!

00:17:02: Da gehört auch mehr dazu während beim Sportlettern ist es halt so auf diese sportlichen Aspekte reduziert und du kletterst halt irgendwie kurze ein paar Minuten.

00:17:10: dann bist du halt wieder am Boden und ruß dich aus und breites dich auf den nächsten Versuch vor Fugst du halt aufs Handy und bist mit, was weiß ich alle möglichen anderen beschäftigt.

00:17:20: Wenn du halt am Berg den ganzen Tag unterwegs bist, dann schaust du vielleicht auch mal auf das Handy.

00:17:24: aber du suchst halt auf dem Handy, schaunst du dir als Topo an wo es weitergeht.

00:17:27: also da bist du halt den ganzen tag mit dem beschäftigt was du da halt machst oder mit dem was um dich rum stattfindet ob da noch andere Leute sind oder du siehst irgendwelche Tiere ein Steinbock oder was auch immer ja oder Steinschlag oder Sonne.

00:17:40: also du bist halt beschäftigt mit dem etwas um dich herum passiert irgendwie anderen Lebensbereichen.

00:17:47: Voll,

00:17:48: das ist auch eine ganz an der Wahrnehmung einfach oder?

00:17:49: Also ich finde man ist da von den Sinnen her auch viel schärfer als jetzt.

00:17:54: klar in der Kletterhalle sind noch mal extremer wenn da normaler Trubel um dich rum ist.

00:17:58: also ja kann ich sehr nachvollziehen gab es so einen Punkt wo du dann gemerkt hast hey vielleicht ist das auch einfach so.

00:18:05: mein Lebensinhalt bei allen Leuten die am Ende dann vom Sport leben gibt's ja irgendwann eigentlich mal diese Entscheidung, egal ob bewusst oder unbewusst.

00:18:16: Das wird jetzt das was ich mache in meinem Leben.

00:18:18: Weil du hast ja Physik studiert, der hätte es auch einfach fulltime Wissenschaftlerinnen werden können.

00:18:23: Deswegen stelle ich mir so ein bisschen die Frage gab's an irgendeinem Punkt wo du gesagt hast okay ne alles auf eine Karte Ich mach' das jetzt?

00:18:29: Oder war das eher so ein schleichender Prozess?

00:18:31: Also ich glaub, die Entscheidung hat sich selbst getroffen.

00:18:34: Das war nie so das ich darüber nachgedacht hab.

00:18:36: So was mach' ich denn jetzt?

00:18:38: Sondern als ich angefangen habe zu studieren... Ich wollte schon immer Physik studieren und es war für mich völlig klar dass ich das mache.

00:18:43: Und das hat mich auch brutal interessiert!

00:18:46: Die ersten zwei Semester waren irgendwie Vollgas-Physik.

00:18:49: Dann hab ich aber schon gemerkt, dass ich des Klettern mehr vermisse während ich in der Uni bin als dass ich die Uni vermisst, während ich beim Klettern bin.

00:18:59: Und dann hat sich das halt da so ... ja, ziemlich schnell in die Kletterrichtung bewegt und für mich war aber auch immer klar, dass ich das Studium fertig mache, auch wenn ich gleichzeitig angefangen habe, Bergführerausbildung zu machen.

00:19:11: Aber es war auch für mich klar, nicht irgendwo einen Job haben kann, wo ich irgendwie fünf Tage die Woche arbeite oder nur drei Tage die Wache oder fünf halbe Tage.

00:19:22: Also, mich hat schon immer diese ... diese Regelmäßigkeit und so zu wissen, wo ich in einem halben Jahr irgendwie sein werde.

00:19:30: Das hat mich immer brutal gestört.

00:19:31: also ich wollte immer so eine gewisse Maß an Unsicherheit oder auch Freiheit je nachdem wie man es bezeichnen will.

00:19:40: Ja das ist spannend weil wahrscheinlich ein Großteil der Menschen strebt genau nach dem Gegenteil.

00:19:44: Oder?

00:19:45: Ich hab das Gefühl der Großzeit der Gesellschaft ist eher auf Sicherheit.

00:19:49: Ich habe mein gebohntes Umfeld und ich brauche meine Routinen dass alles immer wieder gleich ist.

00:19:53: Und so wie du es jetzt schilderst, ist es eigentlich komplettes Gegenteil.

00:19:56: Ja ich weiß auch nicht warum das bei mir so ist aber das war schon immer so dass ich auch eigentlich immer gerne woanders hingefahren bin.

00:20:03: Ich habe immer gerne was Neues gesehen werden.

00:20:05: Viele Leute fahren ja auch immer gerne irgendwie an den gleichen Ort wieder weil der taugt einem und so.

00:20:10: Aber auch beim Klettern.

00:20:11: also ich bin immer am liebsten irgendwie in etwas neues reingegangen Bin so viel Onzeit geklettert hab halt einfach gerne irgendwie mal was anderes gehabt.

00:20:19: Und das war mir auch so im allgemeinen Lebenskonzept wichtig, nicht halt zu wissen, okay, was mach ich nächstes Jahr?

00:20:25: Sondern halt die Freiheit zu haben, das dann zu entscheiden in dem Moment, was sich da machen will.

00:20:30: Deswegen ist es mir aber auch unabhängig schwergefallen mich auf Sachen festzulegen und sagen ja, okay ... Das war schon immer so beim Führen irgendwie Lehrteamseinheilungen vom Bundeslärty im Bergsteigen-Sportlettern, dies halt ... Jetzt dann im August war das, ja.

00:20:45: Also für nächstes Jahr ...

00:20:48: Woher weiß ich was nächstes Jahres?

00:20:50: Jetzt soll ich mich jetzt und auf nächstes Ja festlegen.

00:20:54: Das fand ich schon immer noch teilweise schwierig.

00:20:59: Gut dass wir es hier heute geschafft haben!

00:21:01: Ja genau, es war auch ziemlich spontan.

00:21:03: Stimmt, stimmt.

00:21:04: Jetzt könnte man eigentlich, wenn man deinen Lebenslauf weiterverfolgt, provokativ fragen wie kam's dann aber, dass du zehn Jahre lang Dolomiten, Patagonia gependelt bist.

00:21:13: Weil die beiden Gebiete sowieso so viele Möglichkeiten bieten und du da immer was Neues hattest?

00:21:18: oder war da dann doch zumindest eine kleine Routine drin?

00:21:21: Ja, klar.

00:21:22: Natürlich war da eine kleine Routine drin.

00:21:23: also es war irgendwie so.

00:21:24: das Leben auf zwei Kontinente aufzuteilen ist ja schon schwierig genug und deswegen dann immer noch woanders hinzufahren ja hätte das ganze zu sehr verkompliziert aber es halt einfach.

00:21:35: also Dolomiten.

00:21:37: ich habe lange Zeit überlegt ich hab lange Zeit im Auto gelebt und dann habe ich halt überlegt okay wo will ich eigentlich wohnen?

00:21:42: weil auch klar war das mit dem auto dass es irgendwie gut ist ein paar Jahre zu machen.

00:21:45: aber dann hat's auch irgendwie wieder gereicht und ich habe irgendwie dachte jetzt brauche

00:21:50: ich einen Ort Sorry, aber wirklich Auto gelebt.

00:21:52: Dann ganz das Staffel bei einem Auto und du warst da im Auto?

00:21:54: Ich hatte bei meiner Mutter noch so eine Garage und hab halt dann je nach Sommer- und Winter quasi umgepackt der so halt Skiraus und bin halt irgendwie ab und zu mal vorbeigefahren.

00:22:03: Hab halt das Zeugs umgepackt.

00:22:04: Aber ja in Prinzip war ich im Auto das ganze Jahr über.

00:22:07: Beziehungsweise dann halt eine Zeit lang im Sommer und dem Winter in Patagonien.

00:22:11: Und hier in Europa war es halt einfach so, dass ich immer wenn ich Zeit hatte bin nicht in die Dolomiten gefahren habe.

00:22:16: Ich dachte ja offensichtlich gefällt mir das hier einfach am besten.

00:22:19: Dann wohne ich doch am Besten da!

00:22:21: Und in Patagonien war's halt so... dass erstens mein Lebensgefährte zu der Zeit war Argentinier oder ist Argentinia?

00:22:28: Immer noch?

00:22:29: Ist es Argentinien geboren

00:22:31: genau?!

00:22:32: Und für ihn war es irgendwie auch cool ne Zeit immer dort zu verbringen.

00:22:36: Und ich meine El Chalten, die Berge um El Chalten sind halt auch der Wahnsinn.

00:22:40: Also das ist schon ziemlich einmalig und deswegen war es halt auch ein Ort an dem ich immer wieder zurück wollte weil da einfach so einen Kontrast zu den Alpen... Dichte auf dicht mit Infrastruktur.

00:22:56: Der Vorteil ist, man hat ganz viel unterschiedliches auf engem Raum.

00:22:59: Kalk und Granit und Sandstein ...

00:23:02: Alles ausgeschildert?

00:23:03: Und Chamonie und Hütte und Lift.

00:23:05: Man kann ganz viel in kurzer Zeit machen.

00:23:08: Während jetzt in Argentinien, das soll einfach ... Nur Landschaft!

00:23:14: Siehst halt alle hundert Kilometer mal ein Auto.

00:23:18: Und ich mein Elchaltenn vor mittlerweile ... Gut, erst mal war ich Zwei-Tausendtreider.

00:23:23: Das jetzt über zwanzig Jahre her war sehr anders als es jetzt ist also war noch wirklich viel weniger los und auch viel wilder.

00:23:30: aber trotzdem ist jetzt auch jetzt zwar ein Schalten die Hölle los Aber die Landschaft außen drumrum ist halt riesig.

00:23:36: da gibt's halt Wildnis das gibt's hier fast gar nicht mehr.

00:23:41: diesen Unterschied in dieser großen Landschaft zu haben das finde ich also unglaublich wertvoll Absolut.

00:23:48: Und die argentinische Kultur ist halt schon auch ganz anders, so deutsche Effizienz und Zeit und Management und alles.

00:23:54: in Argentinen gab's halt am Anfang kein Telefonnetz es gab keinen Internet.

00:23:58: wenn man was von jemandem wollte ist man halt zur Tür gegangen hat geklopft jeder das ein Zettel konnte man Notizen hinterlassen und so funktioniert halt da auch das Leben.

00:24:07: also du gehst halt hin und schaust halt dann trifft man sich und macht mal dann lässt man wieder und macht weiter halt ganz viel improvisiert ganz viel aber halt auch ganz viele Möglichkeiten was zu gestalten.

00:24:17: Welcher Kultur hast du dich wohler gefühlt?

00:24:19: Ja, schwer zu sagen.

00:24:21: Ich glaube für mich war es so der Mix von Beidem.

00:24:24: Es hat halt beides seine Vor- und Nachteile.

00:24:27: Klar mehr Zuhause habe ich mich natürlich irgendwie in der deutschen Kultur gefühelt weil das ist was ich kannte.

00:24:33: andererseits die argentinische Kultur das Ganze anders anzugehen vielleicht auch mehr zu dem, was zu meinem Freiheitsempfinden und dem spontanen entscheiden hat das fast besser gepasst.

00:24:46: Weil in Deutschland ist es ja unüblich dass man so irgendwie keinen Plan hat, was man als nächstes tut während in Argentinien ist das ganz normal.

00:24:54: Ja stimmt ich habe mich vorher noch gefragt Als sich das dann alles zu ergeben hat, auch mit deinem Lifestyle zwischen zwei verschiedenen Orten und bei den Eltern in der Garage war da halt noch irgendwie so ein Basecamp.

00:25:05: Wie hat dein Umfeld das so aufgenommen?

00:25:07: Also waren die da alle super supportive oder weiß nicht, auf irgendein Familienfeier hat auch jemand mal gesagt was machst du da eigentlich?

00:25:15: Nee, das ist mir tatsächlich nicht passiert!

00:25:18: Also meine Eltern haben das eigentlich immer ziemlich unterstützt.

00:25:21: Ich weiß nicht genau, inwiefern sie von Anfang an so überblickt haben, in welche Richtung das geht aber da hat dich eigentlich immer volle Unterstützung also nie irgendwie gegenwind.

00:25:31: wenn dann zu fragen waren was machst du da eigentlich?

00:25:34: Dann war es halt eher mit Interesse unterstaunen und jetzt nie irgendwie abwertend.

00:25:39: okay und dieses ganze Risikotema dass es da irgendwie Sorgen gab dass direkt etwas passiert.

00:25:46: Ja, natürlich.

00:25:48: Wobei meine Eltern da immer irgendwie ziemlich auf mich vertraut haben, dass ich da gute Entscheidungen treffe.

00:25:55: Wobeit es auch nicht alles ist.

00:25:58: Also man kann halt gute Entscheidung treffen und trotzdem kann was passieren.

00:26:02: Aber ja... zum Glück bin ich bisher davon verschont geblieben!

00:26:07: Würdest du im Nachhinein sagen das erste Mal in Patagonien sein und dann relativ spontan zu entscheiden?

00:26:14: Zerotore über die Westwand zu machen ist eine gute Entscheidung.

00:26:18: Naja, im Hinblick auf mit wem ich unterwegs war schon ...

00:26:22: Okay!

00:26:24: Weil da einfach viel Erfahrung dabei war?

00:26:26: Ja.

00:26:27: Magst du es kurz beschreiben wie das so ablief?

00:26:29: Ich weiß, ich kenne die Story jetzt aber es klingt halt sehr wild wenn man sich mal anhört was ist erst einmal dort und eigentlich erstmal so zum quasi die ganze Gegenkennen lernen und Sachen ausprobieren Macht man halt mal Serotori über die Westwand, wovon wahrscheinlich viele Jahre hinweg träumen und da mehrere Anläufe brauchen bis sie überhaupt einen Wetterfenster haben.

00:26:50: Ja, also ja.

00:26:51: Die Serotore Westwand hatte ich natürlich auch schon, Freunde von mir hatten das probiert und ja ... Ich kannte ein paar Leute, die es schon versucht hatten aber ich kannte jetzt niemanden der das schon geschafft hatte und irgendwie war das für mich halt auch irgendwie so'n großer Traumarbe als nichts was so naheliegend war.

00:27:06: wo ich jetzt gesagt hätte okay das mache ich jetzt als nächstes sondern zwar schon her.

00:27:09: noch etwas was weit weg war für mich Und genau mein Lebensgefährte zu der Zeit?

00:27:14: Der Rollo Hatte halt den Zerritorisch schon mehrfach bestiegen und der ist halt in Argentinien aufgewachsen.

00:27:20: Und war halt sein ganzes Leben, also er wird zum ersten Mal ein Elchaten mit drei Zehn.

00:27:24: Und hat seitdem eigentlich immer den ganzen Sommer über dort und kennt halt die Regionen und die Berge und das Klettern da halt besser als wahrscheinlich so ziemlich jeder andere.

00:27:35: Von daher jetzt in der Kombination... war das jetzt keine irgendwie bestürzte Entscheidung, sondern es war einfach so dass auch ein paar so jünger Argentinier, da waren halt zu der Zeit waren halt so vier junge Argentina die halt auch irgendwie angefangen hatten zu klettern schon seit längerem weil's nicht irgendwie erst seit einem halben Jahr und die halt brutal stark waren.

00:27:55: Und dann war halt das Wahnsinns-Wetterfenster angesagt und die hatten halt das schon länger im Auge zur Serotonra Westwand zu gehen haben gesagt ja komm und kommt doch mit und haben da so ein bisschen auf uns eingewirkt Gehen wir und waren dann zu sechs, zu sechs unterwegs insgesamt.

00:28:12: Und ist denn alles auch noch planverlaufen?

00:28:14: Ja beinahe!

00:28:17: Also wir sind durchs Torrewelli zugestiegen und es war aber so dass das Wetter den ersten Tag wo wir eigentlich klettern wollten doch nicht so gut war und wir dann erst mal noch in ein Schneehöhle gegraben und haben noch einen schlechten Wettertag in der Schneehöle ausgesessen und sind dann erst einen Tag später als geplant quasi den Zerrotore geklettert.

00:28:37: Es war aber zeitlich jetzt Kein Problem.

00:28:39: Ihr hattet genügend gut Wetter-Tage hinten raus, dass es zeitlich noch alles funktioniert hat?

00:28:43: Genau!

00:28:43: Wir hatten genügen gut Wettertage und sind mit Absicht in ein bisschen schlechteren Wetter losgegangen, um das gute Wetter zum Klettern zu haben.

00:28:52: Und dann war bei der Anfang dieses Wetterfensters doch etwas schlechter als ursprünglich vorhergesagt.

00:28:58: Sodass an dem einen Tag nochmal geschneitert, weshalb wir da nicht geklettert sind, sondern ausgesessen haben.

00:29:04: Nur hatte das zur Folge, dass wir danach nichts mehr zu essen hatten ... Und wir haben dann auch noch mal in der Nacht quasi eine Seilänge unter dem Gipfel bewagiert, weil es Westwand nachmittags Sonne war.

00:29:16: Es ist ziemlich warm und die Serotare Westwand hat überall diese Schneepilze.

00:29:21: Und ja, Schnee und Eis wenn's warm ist verträgt sich nicht so gut da kann er nochmal was runterfallen.

00:29:26: Dann haben wir gesagt okay das ist uns zu heikeln jetzt noch in der Nachmittagssonne abzuseilen und haben halt da oben bewagert war ziemlich kalt Ohne Schlafsack.

00:29:36: Wir hatten Biwak-Sack und einen Kocher, haben dann die ganze Nacht immer so Wasser geschmolzen, immer wieder alle drei Viertelstunde um sich daran zu wärmen sind dann sobald es quasi kalt genug waren wir wieder ein bisschen Licht hatten, sind wir dann weiter abgeseilt.

00:29:48: Wieder zurück zu unserer Schneehöhle.

00:29:50: nur von da ist es dann noch mal so forty Kilometer über das Inlandeis aus der Rummen wieder zurück nach Elthaltenen Und da hatten wir leider nichts mehr zu essen weil wir halt knapp kalkuliert hatten.

00:30:01: Ja, dann werden

00:30:02: schon viel Zeug

00:30:02: zu fahren.

00:30:03: Genau die waren dann ziemlich langwärtnach so ein Bonbon an dem wir da genutzt haben.

00:30:10: Okay und ihr wart ja wenn ich das richtig im Kopf habe auch die erste Seilschaft in der Saison oder?

00:30:14: Also ihr musstet euch durch die Schneepilze noch durchgraben.

00:30:19: Das macht er schon

00:30:20: mal nochmal härter.

00:30:22: Genau das ist tatsächlich in der Zerruttore Westwand ziemlich großer Unterschied ob man die erste Weil dieser Eispilz, also gerade oben der letzter Eispilt zum Gipfel.

00:30:33: Das sind halt so volle Fünfzig Meter, das so leicht überhängt und das Einfachste ist halt ... weil es kein Eis, sondern es ist Anraum dieser hingebappte Schnee.

00:30:42: Und man kann das nicht vernünftig absichern, weil Eisschauben nicht halten.

00:30:47: Deswegen ist das Sicherste quasi unten rein zu graben in den Schnee und dann den Schneesenk recht hoch zu grabe, also einen Tunnel durchzugraben Und das ist halt uferlos anstrengend.

00:30:57: Wir haben da, glaub ich, vierundhalb Stunden gebraucht und haben uns immer wieder abgewechselt.

00:31:02: Für die weiteren Seilschaften, wenn dann dieser Tunnel erst mal gegraben ist, formt sich da irgendwann Eis drin.

00:31:07: Dann ist es erstens einfacher zu klettern, zweitens kann man's auch absichern.

00:31:11: Erhalten

00:31:12: da dann tatsächlich Eisschrauben drin?

00:31:13: Ja ja, da formt sie sich dann irgendwann Eis...

00:31:16: Echt krass!

00:31:16: Aber so viel dass dann Eisschauben

00:31:17: halten?!

00:31:19: Ja gut, da macht es wirklich einen brutalen Unterschied ob die erste Seilschaft ist oder später in der Saison.

00:31:24: Ich glaube die zweite Seilschafter hat noch kein Eis also je nachdem wie viel Abstand da dazwischen ist.

00:31:30: aber die muss halt nicht mehr graben.

00:31:31: und bei dem graben wird man halt brutal nass weil du das von unten senkt recht hoch und gräbst halt hoch ins Felder alles immer auf dich drauf natürlich.

00:31:40: Hattest Du da eigentlich schon irgendwie Support von irgendeiner Marke?

00:31:44: Oder bist Du da noch komplett frei einfach so für Dich selber Unterwegs gewesen.

00:31:50: Zu dem Zeitpunkt, glaube ich, war ich bei VD.

00:31:53: Ich hatte lange Zeit immer reines Material-Sponsoringen weil ich bin selber ziemlich ehrgeizig und deswegen dachte ich, ich kann das nicht brauchen noch so Druck von außen von Sponsoren zu haben wo jetzt das Gefühl auch ganz egal ob die den Druck aufbauen oder nicht ist es halt für mich wenn ich da jetzt Geld mit verdiene Klettern zu gehen dann glaube ich dachte ich dass mich das zu sehr stressen würde Habe ich das immer getrennt gehalten und habe das Geld mit der Bergführerei verdient.

00:32:22: Und hab bald das Klettern als mein Hobby weiterbetrieben, und das war für mich auch lange Zeit ziemlich wichtig es halt so zu halten weil ich von mir selber schon genug Druck hatte was schaffen zu wollen als dass es für mich hilfreich gewesen wäre dann noch das Gefühl zu haben eine Gegenleistung Erbringen zu müssen.

00:32:41: Ja, voll!

00:32:42: Also hast du dann dir auch alle Partner dementsprechend immer ausgesucht?

00:32:47: Wo das Gefühl hat, dass Tater ... Weiß nicht, sind Werte gleich oder da ist eben gar nicht mal dieser Druck da, dass von mir so und so viel erwartet wird?

00:32:54: Und ja, ehrlich gesagt ich war da ziemlich faul und wurde einfach gefragt, also ich hab da nicht groß gesucht, sondern die haben mich zu der Zeit dann gefragt und ein Freund von mir war eben auch da hat mich dann quasi damit in das Team gebracht.

00:33:11: Und so ist es dann später tatsächlich auch mit Patagonia gelaufen, da hab ich dann Innenschaltenen diejenigen kennengelernt, die damals dann das Patagoniat-Letenthemen in Europa betreut hat und die hat mich neu gefragt ob ich nicht Bock hätte auf Patagonias.

00:33:25: Ah krass!

00:33:26: Aber dann seid ihr ja schon echt richtig lange miteinander verbandelt?

00:33:29: Ja Kurze Werbung

00:33:35: Das ist nicht nur eine Marke für Autobekleidung, sondern auch eine Bewegung mit Wurzeln im Kletter-Sport und einem Herz für unseren Planeten.

00:33:50: Die Designs sind inspiriert von den Bedürfnissen der Zielgruppe.

00:34:08: Robust, funktional und langlebig!

00:34:11: Und sollte doch mal was kaputt gehen greift die kompromisslose Garantie und das Produkt wird repariert oder ersetzt – ein klares Zeichen gegen die Wegwerfmentalität.

00:34:20: Doch das Unternehmen geht noch weiter… denn auch die Firmenstruktur ist revolutionär.

00:34:25: Seit dem Jahr hier gehört Patagonia nicht mehr nur einem Gründer.

00:34:30: Die Gewinne, die nicht reinvestiert werden fließen über das Hold Fast Collective direkt in den Kampf gegen die Klimakrise.

00:34:38: Patagonia lebt also den Wert Nachhaltigkeit was sich auch in vielen anderen Initiativen widerspiegelt.

00:34:43: Mit One Wear werden gebrauchte Kleidungsstücke repariert und weiterverkauft.

00:34:48: Ein aktiver Beitrag gegen fast Fashion.

00:34:51: Über Action Works vernetzt Patagonian Menschen mit lokalen Umwelt-Initiativen von Klimaschutzprojekten bis zu sozialer Gerechtigkeit.

00:34:59: Die Plattform Our Footprint zeigt transparent wie Patagonia seine Lieferkette verbessert, Emissionen reduziert und faire Arbeitsbedingungen schafft.

00:35:06: Wenn du also auch noch auf der Suche nach neuen Auto-Produkten bist und dabei gleichzeitig Verantwortung für unseren Planeten und seine Zukunft übernehmen willst dann schau vorbei im Patagonier Markenshop bei Bergzeit!

00:35:19: Werbung Ende.

00:35:22: Ich glaube was für viele echt immer spannend ist es wie so eine Zusammenarbeit abläuft.

00:35:27: Lass uns mal kurz darüber reden.

00:35:30: Dieses Freewall Kit entwickelt, um das sie auch hier bei dem Event geht.

00:35:33: Was wir heute auch schon mit dabei hatten, um es mal auszuprobieren... Wie kann man sich das vorstellen?

00:35:38: Irgendwann kommt Patagonia auf dich zu und sagt hey!

00:35:40: Wir hätten folgenden Planen.

00:35:41: Wir machen jetzt so ein neues Kit was primär fürs Messerlängen klettern ist für wirklich anspruchsvolle Routen.

00:35:49: Und dann kriegst du irgendwann Prototypen, testest die und gibts Feedback.

00:35:52: oder wie läuft das ab?

00:35:54: Nimm uns da mal ein bisschen mit.

00:35:55: Also es hängt ein bisschen davon ab, in welchem Stadium man in den Prozess mit einbezogen wird.

00:36:00: Jetzt beim Free World Kit war ich wirklich von ganz, von Anfang an dabei.

00:36:03: Also

00:36:03: noch gar keine Prototypen einfach Pläne?

00:36:05: Es

00:36:05: gab auch noch keinen Plan!

00:36:07: Es gab nur die Idee... Ja, und das war tatsächlich ziemlich cool.

00:36:10: Also es gab nur die Idee wir wollen sowas machen und dann haben sie mich und den Josh gefragt, Josh Worten aus dem USA der eben auch ganz viel schwere Mehrseilängen macht ob wir da Interesse hätten mitzuarbeiten.

00:36:23: und da das halt genau das ist was ich in den letzten Jahren halt hauptsächlich gemacht habe hab ich gedacht okay ja cool habe ich Bock drauf.

00:36:30: Das hat dann damit angefangen, dass das Design Team oder das Entwicklungsteam in den USA.

00:36:36: Die wollten erst mal wissen, ob wir irgendeine Beispiel-Tour ihnen nennen können die jetzt halt diese Beschreibung trifft und die Beschreibungen war schweres Mehrseilenklettern in kalten Bedingungen.

00:36:46: Welche Tour hast du genannt?

00:36:47: Katzen, die auf Löcher starren an der Schwarzen Wand.

00:36:50: Das war auch genau das wo wir zu der Zeit, die hatten wir zu dieser Zeit schon fertig eingebohrt und waren halt dran die zu projektieren.

00:36:57: Und ja die ist auf zweitausend Meter als Nordseitig meistens.

00:37:00: es ist da kalt also außer dass gerade die volle Hitzewelle uns schwer zumindest für mich ist schwer und

00:37:07: damit eigentlich fast jeden.

00:37:08: ehrlicherweise

00:37:10: Ja weiß nicht also aber Genau jedenfalls.

00:37:14: Es hat damit angefangen, dass quasi das Entwicklungsteam eine ganz detaillierte Beschreibung wollte.

00:37:19: Wie es da aussieht und wie es mit dem jetzt in dieser Tour sieht die Tour aus?

00:37:24: Wie sind die Seilängen?

00:37:25: Mit was für einer Taktik gehe ich daran?

00:37:27: Wie sieht ein Tag aus?

00:37:28: Mit wem klette ich da?

00:37:29: Was esse ich

00:37:30: da?!

00:37:30: Was habe ich da an?

00:37:31: Wie ist das psychisch?

00:37:32: Ist das da irgendwie anstrengend?

00:37:34: psychisch muss man sich darauf vorbereiten?

00:37:36: Wie is' die physische Vorbereitung?

00:37:37: Wie sieht so normaler Tag eben in der Tour aus!

00:37:40: Ja krass.

00:37:41: Und wollten das halt wirklich so komplett verstehen bis ins letzte Detail, wie sichern wir da und irgendwelche Tricks.

00:37:51: Bild zu machen.

00:37:52: Also eigentlich so, als wären sie faktisch mit dabei, bloß die sind's halt nicht?

00:37:55: Genau um mal zu verstehen okay was ist eigentlich die Herausforderung der wir da begegnen?

00:38:00: und dann haben Sie halt für sich identifiziert okay haben dann diese drei Begriffe rest move protect sodass es das was hier aus unseren Beschreibungen mitgenommen haben also rest für ok ich kletter so schwer.

00:38:12: Das bedeutet halt, dass ich zwischendurch rasten muss.

00:38:14: Ich muss mich ausruhen weil die Seillängen für mich schwer sind.

00:38:16: Egal ob ich jetzt onzeiten will, brauche ich eine Pause bevor ich die nächste schwere Seillänge versuchen kann oder ob ich einen Tourprojektieren dann Rotpunktversuche mache in derselben Seillenge.

00:38:26: So oder so muss ich mich zwischndurch ausruhn.

00:38:29: Wenn es kalt ist, dann ist die Crooks das sich dabei nicht zu sehr auskühlt.

00:38:32: Ich hänge auch am Stand und sitze auf dem Portalage.

00:38:35: D.h.,

00:38:35: ich kann mich wenig bewegen.

00:38:37: Ich kann nicht wie am Boden rumrennen gehen um mich warmzuhalten sondern einfach.

00:38:42: Und wenn ich noch im Gurt sitze, dann habe ich halt noch das Problem, dass die Blutsirkulation jetzt auch nicht optimal ist.

00:38:49: Das heißt, das Auskühlen ist echt ein Thema und wenn man zu schnell auskühlt, dann läuft man in die Gefahr nach zehn Minuten.

00:38:56: Es ist echt unangenehm und mir ist es kalt.

00:38:59: Jetzt starte ich wieder aber eigentlich habe ich noch nicht genug gerastet bevor ich wieder Vollgas geben kann.

00:39:06: Klar, ich will jetzt einen Vollgas geben.

00:39:08: Die nächste Seillänge ist richtig schwer und womöglich ist die auch lang.

00:39:11: Das heißt kann sein dass ich da eine halbe Stunde drin unterwegs bin.

00:39:14: Und jetzt klettere ich halt los aus diesem Rasten und Kaltsein und will jetzt aber nicht das nach zehn Metern den totalen Hitzschlag kriege weil es ist auch einer schweren Seillenge schwierig sich auszuziehen.

00:39:26: Das heißt, das was ich da anhab muss also sozusagen warm genug sein dass sich aus diesem Kalten raus starte und nicht sofort erfrier.

00:39:33: Aber es darf halt auch nicht so sein dass ich nach irgendwie zwanzig Metern einen absoluten Hitzschlag krieg weil's halt die Hitze total am Körper hält.

00:39:42: Und dann das nächste ist halt Protect steht halt für Wetter.

00:39:47: Ja, weil normalerweise gehe ich nicht schwer mehr Saarlenklettern im totalen Schneesturm oder wenn es in Ström regnet.

00:39:53: Aber ich habe halt schon mal Wind oder Feuchtigkeit oder so leichten, leichten Regen oder das beim Abseilen mal gewitter man dann ein bisschen nass wird.

00:40:03: also das sollte es halt schon auch können ja und gleichzeitig solls halt überhaupt nicht einschränken.

00:40:09: Also soll jetzt komplette Bewegungsfreiheit liefern.

00:40:12: Und das war dann so Die Challenge, okay.

00:40:15: Das sind die drei Begriffe, die so beschreiben was wir eigentlich machen wollen.

00:40:18: aber stand auch noch nicht fest wie viele Teile es überhaupt werden sollen.

00:40:21: das war komplett offen.

00:40:23: Aber ich finde Challenge-Schrift ziemlich gut.

00:40:24: Ich habe mich gerade in Lage versetzt wenn ich jetzt Produktentwickler wäre oder aus dem Design Team und hör mir das an was du gerade geschildert hast dann werde ich glaube ich erst mal komplett überfordern und denke wie soll ich das bisschen funktionieren?

00:40:36: Aber wir haben das Kit gesehen, anscheinend hat's irgendwie funktioniert.

00:40:40: Dann geht es wahrscheinlich in die Interaktion, dass man anfängt sich mal zu überlegen was für Teile so eine Kollektion überhaupt haben.

00:40:47: Die können die ausschauen und so weiter oder?

00:40:48: Genau also ich meine es war klar, da ist irgendwie ne Hose braucht an der man klettert Hatten sie auch schon ein paar Ideen für unterschiedliche Materialien, die wir dann ausprobiert haben.

00:41:00: Und dann ging es halt drin wie soll der Schnitt sein?

00:41:02: und dann geht's immer mehr ins Detail.

00:41:04: also je mehr man festgelegt hat desto mehr geht ins Detay.

00:41:07: Dann hatten wir halt Fleece Also T-Shirts Ja mein Gott da gibt's tausend Gelder brauche ich jetzt nichts was irgendwie spezifisch ist für das Meersalengen Klettern.

00:41:15: aber jetzt beim Fleeces oder bei Mit Layer war es schon so, dass wir was wollten und was Warmes.

00:41:22: Aber was unglaublich atmungsaktiv ist, sodass man halt nicht dieses Hitzschlag, dieses Überhitzenproblem hat nachdem man irgendwie sich zehn Minuten angestrengt hat also das war jetzt schon gar nicht so einfach da ein Material für zu finden und dann halt klar vom Schnitt her deswegen auch Hafse damit's halt unter dem Gurt keine Reißverschlüsse und sowas sind das halt möglichst clean und am Gurt das genauso die Hose Und dann auch Die hudini teile die dann quasi drüber kommen um halt diese diesen Wetterschutz zu liefern, weil das fließt.

00:41:53: Klar ist es superatmungsaktiv nach außen aber da kommt auch Luft von außen durch.

00:41:57: Das heißt sobald's windig wird, wird es halt kalt und wenn man dabei nur eine ganz dünne Lage hat die man halt rüberziehen kann dann ist es halt in der Kombi.

00:42:06: es ist halt unglaublich warm.

00:42:08: Weil du all das zwei Luftschichten hast und das gleiche bei der Hose.

00:42:11: deswegen haben wir so ne Houdinias Windbreakerhose und Windbreakerjacke Und ich hab den Eindruck, dass viele Tletterer das noch zu wenig nutzen.

00:42:19: Weil viele haben dann irgendwie so was richtig warmes oder drei Jacken dabei statt halt noch eine leichte Windhose und Jacke anzuziehen weil das dann halt den ganzen Körper tatsächlich deutlich wärmer hält.

00:42:33: Das macht einen Riesenunterschied, ob ich ein oder zwei Luftpolster habe.

00:42:36: Selbst wenn ich nur ganz leichte Windbewegung hab ... Oder ganz gleiche Luftbewegung macht das einen Riesenunterschied, ob ich so eine winddichte Lage drüber habe.

00:42:45: Ja voll!

00:42:45: Kann ich mir gut vorstellen... Also es ist irgendwie echt super spannend, dass man so zu hören, weil wenn man am Ende einfach so ne fertige Kollektion sieht, dann kann man nie wirklich einschätzen wie viel Arbeit damit dahinter steckt.

00:42:56: Eine Sache die mich noch gefragt hat, ist die Frage, ob du die komplett frei und offen beantworten kannst.

00:43:01: aber jetzt ist Patagonia trotzdem auch ne Marke, die extrem für Nachhaltigkeit steht.

00:43:05: Ich kann mir vorstellen, dass im Laufe dieses Entwicklungsprozesses Manchmal vielleicht auch, vor allem bei der Materialauswahl an den Punkt kommen wo man sagt hier gäbe es ein Material das ist rein von der Funktionalität her.

00:43:16: Vielleicht das Top-Material.

00:43:18: aber können wir einfach mit unseren Markenwerten beispielsweise Nachhaltigkeit halt nicht vertreten weil wir können einfach nicht nur nach Funktion gehen.

00:43:25: gab's manchmal so eine Challenge oder

00:43:28: ja?

00:43:29: Ja genau!

00:43:29: Wir waren an dem Punkt und dann ist es halt das andere Material geworden.

00:43:35: Okay, aber so dass du dann trotzdem auch am Ende sagen kannst ich steh da hundert Prozent dahinter das ist für dich jetzt auch in deinem Einsatz beim ende.

00:43:42: Du verwendest es ja genauso keine Abstriche hat?

00:43:46: Ja also Wir hatten ein Material, wo alle sofort gesagt haben, das ist es.

00:43:51: Das ist geil und das ging dann halt genau aus diesen Gründen die du genannt hast.

00:43:55: Ich wusste nichts davon.

00:43:57: Es war einfach ein Best-Guess.

00:43:58: Da gab's tatsächlich einen Grund warum Patagonia gesagt hat, nee, das können wir nicht nehmen.

00:44:04: Und dann haben wir tatsächlich relativ lange rumgemacht dass wir ein vergleichbares Material gefunden haben.

00:44:10: und was wir jetzt gefunden haben ist ein bisschen schwerer.

00:44:12: also es hatte einen kleinen Nachteil gegenüber dem auch vielleicht hätten nehmen können.

00:44:18: Allerdings im Punkt der Funktion, würde ich sagen ist es eben bürtig.

00:44:22: also ich bin mit der Function ziemlich zufrieden und es fühlt sich zwar vielleicht... Also die, ich rede jetzt von der Hose habe ich nicht dazu gesagt.

00:44:29: aber ja, bei der HOSE waren wir an diesem Punkt und haben dann das Material genommen was auch in den Alpine Guide Pants drin ist und was halt schon auch validiert ist wo wir wissen okay dass finden die Leute gut und das funktioniert auch.

00:44:43: Ja, weil das ist ja auch immer was.

00:44:44: Wenn du neues Material nimmst weiß ich ja nie vielleicht ist es irgendwie nach funktioniert zwar irgendwie ein Jahr lang aber nach drei Jahren ist es dann sofort kaputt oder was auch immer und von daher hat das halt schon auf den Werten Material zu benutzen was schon viel im Einsatz war und wo man weiß okay dass passt und da hat man keine Probleme.

00:45:00: und ja es ist jetzt ein bisschen schwerer aber in punkt der Funktion ist es top würde ich sagen.

00:45:04: Und vor allem wenn ihr überlegt finde ich immer was man bei solchen Routen auch ein Material dabei hat ob jetzt die Hose in paar Gramm mehr wiegt?

00:45:12: Seinmal dahingestellt, ob das so ins Gewicht fällt.

00:45:15: Wir reden über dreißigvierzig Gramm halbe Tafel Schokolade?

00:45:19: Genau!

00:45:21: Halbe Tafe Schokolad ist auch schön dabei zu haben aber...

00:45:25: Ja voll.

00:45:26: Aber ich glaube es ist was wo man dann in guten Gewissens auch einen Kompromiss machen kann.

00:45:30: Jetzt ist ein Athleten da sein ja schon auch mit super vielfältigen Aufgaben verbunden wie jetzt eine Kollektionsentwicklung.

00:45:37: Es sind diese ganz vielen verschiedenen Dinge die du machst Auch einfach das was dir wieder diese fehlende Routine gibt, über die wir am Anfang gesprochen haben.

00:45:44: Weil du bist an sich ja fulltime Kletterathletin und dann machst du die Zusammenarbeit mit der Marke.

00:45:49: Du leidest immer noch den Expert-Carter der Frauen.

00:45:51: Das ist auch nochmal eine Aufgabe.

00:45:53: also es ist plötzlich ganz ganz viel verschiedene Themen in deinem Leben.

00:45:57: klar immer in diesem Kletterbergsport Kontext aber innerhalb der Bubble ist es super vielfältig.

00:46:03: Ich war jetzt auch noch Kletterschuhentwicklung.

00:46:04: Aber wirklich?

00:46:05: Ja!

00:46:06: Spannend.

00:46:08: Ja, Sparren?

00:46:09: Ich brauch das auch immer wieder was anderes zu machen.

00:46:12: Die Vielfältigkeit ist mir schon wichtig.

00:46:15: Wenn etwas zur Routine wird, dann wird es mir langweilig und ich verliere das Interesse.

00:46:20: Lass uns vielleicht zum Abschluss kurz über den Expert-Carder sprechen, weil auch das ein super spannender Themenbereich ist.

00:46:26: Es gibt genügend andere Quellen, wo man nachlesen oder nachhören kann.

00:46:29: wie das bei dir war selber als Teil des Expert-carders quasi die erste Frau, die er damit aufgenommen wurde.

00:46:37: Mir geht's aber jetzt vor allem primär mal um deine aktuelle Funktion der Leitung.

00:46:41: Was würdest du sagen, ist immer so dein primäres Ziel?

00:46:44: Wenn ein Kader mal sozusagen deine Talent-Schmiede verlassen hat, was ist das Wichtigste, was du den Personen da mitgeben magst oder wo du sagst hey wenn sie das mitgenommen haben nach der Zeit dann hab ich mein Auftrag erfüllt?

00:46:57: Hm... Nur eine Sache!

00:46:59: Nee,

00:46:59: können auch mehrere sein also kann auch irgendwie ein großer Themenblock sein oder mehrere.

00:47:03: es ist nicht festgelegt.

00:47:05: Ja also Freude an dem Ganzen zu haben.

00:47:10: Das hört sich immer so nach Spaßveranstaltungen an, das ist es nicht ... Es ist schon so dass da richtig Motivation und Leidensfähigkeit reinfließt aber halt die Freude nicht zu verlieren an dem ganzen sondern auch wirklich aus Freude zu machen und nicht aus irgendwie Leistungsdruck weil gerade von den Leuten die aus dem Kader kommen die gehen ja oft in Richtung professionelles Bergsteigen.

00:47:32: Da glaube ich ist das ganz wichtig bei sich bleibt und das tut, auch wenn man irgendwie vielleicht Druck von außen hat.

00:47:38: Das tut was einem selber irgendwie da Freude bereitet dann dass sie informierte Entscheidungen treffen können.

00:47:45: Also wir versuchen halt schon während der Kaderlaufzeit ihn möglichst viel auch an Wissen, Hintergrund, Info jetzt in Beurteilung von Geländewettersituationen, ihrem eigenen Klettern und so weiter mitzugeben.

00:47:57: Dass sie halt möglichst informierte Entscheidungen treffen können in dieser Unsicherheitslage die man ja immer hat beim Bergsteigen weil das ist einfach ein zukaotisches System um da eine wirklich hundert Prozent irgendwie mit Fakten abgesicherte Entscheidung zu treffen.

00:48:11: Man muss immer Entscheidungen mit Unsicherheiten treffen, aber da halt möglichst informierte Entscheidungen treffen zu können.

00:48:19: Das ist so das was mir wirklich wichtig

00:48:21: ist.".

00:48:22: Was würdest du sagen war die größte Veränderung über die Jahre?

00:48:26: Oder konntest du jetzt irgendeine Veränderungen feststellen also von so vielleicht sogar deinen aktiven Zeiten bis aktuell eher in der leitenden Funktion?

00:48:35: Also gibt es irgendwelche Sachen wo du sagst okay dass hat sich krass verändert über diese zehn Fünfzehn Jahre?

00:48:43: Ja, fünfzehn eher sogar mehr.

00:48:45: Zwei-tausend drei!

00:48:46: Ich war zwei-tauend drei bis zweitausend fünfund gerade also...

00:48:48: Was war das gefährlich für mich grade?

00:48:49: Zwanzig

00:48:51: zwanzig, zwanzundzwanzig Jahre.

00:48:52: Also ich habe das Gefühl ja es hat sich alles mögliche verändert.

00:48:56: Also ich hab das Gefühl dass sich so das ganze Risikoempfinden der Gesamtgesellschaft verändert hat.

00:49:01: Also wenn ich halt schaue... In welche Richtung?

00:49:03: Ja das alles so auf Sicherheit und sicherer Rahmen und quasi Gefahr darfst nicht geben.

00:49:10: auch dieser Versuch mal stattfindet, einem das Bergsteigen halt als im sicheren Rahmen zu verkaufen.

00:49:16: Aber dem gibt's halt einfach nicht beim Bergsteigend.

00:49:20: Man kann das nicht sicher machen, dass es immer mit einer Unsicherheit behaftet und da ist halt so.

00:49:25: ich hab das Gefühl die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz für so ein Risiko ist jetzt weniger vorhanden als vor zwanzig Jahren.

00:49:34: Ich weiß nicht genau, woran das liegt.

00:49:35: Das Gefühl ist auch in anderen Bereichen so, wenn man so einen Bezug auf Beschilderungen oder Warnung auf Essenssachen und was weißt du nicht?

00:49:45: Dann das ganze Social Media Thema hat sich halt brutal verändert, sodass ich ja auch ein bisschen... Also das Sponsoring hat sich dementsprechend auch verändert während früheres eher Sport Sponsoring war, also dass halt Athleten für ihre sportliche Leistung gefördert wurden.

00:50:00: Es ist mittlerweile das Geschichten erzählen extrem wichtig und es werden eher gute Geschichten Erzählerinnen als Sponsorpartner gesucht die auch die entsprechende Zuhörerschaft haben.

00:50:14: Das hat sich stark verändert sodass wenn du professionell bergsteigen willst dann brauchst du eigentlich andere Skills als früher.

00:50:25: Früher musste man nur guter Bergsteiger-Bergsteigerin, Letterin sein.

00:50:30: Also sportliche Leistung bringen.

00:50:32: Während heutzutage musst du halt eigentlich ja präsent seinen Geschichten erzählen können und unterhalte Zuhörer generieren.

00:50:42: Und das ist schon ein ziemlich anderes Feld.

00:50:45: also das hat sich ziemlich stark verändert würde ich sagen.

00:50:49: Und das wirkt sich halt natürlich auch auf den Sport aus.

00:50:51: Es gibt jetzt gar nicht so viele Leute, die denn wirklich professionell betreiben können.

00:50:55: Also es ist jetzt unrealistisch zu sagen aus den Kadern, wo ja alle drei Jahre quasi zwölf Leute ... dass die jetzt alle in Deutschland professionell bergsteigen würden?

00:51:05: Das geht gar nicht!

00:51:06: Das gibt der Markt gar nicht her.

00:51:07: aber sozusagen die Skills, die verlangt werden, haben sich schon ganz schön verändert.

00:51:11: Wobei wie im Kader immer noch Wert auf das Sportliche und das Risikomanagement legen.

00:51:18: Und jetzt klar kommt da auch immer mehr von dem Geschichten erzählen dazu, aber unser Fokus liegt ganz klar auf den sportlichen und dem Risikomanagement so dass vielleicht heutzutage sie schlechter vorbereitet sind als früher möglicherweise Ich weiß nicht genau.

00:51:36: Ja, ist super interessant!

00:51:37: Deswegen habe ich die Frage auch gestellt.

00:51:39: Ich finde vor allem sehr, sehr interessant, dass du gesagt hast, das die Risikobereitschaft oder der Umgang mit dem Risiko ist anders.

00:51:46: Weil ja so wie du es aus deinem Blickwinkel beschrieben hast würde ich dir sogar zustimmen.

00:51:50: Ich hab kurz gestutzt weil ich das Gefühl habe in meiner Social Media-Weltin, in der ich gerade bin als Bergsportler muss ich mich sehr oft ärgern über potenzielle Leute Sachen machen, die mit einem sehr hohen Risiko verbunden sind.

00:52:04: Weil zu wenig Skills und zu wenig Vorbereitungen mit reingeflossen sind.

00:52:08: aber sie haben halt das Wissen dass es funktioniert auf der Plattform und wird deswegen halt gemacht.

00:52:14: dann würde ich fast eher sagen hat sich da die risikobereitschaft sogar er erhöht um potenziell klicks zu generieren und diese geschichte erzählen zu können.

00:52:22: weißt du was ich mein?

00:52:23: ja wobei da auch ganz viel unabsichtlich passiert.

00:52:25: also es passiert auch ganz viele das halt.

00:52:29: Heutzutage sind halt die Quellen so vielfältig.

00:52:31: Wenn jemand was auf Social Media postet, dann kennst du ganz oft die Quelle nicht.

00:52:36: Klar, du siehst den Benutzernamen aber das sagt ja noch nix über die Person.

00:52:41: und wenn ich jetzt halt poste als Nachmittagspaziergang oder morgens kurz vor der Arbeit die Ruby Horn Nordwand hochspaziert bin und jemand anderes denkt sich ahja mach' ich auch und weiß aber nichts Nähres, dann führt es zu einem Disaster weil man halt einfach die Informationen nicht mehr einschätzen kann, während wenn ich das so ein Kletterführer hab oder irgendwie aus einem Magazin dann weiß ich irgendwie sowas dahintersteckt und wie ich diese Quelle bewerten muss.

00:53:08: Und heutzutage gibt's halt so viele verschiedene Quellen dass es ganz schwierig ist sie zu beurteilen.

00:53:12: Ich glaube viele von diesen risikoreichen Situationen rühren daher, dass man was liest, was man nicht einordnen kann uns deswegen falsch einschätzt unabsichtlich in so eine Risikosituation begibt.

00:53:24: Und dann gibt's natürlich noch die Sache mit dem Geschichten erzählen, dass halt die Geschichte wichtig ist und man sich vielleicht deswegen in einer Risiko Situation begibt um die dann erzählen zu können?

00:53:33: Ja das stimmt!

00:53:35: Man darf wahrscheinlich auch nicht jetzt die Persönlichkeiten vergleichen... Die ich meine mit den Personen, die beispielsweise bei dir im Kader sind, sind ja vom Skillset her schon mal komplett andere Grundvoraussetzungen.

00:53:46: Also es spielt auch mit rein.

00:53:47: Aber deswegen ist mir das so wichtig, das meinte ich mit der informierten Entscheidung also dass wir wirklich dazu in der Lage sind auch zu hinterfragen okay wer schreibt das jetzt weil man kriegt ja seine Informationen heutzutage größtenteils von Social Media Und halt zu hinterfragen, wer ist das eigentlich?

00:54:03: Wie muss ich das jetzt bewerten.

00:54:04: Wo kann ich vielleicht noch andere Informationen herkriegen, wo ich weiß okay wie ich die zu bewerten habe und mal genau nicht sich unabsichtlich einem Risiko auszusetzen.

00:54:12: natürlich kann man das entscheiden und sagen Okay Ich setze mich jetzt absichtlich diesem Risiko raus.

00:54:18: Das finde ich es was völlig anderes als wenn man das versehenlich tut und gar nicht weiß wo man eigentlich rein läuft und dass Es mir ganz wichtig dass Jetzt Die leute die Aus dem Kader kommen dass die das entscheiden können, dass sie da eine gut informierte Entscheidung treffen können.

00:54:33: Und wenn Sie sich in dem Risiko aussetzen, dann sieht es absichtlich machen und nicht versehentlich.

00:54:39: Ja, das ist ein wesentlicher Unterschied.

00:54:40: Das stimmt.

00:54:41: Wobei ich jetzt damit nicht sagen will, dass Sie sich absichtlich im Risiko aussetzen sollen!

00:54:44: Nein, nein,

00:54:44: voll.

00:54:45: Ich glaube schon

00:54:46: angekommen.

00:54:46: Es gibt halt so manche Touren wo du weißt okay ist dein Traum.

00:54:49: Ich wollte schon immer diese Tour machen Aber klar, keine Ahnung.

00:54:53: Da kann es halt Steinschlag geben oder was?

00:54:55: Und dann kalkuliere ich aber okay wann ist die beste Tageszeit und um da durchzukommen und was muss ich machen damit ich da schnell bin und möglichst kurz halt diesen Risiko ausgesetzt bin.

00:55:03: Aber dass ich halt da einfach eine informierte Entscheidung treffen kann und nicht einfach ah ja der und er hat gesagt und mache auch mal wird schon passen.

00:55:10: Ja voll!

00:55:11: Nee ich glaube das ist angekommen was du meinst.

00:55:12: Es sind zwei komplett unterschiedliche Herangehensweisen im Endeffekt noch drin.

00:55:16: Ich hätte eine letzte Abschlussfrage für dich Auch wenn du Nicht super gerne weit vorausplanst, aber gibt's schon irgendwelche Zukunftsprojekte über die du schon reden kannst darfst von denen du uns erzählen kannst.

00:55:28: Ja tatsächlich!

00:55:33: Also ich war dieses Jahr in Madagaskar im Sommer hatte ich erwähnt und Madagaska hat mir sehr gut gefallen und da haben wir gleich beschlossen wahrscheinlich nächstes Jahr noch mal hinzufahren.

00:55:43: Und was zu sanieren?

00:55:45: weil das auch ganz spannend zu sehen also... Da wurde halt vor, ja, zwanzig, dreißig Jahren wurden da halt viele Routen erschlossen.

00:55:53: Und mittlerweile fahren nicht mehr so viele Leute hin und irgendwie fahren viele.

00:55:58: die Leute von denen ich mitkrieg fahre ofthin um irgendwie noch weiter erst zu gehen.

00:56:02: aber es gibt tatsächlich relativ viele Ruten, die jetzt halt irgendwie dreizig Jahre alt sind wo die Bohrhaken vor sich hinrosten.

00:56:09: und deshalb haben wir uns gedacht okay ist eigentlich mal eine coole Maßnahme dahin zu fahren und jetzt halt eben wie eine solche Natur zu sanieren und gescheitert zu rechnen, um die dann auch zu klettern.

00:56:19: Das ist wahrscheinlich der Plan für nächstes Jahr also einer der Pläne für nächstem Jahr.

00:56:23: Mal schauen!

00:56:24: Sehr

00:56:24: sehr cool!

00:56:24: Also dann wissen wir Bescheid, dass es in dem Jahr im Jahr sind, das können alle Maragaskamüter auf die Reisepaketlist schreiben.

00:56:32: Sehr cool!

00:56:32: Dirty sagt vielen Dank für deine Zeit und für die spannenden und transparenten Einblicke.

00:56:36: Echt cool!

00:56:37: Hat sehr viel Spaß gemacht.

00:56:38: Danke dir!

00:56:39: Ja auch, vielen dank!

00:56:43: Wenn euch die Folge gefallen hat, dann gefällt euch vielleicht auch die Folge seventy-fünf mit Babsi Zangal oder die Folge neunundfünfzig mit Nazim Ashki.

00:56:51: Beides auch wahnsinnig beeindruckende Kletterrinnen mit ihrer ganz eigenen Geschichte.

00:56:55: einfach bisschen runterscrollen in eurem Podcast Feed oder nach deren Namen suchen.

00:56:59: im Zusammenhang mit Bergzeit Podcast Einfach ein Google eingeben Dann kommen die Folgen ganz bestimmt.

00:57:04: wenn ich der Bergzeit podcast gefällt dann lasst gern Abo da Oder eine Bewertung.

00:57:08: schreibt auch gerne einen Kommentar.

00:57:10: wir freuen uns immer über feedback Und ansonsten hören wir uns in zwei Wochen wieder bei der nächsten Beratungsfolge des Bergzeit Podcasts.

00:57:16: Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Bergzeit, pass auf euch auf!

00:57:19: Ciao ciao!

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