#106 Interview mit Diplom-Geographin & Arktis-Expertin Laura Schmidt

Shownotes

In dieser Episode des Bergzeit Podcasts begrüßen wir Laura Schmidt – Diplom-Geographin, Wissenschaftskommunikatorin auf dem Schneefernerhaus, geprüfte Bergwanderführerin und erfahrene Arktis-Expertin. Jan spricht mit Laura über ihren außergewöhnlichen Arbeitsplatz an Deutschlands höchstgelegener Umweltforschungsstation auf der Zugspitze, ihre Reisen auf dem legendären Forschungsschiff Polarstern und die faszinierenden Parallelen zwischen den Alpen und der Arktis.

Freut euch auf spannende Einblicke in die Welt der Höhen- und Klimaforschung: Von historischen Hotelzeiten über Lawinen bis hin zu aktuellen Umweltforschungsprojekten – Laura nimmt uns mit hinter die Kulissen am Schneefernerhaus und in die abgelegene Wildnis Grönlands. Sie berichtet, wie Neugier und Abenteuerlust sie antreiben, was sie in der Arktis erlebt hat, welche Herausforderungen der Klimawandel für Wissenschaft und Gesellschaft bedeutet – und wie wichtig es ist, diese Erkenntnisse verständlich zu kommunizieren.

Mehr aus dem Inhalt & Timecodes:*

  • [06:24] Podcast-Setting im Schneefernerhaus
  • [07:09] Der Arbeitsalltag auf der Zugspitze
  • [15:52] Umwelt- und Hydrologieforschung auf der Zugspitze
  • [20:32] Nutzen von Bergforschungstreffen
  • [24:21] Wissenschaftliche Zusammenarbeit
  • [27:35] Klimaforschung und Temperaturdatenentwicklung
  • [31:17] Medienüberflutung und Klimawandelthemen
  • [34:17] Faszination für die Arktis
  • [40:42] Herausforderungen und Gefahren in der Arktis
  • [44:50] Erfahrung auf dem Forschungsschiff Polarstern
  • [46:29] Arktische Erwärmung und Gletscherrückgang
  • [50:02] Gedanken zur Klimakrise und Politik
  • [56:05] Selbstreflexion im Bergsport

Mehr Infos zu Laura Schmidt und ihrer Arbeit: (https://alparctica.com/))

Mehr Infos zur Umweltforschungsstation Schneefernerhaus: (https://schneefernerhaus.de/))


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Transkript anzeigen

00:00:00: Heute war uns zu Gast im Bergzeit-Podcast die Arktisexpertin und Wissenschaftskommunikatorin am Schneefärnerhaus Laura Schmidt.

00:00:07: Laura ist Diplomgeographin, geprüfte Bergwanderführerin – und sie war Expeditionsteilnehmerin auf dem Forschungsschiff Polarstern im arktischen Ozean.

00:00:16: Wenn man sich das alles so anhört dann könnt ihr euch wahrscheinlich schon denken dass wir mehr als genügend zu besprechen hatten.

00:00:22: Wir haben uns über die Umweltforschungsstation auf der Zugspitze unterhalten, was ihre Arbeit so besonders macht.

00:00:28: Kleiner Spoiler ist es nicht nur der Arbeitsplatz auf zweitausendsechsender Metern Höhe und welche Parälen es eigentlich zwischen den Alpen und der Arktis gibt?

00:00:36: also jede Menge spannende Fakten und Geschichten.

00:00:38: und damit rein ins Gespräch mit Laura Schmidt.

00:00:44: Der Bergzeit Podcast ist dein Podcast für mehr Bergzeit.

00:00:49: Egal ob neben dem Gipfelkreuz oder auf dem Weg ins Büro.

00:00:53: Wir wollen die Berge zu dir bringen.

00:00:56: Immer und überall!

00:01:06: Servus, Laura.

00:01:06: Herzlich willkommen im Bergzeit-Podcast.

00:01:08: Ja, danke schön für die Einladung.

00:01:10: Sehr sehr gerne.

00:01:11: Ich würde auch mit einer kleinen Schnellfragerunde in diese Interviewfolge starten.

00:01:17: Es sind einfach wirklich ein paar leichte, schnelle Fragen, die du hoffentlich schnell beantworten kannst.

00:01:23: Also hau einfach raus was dir zuerst in den Kopf kommt.

00:01:26: Und die erste vermeintlich leichte Frage ist wer ist Laura Schmidt?

00:01:29: Aber beschrieben in einem Satz

00:01:31: Boah, ich bin Geografin Wissenschaftskommunikatorin auf dem Schneeferner Haus Deutschlands fügskelegene Umweltforschungsstation und kenne mich auch sehr gut in der Arktis aus.

00:01:42: Ich glaube das ist so ein bisschen untertrieben aber da kommen wir später nochmal im Detail drauf!

00:01:46: Wo kommst du her?

00:01:46: Und wo lebst du aktuell?

00:01:48: Ich bin in Augsburg geboren und wohne aktuellen Monat am Staffel See.

00:01:52: Also eine ziemlich schöne Gegend und logischerweise nicht soweit weg von deinem Arbeitsplatz.

00:01:57: Minus gerade in der Akte oder auf der Zuspitze was fühlt sich kälter an

00:02:01: Beides.

00:02:02: Ähnliche Temperaturen tatsächlich, ich komme darauf an wie lang man draußen verhaart.

00:02:06: Aber hier kann ich ja schnell ins Gebäude reingehen aber die Temperaturens sind recht ähnlich.

00:02:10: Hier ist es natürlich ähnlich kalt weil wir in der Höhe uns befinden und in der Arktis hast du einfach die extremen Temperature auch durch die Winde.

00:02:18: Ich wollte

00:02:18: gerade sagen da ist wahrscheinlich viel Windeinflüsse und so ein Thema Windeinflüsse

00:02:21: die Kälte vom Eis halt eben zu dir treiben.

00:02:24: Okay Das beeindruckendste Forschungsinstrument das wir am Schneefernhaus haben ist für dich

00:02:31: Ah, jetzt darf ich keine Wissenschaftler verbraulen und Wissenschaftlerinnen.

00:02:34: Du

00:02:35: kannst auch eine Auswahl nennen?

00:02:37: Ich mag das Liedermessinstrument vom Hannes Vogelmann von KIT Campus Alpine weil es ganz nett ausschaut sobald's an ist.

00:02:45: Ja, es produziert einfach coole Bilder oder?

00:02:46: Du hast mir vorhin auch eins gezeigt.

00:02:48: und wenn's da dunkel ist und dieser Laser hochgeht in den Nachthimmel schon beeindruckend.

00:02:51: Visuelles ist beeindruckender nach die ganze Messtechnik wie die aufgebaut sind.

00:02:55: was dahinter steckt finde ich ziemlich spannend.

00:02:57: aber auch die Messinstrumente an unserem Lawinen-Messfeld.

00:03:00: Da gehts sehr viel um die Schneethematik und das interessiert mich persönlich halt besonders.

00:03:04: und ja... Aber es sind schon einige Instrumente hier die sehr interessant sind.

00:03:08: Ja glaube ich!

00:03:09: Was motiviert dich mehr Neugier oder Verantwortung?

00:03:12: Neugir

00:03:13: Weil

00:03:14: Beides eigentlich, aber das sind ja zwei komplett unterschiedliche Geschichten.

00:03:17: Aber ich bin ein sehr neugieriger Mensch und ohne meine Neugierde wäre vielleicht nicht da, wo ich jetzt bin.

00:03:24: Und ohne neugirig zu sein ... Ich hab dir vielleicht auch nie wieder was Neues.

00:03:29: Ich bin sehr neuguirig!

00:03:31: Ja, ich glaube es ist auch sehr gut wenn man eine gewisse Neugie hat.

00:03:34: Es leitet einen auf jeden Fall immer wieder auf neue Pfade.

00:03:37: Ich habe noch mal einen Satz für dich zum Vervollständigen der lautet mein schönstes Naturspektakel bisher war

00:03:45: Ja, ich darf auch nur eins nennen oder?

00:03:47: Wir können dir auch eine Auswahl.

00:03:50: Ich bin ja ein absoluter Wahlliebhaber und das sind meine Lieblingstiere Und für mich ist es sehr beeindruckend als ich mit Grülern und Unwegs gewesen bin und dann Wale und Eisberge gleichzeitig zu sehen.

00:04:04: Das macht mich persönlich total demütig.

00:04:07: Also die Geräusche sowohl von den Wahlen also auch von den Eisbergen in der Kombination Und zu wissen, dass man sehr abgeschieden sich gerade befindet.

00:04:16: Das macht irgendwas mit einem und das war für mich sehr eindrucksvoll.

00:04:19: Ja glaube ich bei der kurzen Führung hat es mir auch schon gesagt hier ist halt doch irgendwo überall dann in jetzt nicht nächster Nähe aber zumindest im Umkreis irgendwo Zivilisationen und dort ist man dann halt auch wirklich mal komplett allein miteinander.

00:04:33: Genau, und das vermisse ich ab und an.

00:04:34: Ja, glaub' ich!

00:04:35: Jetzt bist du ja selber auch ziemlich begeisterte Berg-Sportlerin und zu mich vielen Bergen unterwegs... ...und hast darüber hinaus eben schon einige Expeditionen gegeidet in der Arktis, was oft schon auf Grünland... Was sind drei Dinge die immer in deinem Rucksack sind oder die auf jeden Fall auf Tour oder bei Expedition dabei sein müssen?

00:04:53: Also immer dabei ausreichend Riegel.

00:04:56: Natürlich mein erster Hilfe Sackl und meinen Biwaksack Stornlampe.

00:05:02: Aber es kommt drauf an, wo ich jetzt bin.

00:05:04: Ob ich in der Arktis oder in den Alpenregionen unterwegs bin?

00:05:09: Wenn's eine Unterscheidung gibt, müssen wir die auch noch mal kurz aufklären.

00:05:12: Deswegen kannst du kurz zusammenfassen, wo für dich die wichtigsten Unterschiedungsmerkmale liegen.

00:05:15: In der Arztas hab' ich auf jeden Fall mein Fernglas dabei.

00:05:18: Das Gewehr je nachdem, wo Ich mich befinde und ... Stimmt, Iceband-Thematik

00:05:21: ja!

00:05:21: Genau, Ice band-Thematik und meinen Satelliten-Telefon.

00:05:25: Ja okay... Ja gut macht Sinn dass Du uns hier auf der Zugspitze wahrscheinlich kein Satellite-Televon dabei hast.

00:05:31: Und das Inreach, das habe ich vergessen.

00:05:33: Ja!

00:05:34: Okay und letzte der Schnellfrage-Runde auf einer Happiness-Gala von eins bis zehn.

00:05:38: also eins ist wirklich super low und zehn es geht kaum besser.

00:05:42: wo würdest du dich gerade einordnen?

00:05:44: Also wie glücklich ich gerade

00:05:44: bin.

00:05:45: Ja genau.

00:05:47: Vielleicht bei acht

00:05:49: oder neun.

00:05:49: Das ist schon ziemlich hoch.

00:05:52: Naja ich mein privat oder beruflich

00:05:54: alles zusammen.

00:05:55: einfach

00:05:55: Ja, schon bei acht.

00:05:56: Cool!

00:05:57: Sieben bis acht ja.

00:05:58: Mega

00:05:58: ich find's immer richtig schön zu hören wenn nicht Leuten gegenüber sitzen und die sich da so hoch einordnen.

00:06:01: Und spannenderweise ... Die Leute, die wir über uns im Podcast zu Gast haben, die ordnen sich alle echt hoch ein.

00:06:09: Ich glaube es hat halt einfach damit zu tun dass sie dem nachgehen was ihnen Freude bereitet.

00:06:13: also das ist echt schön zu sehen.

00:06:15: Es zieht sich irgendwie so durch

00:06:16: auf jeden Fall und mit demhin Gedanken dass wir tatsächlich Wenn wir Probleme haben meistens Luxusprobleme haben.

00:06:23: Das muss man sich auch mal bewusst machen

00:06:25: Absolut.

00:06:26: Das war auch schon der Abschluss der Schnellfrage-Runde, jetzt können wir uns für die Antworten wieder ein bisschen mehr Zeit nehmen.

00:06:31: Ich kann gut nachvollziehen dass du auf der happiness scale auch relativ weit oben bist alleine wenn man heute hier diesen Weg her antritt.

00:06:37: Wir sind nämlich im Schneefernhaus und wir nehmen hier den Podcast auf Und ich selber hatte von mittenwald aus nicht eine super lange Anreise Aber bin natürlich dann trotzdem erst mit der Zuschwitzbahn hoch, runter mit der Gletscherbahn und dann hatte ich heute schon ein kleines Premierenerlebnis weil ich quasi zum ersten Mal selber in der Gondel den Knopf gedrückt habe um mich dann hochfahren zu lassen.

00:06:57: Also sehr, sehr coole Anreise.

00:07:00: außergewöhnlich ist es irgendwann so dass man sich daran gewöhnt und das wird eine Routine für dich.

00:07:04: oder stehst du schon auch immer wieder hier da und denkst dir echt einen coolen Arbeitsplatz?

00:07:09: Definitiv eine Routine, leider wie alles ne Routine wird.

00:07:13: Es ist ein total normaler Arbeitsweg inzwischen manchmal sogar etwas nervig je nachdem, wie lange das es dauert, je nach Wetterverhältnissen.

00:07:21: aber ja wir sind auch hier zum Teil neben unseren eigentlichen Tätigen ich sag jetzt mal Salopp die besseren Hausmeister.

00:07:27: Wir müssen auch unsere Seilbahn bedienen können.

00:07:29: Wir haben den Maschinisten Ausbildung bekommen von der Bayerischen Zugspitzbahn und wenn jetzt hier mal irgendwas nicht funktioniert aufgrund Wetteränderungen oder was auch immer, so viel Schnee.

00:07:40: Dann dauert's halt einfach und dann wird es schon ein bisschen nervig.

00:07:45: aber lieber so als dass ich jetzt keine Ahnung in der deutschen Bahn irgendwo fest stecke.

00:07:49: Es ist halt so, aber tatsächlich jeder sagt immer oh sie haben aber einen Hündenarbeitsplatz.

00:07:54: wenn Sie hier hochkommen ja ich gewöhn mich dran also ich habe immer den gleichen Blick.

00:07:58: manchmal ist mir zu viel Zugspitze bis ich immer wieder selber sagt, das ist ein absolutes Luxusproblem.

00:08:06: Oder auch wenn man wieder runterfährt mit der Seilbahn mein Gott dann sind dann halt einen Haufen Touristen drin in den U-Bahn sitzen auch und haufen Leute.

00:08:12: es ist halt einfach so hier ein Anziehungspunkt und absolut Luxus.

00:08:18: trotzdem spielt schon sehr viel Gewohnheit hiermit rein.

00:08:21: Ja wie du schon sagst mit allem oder man gewöhnt sich halt an Dinge.

00:08:25: Es ist aber dann schon so dass die äußeren Einflüsse Ich sag mal, dein Arbeitsweg schon auch krass beeinflussen.

00:08:31: Also kurze Anekdote dazu hatten wir eigentlich schon vor zwei Wochen in den Aufnahme-Termin geplant und da hattest du mich dann aber kurz vorher nochmal angerufen und hast gesagt hey das macht wahrscheinlich wenig Sinn wenn wir den wahrnehmen weil ihr musstet auch auf die Zahnradbahn ausweichen weil quasi die Seilbahn an sich durch Wind und schlecht Wetter halt nicht gefahren ist.

00:08:47: also solche Tage gibt es dann schon auch wo ihr halt eigentlich überlegen müsst wirklich wie kommen wir wieder runter oder?

00:08:51: Richtig

00:08:51: genau!

00:08:52: Und dementsprechend ist auch unser Seilbahner nicht gefahr'n den Weg durch einen Tonnen zum Alpine-Restaurant genommen.

00:08:59: Das sind halt so zwanzig Minuten, das passt dann schon aber ... Ja man ist halt trotzdem gut in Infrastruktur immer noch etwas abhängig vom Wetter.

00:09:09: Aber es ist wirklich cool dass ihr hier diese Infrastruktur habt und vor allem auch eine historische Infrastruktur.

00:09:13: also was mich ja jetzt vor der Aufnahme einmal komplett durchs Haus geführt und es ist sehr beeindruckend was hier alles passiert Historie hier aber halt auch noch drin steckt.

00:09:24: Wir waren ja dann an einem alten Bahnhof und haben sich überlegt, dass in den zwanziger Jahren oder die dreißig Jahre da irgendwie so was gebaut wurde.

00:09:32: mit damaligen Mitteln ist schon einfach krass.

00:09:35: und vor allem das ihr es heute auch noch benutzen könnt?

00:09:38: Ja!

00:09:39: Auf jeden Fall.

00:09:39: Also das Schneefjahr.

00:09:41: nach Hause wurde eins als Hotel gebaut, es war auch mehr ein Prostischvorhaben und Objekt Deutschlands höchstgelegenes Hotel auf der Südseite der Zugspitze zu erschaffen schon eine beachtliche Leistung mehr.

00:09:50: in den zwanzigern Jahre im Januar neunzehn und dreißig hatte sein solches also als Hotel eben eröffnet und man sieht hier natürlich noch so ein paar Relikte.

00:09:58: schon spannend, was zu der Zeit in Kauf genommen wurde.

00:10:02: Und auch nur deswegen existiert die Zahnradbahn.

00:10:04: Der Endbahnhof der Zahnratbahn war tatsächlich das Hotelschneeferner Haus und jetzt ist es offiziell des Sonnalpin Restaurant beziehungsweise des Zugspitzblattes.

00:10:14: Ja genau, Endstationenzugspitz Blatt für den damaligen Tourismus.

00:10:18: also es ging halt darum hier ein bisschen zu flanieren wahrscheinlich sich gut gehen zu lassen.

00:10:22: Es konnte sich Erreiche Leute leisten und

00:10:26: ... Das war ja noch kein Skigebiet hier oben.

00:10:28: War noch kein Ski-Gebietenpaar, sind eben mit ihren Holzschi in den späteren Jahren mal runtergefahren die paar Schwünge zum Blatt.

00:10:34: Aber es ging mehr darum sich wahrscheinlich zu vernetzen, um die Umgebung zu genießen, zu schauen und vielleicht schon ein Paar neerzuschnürfen.

00:10:43: Ja, ist schon wild!

00:10:43: Also wir halten mal fest das Schneefahnehaus war ursprünglich mal ein Hotel.

00:10:46: Und wie kommt's dazu dass dann plötzlich von dem Hotel hier Deutschland sehr höchst gelegens der Forschungsstation wird?

00:10:54: Sobald eben der Ski-Tourismus dazu gekommen ist und das Sonnalpin als Restaurant noch dazugekommen ist, und der Skibetriebe eröffnet hat in den Sezterjahren dann die Seilbahn vom Eipsee zur Zugspitze gebaut worden ist.

00:11:05: Und die Gletscherbahnen an den Achtzern Jahren hat sich das einfach nicht mehr rentiert.

00:11:10: Man konnte noch leicht hier hoch kommen mit dem Seilbahn auch mit der Zahnradbahn.

00:11:14: Es gab das Restaurant am Sonnalpin und es war einfach nicht mir wirtschaftlich das hier als Hotel laufen zu lassen.

00:11:22: Vor allem was sollte man auch hier oben noch weiter, ich sag jetzt mal im alpinensportlichen Bereich tun.

00:11:27: Man ist sofort an der Zugspitze den Jubiläumsgrad ... Den machen inzwischen wahrscheinlich immer mehr.

00:11:33: aber dazu gab es auch das Münchner Haus, dass es heute noch gibt wo man übernachten kann und das war einfach nicht mehr ökonomisch.

00:11:40: Also hat das Hotel als solches geschlossen und man hat sich überlegt was macht man mit so einem Lost Place?

00:11:44: Mit so einer riesigen Gebäude in dieser Höhe?

00:11:48: Es gab schon in two-neunzig eine Weltklimakonferenz in Rio de Janeiro, wo es ging diverse Klimaschutzmaßnahmen doch vielleicht zu etablieren und Klimaschutzziele einzuhalten.

00:12:00: Und sich zu überlegen.

00:12:02: Daraufhin ist auch der Staat aufgesprungen.

00:12:04: oder Bayerische lasst uns doch aufgrund dessen auch hier Klimaforschungsstation oder ein Zentrum für Höhen- und Klimaforschung etablieren.

00:12:13: Und dieses eben so umzubauen, weil dadurch dass wir auf knapp drei Tausend Meter Höhe sind, fehlt uns schon gewisser Bereich vom Tal.

00:12:22: Die Atmosphäre ist hier relativ klar, sodass man gut atmosphären und klimaforschung machen kann.

00:12:26: So wurde das Gebäude umgebaut und es gibt jetzt seit sechs zu zwanzig Jahren die Forschung bei uns betrieben.

00:12:33: also das war schon im Interesse vom Staat auch

00:12:35: Bevor wir kurz mal ein bisschen tiefer noch in diese Forschungsthemen vielleicht auch einsteigen, du hast mir vorhin noch eine spannende Geschichte erzählt.

00:12:42: Dass hier eigentlich aufgrund von einem tragischen Ereignis die Geburtsstunde vom Bayerischen Lawinenzentrum war oder?

00:12:49: Ja

00:12:49: genau also im Mai nineteen fünfund sechzig also während der Frühjahrsbedingungen hat sich hier am Hang eben auf der Südseite ne nass Schneelawine gelöstes über das Haus Gefegt, sage ich jetzt mal und hat tatsächlich zehn Menschen getötet.

00:13:05: Und knapp dreißig waren verletzt, zum Teil schwer.

00:13:08: Daraufhin wurde dann die Lawinenwahnsinnrale Bayern gegründet aufgrund dieses Ereignisses.

00:13:16: So gibt es auch unseren Lawinenkommissionsmitgliedern.

00:13:18: Wir befinden uns hier mit einem Skigebiet.

00:13:20: Das heißt da einige von der Bayerischen Zugspitzbahn sind Lawinnenkommissionmitglieder.

00:13:23: Wir gehören auch dazu und arbeiten auch so eng zusammen in Mitte Lawinen-Kommissionen Bayern.

00:13:30: Also heißt ihr krabbt auch immer wieder mal dann Schneeprofile und gibt Infos durch usw.

00:13:34: Genau, also wir graben bei uns jetzt am Zugspießblatt regelmäßig Schneepropfile im Lawinen-Messfeld oder vielleicht auch mal bei uns oberhalb der Lawinenverbauung und liefern somit weitere Daten eben für die Lawine Wahnsinnrale und geben irgendwelche Infos so durch wie es eben ich sage jetzt mal generell in bayerischen Gebirgsraum durch andere Lawinenkommissionsmitglieder passiert.

00:13:54: und so ergibt sich dann halt das große Bild.

00:13:56: Ich find das irgendwie krass vorhin, dass du es erzählt hast.

00:13:58: Weil wenn man jetzt so drüber nachdenkt ... ich dachte irgendwie, dass es halt eher die Lawinenzentrale oder auch die Lawininkommission schon viel länger gibt in Bayern.

00:14:06: Aber dann war das davor wahrscheinlich über den Nachbarländer abgedeckt?

00:14:10: In Österreich meine ich, gibts schon länger als im Zeitraum.

00:14:12: In

00:14:12: Österreich gibts es schon länger, auch in der Schweiz weidlich weiß und es wurde zum Teil von Österreich abgedekt.

00:14:19: Genau aber in Bayern ist es erst später etabliert worden also nach diesem Ereignis, nach dem großen Eregnis.

00:14:26: Das ist wirklich ein spannender Fakt.

00:14:27: Lass uns zurückkommen zu den Forschungsschwerpunkten, die es hier so gibt am Schneeferner Haus.

00:14:32: Vielleicht magst du mal für alle, die sich noch nie mit dieser Station befasst haben, kurz zusammenfassen wie läuft das ab?

00:14:39: Kann jeder einfach zum Forschen kommen?

00:14:42: oder wer forschte überhaupt und vor allem an was?

00:14:46: Also die Themen sind sehr vielseitig.

00:14:48: Ich versuche mich kurz zu halten, wir sind ja ein Kompetenzzentrum für Höhen- und Klimaforschung aber auch für Umweltforschung.

00:14:54: Es muss natürlich einen Bezug haben zu diesen Thematiken Aber auch Sinnhaftigkeit dahinter stecken je nachdem was mir für Forschungsvorhaben hier oben hat.

00:15:02: also warum will man jetzt auf diese Höhe dieses oder jenes Projekt durchziehen.

00:15:06: Generell haben wir elf verschiedene fixe Forschungspartner wie das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum, ich nenne es nur ein paar, das Kittkampus Alpine die Uni Augsburg, die Uni Würzburg, das Landesamt für Umwelt, das Umweltbundesamt ist bei uns stationiert und bei uns findet Atmosphärenforschungsstaat Klimaforschung generell.

00:15:25: also man kann sich so vorstellen dass die Instrumente die auf unseren Terrassen stehen automatisiert laufen und somit bekommt man halt über viele Jahre langfristige Daten rein, weil diese sind ja wichtig.

00:15:37: Der Deutsche Wetterdienst ist bei uns auch feststationiert parallel zu ihrem Observatorium an der Zugspitze, das wir seit dem Jahrhundert tatsächlich haben.

00:15:45: Das heißt, wir bekommen hier die Temperaturentwicklung mit Seitungen inzwischen über hundert und fünfundzwanzig Jahren.

00:15:52: Wir haben aber auch Fragestellungen zu Umweltthemen.

00:15:55: Wie hoch ist die Schadstoffbelastung in der Höhe oder generell hier in diesem Gebiet?

00:16:00: Hydrologische Frageställungen sind ganz wichtig, also Hydrologie bedeutet alles rund zum Thema Wasser, ob es jetzt Schnee ist oder Eis oder eben... Das

00:16:09: vergisst man dem Auto!

00:16:10: Genau, flüssiges

00:16:10: Wasser weil wir hier ein interessantes Einzugsgebiet haben tatsächlich was den Wasserhaushalt betrifft da finden regelmäßig Projekte und auch sogenannte Feldkampagnen statt sowohl im Winter als am Sommer um zu schauen, wie viel Wasser sie überhaupt gespeichert.

00:16:25: Sowohl im vercasteten System in der Zugspitze was durch Niederschlag hier anfällt aber auch wieviel Schnee liegt hier oben auf die Zugspitze?

00:16:33: Wie viel ist da gespeicherter und wie viel ist noch vom Gletscher da?

00:16:36: Da geht es um so gängige hydrologische Fragestellungen.

00:16:39: einfach Wir haben ja auch Permafrostforschung denn diese kann nur hier in Deutschland stattfinden am deutschlandshöchsten Berg Und diese Forschung hier kann auch sehr gut auf andere Gebiete übertragen werden in Alpenwald.

00:16:53: Ich sag jetzt mal ein interessantes und wichtiges Thema wird auch für uns Bergsportler.

00:16:58: Lass uns da über das Thema vielleicht noch einmal kurz sprechen, weil das fand ich vorhin bei der Führung sehr beeindruckend.

00:17:03: Du hast mich ja durchs Haus geführt.

00:17:04: Also erst mal, ihr müsst euch das so vorstellen... ...ich glaube wenn man hier als Nichtkenner einmal verloren geht dann ist man verloren!

00:17:11: Wie auf dem Schiff?

00:17:12: Ja, es ist wirklich so.

00:17:13: Es ist wahnsinnig verwinkelt und auf einmal standen wir dann vorn im Schacht und du hast dann erzählt ja also wenn man durch den Schacht hier durchgeht, dann kommt man im Prinzip wieder auf der Nordseite von der Zugspitze raus und auch das hat tatsächlich irgendwie eine historische Bedeutung.

00:17:26: Magst Du die Geschichte vielleicht nochmal kurz erzählen?

00:17:28: Ganz kurz!

00:17:29: Also die allererste Seilbahn zur Zugspitzel wurde neunzehnhundertechsundzwanzig errichtet oder die sind schon gefahren von Erwald also von Tirol aus.

00:17:38: Das war während des Baus der Zahnradbahn und auch den Schneeferner Hauses.

00:17:42: damals, gab es noch keinen Zugang zum Gipfel.

00:17:44: Vielleicht kennt der ein oder andere oder die eine oder andere den Weg über einen Stöpfsitz hier zur Zugspitze hoch.

00:17:49: da kommt man an dem sogenannten Kammhotel vorbei.

00:17:52: das ist ein Lost Place.

00:17:53: bis dahin gehen die damalige Seilbahnen.

00:17:56: Die Leute haben sich zu dieser Zeit nicht weiter getraut bis zum Gepfel zu bauen aus Welchen Gründen auch immer gelugischen Gründen wahrscheinlich.

00:18:02: Als dann das Schneefernhaus eröffnet hat Anfang der dreißiger Jahre, dachten sich aber die Österreicher jetzt möchten wir unsere Gäste von unserer Seilbahn auch direkt zum Hotel bringen ohne einen Umweg über Deutschland zu fahren.

00:18:16: Denn sie hätten ja auch in die Zahnradbahn einsteigen können die Gästen und wenn man einen Tunnel für die Zahneradbahn springen kann, dann kann Von der Nordseite vom Berg zum Schneeferner Haus direkt ist er nicht so weit.

00:18:27: Dieser Tunnel ist knapp ein Kilometer lang und hat eine Höhendifferenz von um die hundert Höhenmeter, wenn überhaupt nach unten nach oben, je nachdem wo man sich gerade befindet.

00:18:36: Und das war der Zugang tatsächlich zu einem Schneeferner-Haus?

00:18:40: Man hat ja auch die alten Schildern noch gesehen.

00:18:42: Wir kommen im Schneefeiner Haus und noch einen Wahnhinweis hier langsam gehen weil die Luft ist dünn und so...

00:18:47: Genau!

00:18:48: Es gab aber auch einen Grenzpostel, der die Pässe kontrolliert hat bevor die Leute dann im Schneeefernerhaus angekommen sind über durch deutsche Grenze.

00:18:55: Und heute, also ein Glück für die Wissenschaft ist es so der einzige tatsächlich Tunnel oder Stollen im Inneren des Berges wo auch Permafrostforschung stattfindet.

00:19:03: in dieser Höhe und dadurch dass sich auf den Nordseite von der Zugspitze Permaforst befindet können hier seit knapp zwanzig Jahren Messungen stattfinden.

00:19:13: Also hat das schon einen Vorteil auch natürlich für die wissenschaft und ja für die Logistik.

00:19:17: einfach sehr einfach zugänglich.

00:19:19: Ja auch da wieder ein historischer Ort der irgendwie eine Bedeutung für die Wissenschaft hat.

00:19:24: Es ist ja der einzige Ort in Deutschland mit Permafrost, oder?

00:19:26: Ja also Permafrust.

00:19:28: Ich sag jetzt mal ein Permafrost im Gebirge, er kann sich nur ab einer bestimmten Höhe bilden.

00:19:32: durch den Klimawandel.

00:19:33: Verschiebt sich aber auch da die Grenze immer weiter nach oben.

00:19:37: so es braucht schon zwei tausend sieben hundert Meter über normal Null oder zwei Achte inzwischen dass sich Permafros bildet und natürlich muss das Nordseite gelegen sein.

00:19:46: Dann sind die Wände auch noch so steil auf der Nordseiten, dass der Schnee nicht liegen bleibt oder kaum liegen bleibt und somit keine Isolation stattfindet weil sonst wäre man ja wieder bei um die Null gerade Und kein Permafost wäre mehr da.

00:19:57: Ja, macht Sinn.

00:19:59: Aber wenn du jetzt sagst es braucht so um die zwei sieben oder vielleicht sogar zwei acht dann ist das ja wahrscheinlich auch zeitlich begrenzt?

00:20:06: Oder wie lange wir den Pemmafrost hier noch haben.

00:20:09: Genau also die Bayerischen Gletscher werden vor dem Pemafrost zurückgegangen sein Wie der nördliche Schneefärner, der Höhlenteilfärner Der Pema Frost im Inneren des Berges überdauert ein bisschen länger.

00:20:19: Also man vermutet kann keine genaue Zahlen nennen aber dass so im Jahr zwanzig Fuchzig rum Das meiste schon hier weg sein wird Also in Deutschland oder an der Zugspitze.

00:20:30: Und den Zentralalpen schaut sich bis halt anders aus.

00:20:33: Ja, aber auch da spannend ist dass man irgendwie die Erkenntnisse von hier dann zumindest auch irgendwie übertragen kann und das auch erzählt.

00:20:38: es gibt immer wieder auch mal dann Treffen wo quasi alle Leute die irgendwas mit den Bergen zu tun haben also Bergschulen, Hüttenwürde und so weiter sich darauf dann irgendwie zusammensetzen.

00:20:48: Man spricht darüber und nutzt irgendwie all diese Erkenntnisse.

00:20:51: Ich muss sagen das ist eine von den Sachen die sofort hängen geblieben sind.

00:20:55: dass es ihr hier macht hat halt wirklich auch irgendwie einen Praxis nutzen also früher oder später.

00:21:00: klar ich glaube es gibt viele Daten die sammelt man einfach erst mal wahrscheinlich sogar über Jahrzehnte bis sie irgendwann mal richtig nützlich werden klingt blöd, aber wahrscheinlich zum Einsatz kommen.

00:21:08: Aber viele Aussagen getroffen werden können?

00:21:11: Genau

00:21:11: stimmt oder das!

00:21:12: Aber viele von den Themen die du mir vorhin auch erzählt hast haben halt einen unmittelbaren Einfluss auf die Praxis, was uns tagtäglich umgibt also auch diese Insektenthema zb.

00:21:21: Das finde ich einfach wahnsinnig spannend wie viel hier erforscht wird und was es uns weiterbringt.

00:21:26: Ja, zu dem Insektenthema das fand ich persönlich auch ganz spannend.

00:21:29: Das ist ein fünf Jahresprojekt gewesen und da ging es darum.

00:21:32: bei uns wurde ja auch die Schadstoffbelastung gemessen auf der zugespitzenen Atmosphäre.

00:21:36: Die Schadstoffe kommen mit dem Ferntransport also über Luftwinsysteme zu uns oder auch über den Niederschlag der dann abgeregnet wird.

00:21:43: Man schaut sich generell die Schadstoffbelastung in dieser Höhe an, die von der Landwirtschaft oder durch den Verkehr hier ankommen.

00:21:52: Es gab ein paar Wissenschaftler, die sich die Insekten hier oben angeschaut haben.

00:21:56: Auch das war natürlich limitiert, weil es gibt ja Naturschutzregeln und eine bestimmte Anzahl des Insekts durften dafür auch verwendet werden.

00:22:04: Das waren jetzt halt von Hummeln über Käfer ... Überall zum Teil so eine Art Heuschrecken.

00:22:11: Man hat sich tatsächlich die Flügelstruktur auch angeschaut, die sich verändern und rausgefunden dass Schadstoff benassete Insekten auch eine schlechtere Fitness aufweisen und das bin ich ganz interessant.

00:22:22: also dass es sich tatsächlich auch darauf auswirkt

00:22:25: ja

00:22:26: auch auf den Körperbau der Tiere

00:22:28: Ja, und auch was das dann halt wiederum für Langzeitwirkungen hat.

00:22:32: Also wahrscheinlich seid ihr hier für viele Dinge mit den Forschung der Ursprung, die eine Kette auslöst oder wo man dann am Ende vielleicht sagen kann okay dafür gibt es wieder Maßnahmen um negativen Entwicklungen vorzubeugen oder gegenzuwirken.

00:22:44: Genau also via FCKW auch eines verboten würde.

00:22:47: Das ist jetzt etwas, was man hier anschaut generell auch persistente Schadstoffe... Und wenn es halt so viele persistent Schadstoffe sind, weil darunter versteht man auch Ewigkeitschemikalien die sehr lange brauchen bis an Atmosphäre abgebaut werden.

00:22:59: Das ist jetzt Umweltthemen über die wir sprechen aber auch das nimmt zu.

00:23:04: dann kann zum Beispiel des Landesamt für Umwelt einschreiten und wirkt hier auch politikberatend und sagt bis hierhin ist die Grenze

00:23:11: Ja, und ich glaube das unterstreicht ganz gut wie wichtig da einfach eure Arbeit ist.

00:23:15: Und wenn ich jetzt sage eure Arbeit dann lass uns mal kurz über das Team hier oben auch sprechen weil du hattest ganz zu Beginn unserer kleinen Tour eigentlich einen ziemlich schönen Vergleich gezogen nämlich dass es wir auf einem Forschungsschiff eigentlich sind und ihr seid die Besatzungen.

00:23:28: Das kann kein Mensch mehr hören zumindest in meiner nächsten Umgebung

00:23:32: Weil sie immer deine Metapher ist?

00:23:33: Das ist meine Metaphe aber irgendwie trifft die halt auch zu.

00:23:36: also Ich meine, du hast selber auch gesagt es ist sehr verwinkelt.

00:23:39: Also ich vergleiche uns gerne mit sogenannten Crewmitglieder die dafür sorgen dass das Schiff fährt oder am Laufen gehalten wird Die Messinstrumente laufen die Infrastruktur überhaupt bereitgestellt werden kann.

00:23:50: Wir sind knapp zehn Leute hier oben Einige fürs Buchungsmanagement.

00:23:55: Die Wissenschaft muss untergebracht werden, es muss geplant werden wer wann hier kommt dass auch keine Überschneidungen gibt.

00:24:01: wir haben Betten eben rein für die wissenschaft da ob Sitzvertagungen sind aber auch eben für gezielte Forschungsprojekte.

00:24:08: das muss natürlich naja organisiert werden und wir haben auch unseren wissenschaftlichen Koordinator bei uns und noch eine andere Wissenschaftlerin die eben schauen, dass die Metz-Instrumente auch laufen.

00:24:21: Also da finden zwei Mal in der Woche wissenschaftliche Rundgänge statt aber wir arbeiten noch sehr eng zu sammeln.

00:24:26: also meistens sind wir dann oft zu zweit oder zu dritt draußen auch mit einem Techniker.

00:24:31: wenn irgendwo ein Instrument gewartet werden muss weil eine Wissenschaftler X Y der eigentlich in Potsdam gerade sitzt der kommt nicht hierher der ruft dann halt bei uns an und wir sehen die Daten werden grad nicht übertragen.

00:24:42: Wir haben auch einen sehr wichtigen Teil unserer Haustechnik Weil dieses Haus ja aus Hotelzeiten noch existiert, also seit neunzehn- dreißig rum.

00:24:52: Es ist sehr alt.

00:24:53: Wir sind hier alpinen Witterungen ausgesetzt und das muss halt in Stand gehalten werden.

00:24:59: Das spielt alles eine große Rolle.

00:25:01: Also ich sag ja da gibt es halt wie gesagt auf dem Schiff den Kapitän die Decksleute, die Offiziere, alles drumherum, die dafür sorgen dass sonst schon vom Laufen gehalten wird.

00:25:13: Ich bin Geografin, hab mich auch immer auf die Gletscherforschung spezialisiert gehabt in den Alpen unten der Arktis und mach jetzt seit fünf Jahren die Wissenschaftskommunikation oder generell die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

00:25:28: Und versuche nach Hause zu übersetzen und zu vermitteln was bei uns oben stattfindet.

00:25:34: Ja ich glaube das ist echt einfach einmal wichtig zu verstehen dass quasi die Institute hier bei euch Forschen sind quasi ja wie so Art Nutzer als negativ verhaftet, aber Nutzer der Infrastruktur und die führen ihre Forschungen durch.

00:25:49: Und ihr seid aber diese Crew, die hier alles am Laufen hält und schon auch operativ mit unterstützt weil wie du schon sagst wenn halt jetzt immer den Postarm sitzt wird dann nicht für einmal irgendwie ein Kabel überprüfen, halt jetzt hier runterkommen in den Süden und das dann alles checken.

00:26:02: Und ich glaube so versteht man einmal quasi diesen Zusammenhang zwischen den Forschungsinstituten und euch was ihr hier macht und warum auch irgendwie eure Aufgaben so vielfältig sind.

00:26:11: also warum du dann auch mal irgendwie draußen bist und was überprüfst Datensammels hier wahrscheinlich in der Haustechnik mithilfs Bergeübungen machst Also ganz ganz viele verschiedene Dinge oder?

00:26:21: Ja, also in der Haustechnik jetzt wenig.

00:26:22: Aber klar ein bisschen ... Also beim Schneeräumen bin ich immer mit ganz der Frau nicht dabei!

00:26:27: Da kommt man auch mal raus.

00:26:28: aber wir müssen unsere Seilbahn bedienen können.

00:26:31: Also unsere hauseigene sogenannte Forscherbahn die uns eben verbindet zum Sonnalpien.

00:26:36: Man muss schon mit anpacken können und auch wollen.

00:26:39: Ja

00:26:39: glaub' ich.

00:26:41: Schlussendlich sind wir... Ein Kollege sagt immer die besseren Hausmeister stimmt ja irgendwo beziehungsweise die Serviceleute und auch die Dienstleistung für die Wissenschaft dass eben Wissenschaftler hier hochkommen können und Wissenschaft stattfinden kann.

00:26:54: Jetzt bist du aber eigentlich, also ich würde dich trotzdem in meinen Augen auch irgendwie als Wissenschaftlerin bezeichnen weil Du bist Diplomgeographin und Du hast jetzt gerade gesagt, Du bist Wissenschaftskommunikatorin.

00:27:05: Ich glaube an sich kann man sich darunter schon was vorstellen.

00:27:08: Ich stelle es mir manchmal als wahnsinnig Challenging vor, echt komplexe Daten und Zusammenhänge so zu kommunizieren und aufzubereiten.

00:27:19: Dass sie quasi jeder versteht.

00:27:21: Und ich glaube ganz fest daran, dass die jeder verstehen muss um beispielsweise Folgen von dem Klimawandel und so greifbarer zu machen.

00:27:27: Siehst du das auch so oder bist du mittlerweile so tief drin in deinem Job?

00:27:30: Dass du sagst ne es gibt eigentlich für jede komplexen Forschung eine einfache Übersetzung.

00:27:37: im Bereichen der Klimaforschung hier und der Atmosphärenforschung beziehungsweise jetzt, der Wetterdaten für mich nicht mehr so schwer.

00:27:45: Also auch die Entwicklung der Temperatur-Daten eben seit Beginn der Aufzeichnung an den Zugspitzen wie sich das ja entwickelt oder auch die ganze Gletscherthematik weil ich aus dem Bereich komme.

00:27:56: Dennoch habe ich mich dabei, weil ich kriege regelmäßig Drehen fragen und wenn jetzt die Gletscherforscher keine Zeit haben hierher zu kommen aus München sind zwei Glatziologen eben die auch woanders eben die Gletscher aufworschen, dann verdreht ich die beiden.

00:28:11: Aber ich rufe oft noch an und sage schon noch alles beim Alten weil man schon so sehr da drinnen steckt und meint man müsste noch mehr wissen.

00:28:20: aber man weiß das dann halt schon wenn es jetzt gerade um Physik der Atmosphäre geht oder solche Themen was wir vorhin besprochen haben was in hundertzwanzig Kilometer Höhe stattfindet oder auch um kosmische Strahlung, oder gravimetrische Messverfahren.

00:28:34: Da muss ich mich ganz genau einlesen.

00:28:36: und was wir auf Woche noch gesprochen haben zu Satelliten die im Orbe drum fliegen das ist schon ein bisschen schwieriger und wenn ich mir nicht sicher bin dann rufe ich immer bei dem entsprechenden Wissenschaftlern und es wird auch nie irgendwas veröffentlicht – auch auf Social Media nicht!

00:28:51: wo ich mich nicht absolut sicher bin, weil das kann man sich fast nicht erlauben.

00:28:56: Und wenn ich mir nicht sicher bin dann lasse ich es auch.

00:28:58: Manche Themen sind vielleicht tatsächlich auch nicht so spannend dass es visuell darstellbar ist aber trotzdem schwierig über andere Kanäle zu kommunizieren und ich finde Wissenschaftskommunikation sehr wichtig auch dass dies verständlich halt nach außen transportiert wird und schafft vielleicht auch nicht jeder Wissenschaftler.

00:29:18: Ja, ich glaube es ist halt vor allem deswegen auch so wichtig.

00:29:20: Weil dann eben wie gerade eben schon gesagt viele von den Entwicklungen die es aktuell gibt... Es hat einfach greifbarer wird.

00:29:25: also wir standen ja vorhin hier auch von dem Screen und du hast mir eben die Entwicklung der Temperatur hier oben gezeigt.

00:29:31: jetzt musst du mir noch mal helfen mit den Zahlen dass ich sie richtig zusammen bringe aber ich glaube das war ja schon jetzt über Jahrzehnte ein deutlicher Sprung nach oben mit den Temperaturen.

00:29:40: Also es wird einfach faktisch wärmer.

00:29:43: Und wenn man das dann halt mal schwarz auf weiß sieht und sagt ja es sind einfach Faktische Wetterdaten, die belegen das gerade.

00:29:49: Dann gibt es auch kein Diskussionsbedarf und dann macht's viel eher mal klickt zu sagen okay krass irgendwie müsste man da schon mal

00:29:55: gegensteuern.".

00:29:57: Genau also wir haben eine Zugspitze.

00:29:59: hier wurde gemessen seit nineteenhundert die Temperatur unter anderem eine mittlere Jahrestemperatur von minus drei Komma neun Grad also knapp minus vier Komma grad ist so die mittlere Jahrestemperatur auf knapp dreitausend Meter Höhe.

00:30:13: In den Sommermonaten verzeichnen wir eine deutliche Erwärmung, und zwar seit der Industrialisierung oder eigentlich seit Beginn der Messungen in den Sommer monaten.

00:30:23: Nicht Wintermonaten.

00:30:24: Eine Temperaturerhöhung um die zwei Grad.

00:30:28: Und es ist viel ... In den Wintermonatten werden zwar auch mal milder und feuchter.

00:30:34: Verzeichnen wir so einen Null-Kommer fünf Grad an Temperaturanstieg.

00:30:38: Also nicht ganz so viele wie in den Summermonaten aber das nimmt natürlich den Trend zu.

00:30:43: Und die Alpen sind ein gutes Sinnbild.

00:30:45: Wie aber auch Diaktis für die deutliche Zunahme der Temperaturen, weil hier alles doppelt so schnell bzw.

00:30:51: dreifach so schnell stattfindet wie im Umland und es auch visuell sehr sichtbar ist anhand eben der Gletscher vor allem und vom Schnee, der wahrscheinlich weniger wird in Zukunft.

00:31:01: Man

00:31:02: hat vielleicht eine etwas allgemeinere Frage oder globaler Frage.

00:31:05: Hast das Gefühl dass die Gesellschaft ein Stück weit offener geworden ist?

00:31:09: Für so wissenschaftliche Fakten Diskussionen oder das Gefühl ist eher das Gegenteil und man verschließt sich da immer mehr ein Stück weit?

00:31:17: Ganz schwierig.

00:31:18: Die Frage stelle ich mich auch oft, auch wenn ich jetzt privat was- oder über meine Social Media Kanäle erzähl interessiert die Leute wirklich weil ich glaube viele einfach nicht mehr so viel vielleicht auffassen wollen.

00:31:30: mir geht es ja selber auch so man wird überflutet mit Informationen also mit Entschuldigung völlig Schwachsinn zum Teil Und das innerhalb von einer Minute und ich weiß nicht ob dann einfach Was die sozialen Medienbetrifft weitergewischt wird, aber auch was die Zeitungen betrifft hat.

00:31:46: Die großen Medien ich weiß es nicht... Ich hatte mal den Eindruck vor der Pandemie Liefs eign ich mal ganz gut an zu dieser Klimawandelthematik auch noch zur Zeit von Fridays for Future.

00:31:58: Mittlerweile kann es, glaube ich, kein Mensch mehr hören und sehen und lesen weil aber wir als Individuum sehr wenig machen können.

00:32:05: Ich fliege auch hier und da dort in das Gebiet zu.

00:32:07: Ich schaue dass sich meinem kleinen Bereich vielleicht was machen kann.

00:32:10: Aber was soll ich im großen Bereich ausrichten?

00:32:13: Das können nur Wirtschaftsunternehmen, aber vor allem Politiker Und solange man halt von Wahlperiode zum Wahlperiod ist eine Ja, Entscheidungen trifft oder auch eben nicht trifft, dann finde ich das ganz schwierig und frustrierend.

00:32:25: Aber ich stelle mir immer wieder die Frage, interessiert es jetzt die Leute?

00:32:29: Oder interessiert's eh nur die Leute, die in der gleichen Bubble sind?

00:32:32: Mhm.

00:32:33: Ja okay, macht Sinn!

00:32:34: Ist das vielleicht auch so ein bisschen der Grund warum du eingangs geantwortet hast?

00:32:37: Ich treibe die Neugier mehr an als die Verantwortung weil die Verantwortung hier und da auch einfach frustrierends sein kann.

00:32:43: Wahrscheinlich genau also jetzt.

00:32:45: Verantwortung ist eh so eine Geschichte bei meiner frei beruflichen Sache.

00:32:48: Ich bin ja Bergwanderführerin, aber geile auch seit den Kaninavien.

00:32:53: Da habe ich natürlich die Verantwortung, die ich sehr gerne übernehme.

00:32:57: Aber mich fragen hier zum Beispiel viele Schulklassen wie das Ösem war und ob ich nicht frustriert bin... Ja, Mai, also ich mach schlussendlich einen Job.

00:33:06: Ich seh inhaltlich schon oder Sinnhaftigkeit dahinter aber es ist dann trotzdem halt frustrierend was man halt so mit kriegt vor allem was halt weltpolitisch halt gerade so passiert und wenn man sich halt überlegt wer so an der Front hat oder naja ich mag jetzt keine Name nennen ich glaube jeder weiß was ich mein aber das ist schon schwierig und ich bin ja schon ein sehr offener neugieriger Mensch.

00:33:28: Deswegen treibt mich wahrscheinlich nicht die Neugierde an.

00:33:30: Ich weiß jetzt nicht, ob das völlig zusammenhangslos war... Nein,

00:33:33: es macht schon Sinn!

00:33:34: Weil ich habe gerade einfach nur versucht auch so ein bisschen nachzuvollziehen.

00:33:36: Wir sprechen gleich auch noch mal über deine anderen Tätigkeiten und auch über die Arktis Expeditionen.

00:33:41: Aber ich hab grad nur so ein bißchen versucht nachzuvollziehen Okay du startest dann Irgendwann durch im Feld der Wissenschaftskommunikation.

00:33:48: Und dann kommt man zwangsläufig immer wieder an diese Mauern und denkt sich, es kommt einfach nicht da an wo's ankommen soll.

00:33:54: Du wirst ja tagtäglich mit diesen wichtigen Daten konfrontiert und siehst das auch täglich.

00:34:00: Und dann braucht man hier und da schon ein großes Durchhaltevermögen, um zu sagen okay ich kommuniziere aber trotzdem weiter.

00:34:06: Ich glaube daran dass ich da irgendwo auch gehört werde oder vielleicht magst du auch da nochmal kurz erzählen wie kam es überhaupt dazu?

00:34:12: Du hast irgendwann gesagt das ok du machst hier Wissenschaftskommunikation weil du da irgendwie eine Wichtigkeit drin siehst.

00:34:17: Ich fand schon immer spannend.

00:34:18: also ich hatte die Möglichkeit Doktor zu machen eben am Alfred Wegener Institut für Polar- und Marineforschung.

00:34:26: Aber weil ich ja eben so neugierig bin und lieber mich für so viele Dinge interessiere, denke ich mir ... mein Fokus kann nicht nur auf eine Sache sein.

00:34:33: Das funktioniert bei mir nicht.

00:34:34: Nachvollziehbar!

00:34:36: Genau wollte ich schon immer drüber erzählen.

00:34:38: In Deutschland gab es das noch nicht so.

00:34:40: Und ich dachte mir Mensch bohren die Geografie ist auch ein sehr vielseitiges Studium.

00:34:45: Wie kann ich das weiter ausbauen?

00:34:46: Verliebt denn die Arktis?

00:34:47: zum Beispiel habe ich mich in Grönland-Zweiterhausen-Eff.

00:34:50: Es war eine Abschlussexkursion Und da dachte ich mir, okay.

00:34:53: Ich muss mir grad in dem Bereich Meerestandbeine

00:34:55: aufbauen.".

00:34:56: Also kam es dann eben dazu, dass ich dann halt am Meer gigeidet hab mehr ins Kaninabende unterwegs war weil sie mich aber persönlich interessiert und ich mir gedacht habe gut ich bin Geografin jetzt bin ich in den Regionen unterwegs und auch den Klimawandel deutlich sieht vor allem in der Arktis.

00:35:08: also ich spreche jetzt von Grönland.

00:35:10: ich war auch mal öfters in Spitzbergen Man schluss jetzt nicht mehr so viel.

00:35:14: Es ist immer noch mehr Grönland geworden und ich war auf einer ganz großen Expedition dabei mit einem Forschungsschiff, mit dem Polarstein eingefroren im arktischen Ozean.

00:35:22: Und diesen ganzen Content ... Ich hab Tausende von Bildern seit zwanzig elf eigentlich die dokumentieren wie es da oben ausschaut und durch die Bilder und durch mein Wissen und durch meinen geografisches Studium kann ich darüber halt mehr berichten.

00:35:38: Das war halt mein Traum.

00:35:40: Gleichzeitig aber auch durch das Geiden.

00:35:42: Also wenn ich jetzt hier als Backwanderführerin in den Alpen unterwegs bin, aber auch an der Arktis dann kann ich dem Menschen ja was mitteilen und nicht nur durch die Berge führen sondern einfach Wissen vermitteln und das war mir brutal wichtig.

00:35:55: Macht es mir auch Spaß mit Menschen zusammenzuarbeiten und so habe ich das halt versucht immer weiter mehr auszubauen.

00:36:00: Corona hat man tatsächlich doch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

00:36:04: Aber ich hatte das Glück, dass sich mein jetziger Geschäftsführer eben einen Vortrag von mir angeschaut hat und dann halt eben so kam mich dann hierher.

00:36:12: Ja, es war auch ein langer, langer Prozess und kein einfacher Werdegang.

00:36:15: aber so hat es dann geklappt, dass ich halt hier die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit machen darf und auch ich lerne noch dazu.

00:36:21: Und ja jetzt kann ich das Ganze halt noch mehr kombinieren und sehe die Dinge auch ganz anders als ... Ich sag mal ambitionierte Bergspotler?

00:36:31: Ja, eigentlich am Ende fast wie eine Art logische Konsequenz, dass du mir gegenüber sitzt und über die Dinge aufberichten kannst.

00:36:36: Ich würde gerne mit dir noch mal über die ganzen Aktes-Expeditionen und den Teil deines Lebens sprechen, weil so wie ich dich einschätzt spielt der wahrscheinlich in deinem Kopf auch immer noch ne wichtige Rolle.

00:36:46: Was zieht ein generell erstmal in die Aktis?

00:36:48: Also initial muss er da irgendwo was da gewesen sein.

00:36:51: oder sagst, darf ich mal hin

00:36:53: Ja, also ich hab poch.

00:36:56: Also es vergeht keinen Tag an dem ich nicht an Grönland denke wirklich kein einziger Tag und ich bin da echt schon ganz schön sehensüchtig auch oft.

00:37:04: Ich habe schon als Kind Jugendliche mich begeistert für diese ganzen Polarforscher und habe die Bücher gelesen von Shackleton und Amundson und Lanzon wie sie halt eben alle heißen.

00:37:14: Und fand das schon krass.

00:37:15: Ich mein damals ist mal aufgebrochen um Neues zu entdecken.

00:37:17: jetzt gibt's nichts mehr Neues zum Entdecken.

00:37:19: Jetzt gehts darum die Dinge dazu verstehen Und ich fand das schon immer echt cool.

00:37:24: Deswegen hab' ich auch Geografie studiert und wollte immer so eine Abschluss-Expedition oder Exkursion machen nach Alaska, oder eben je nachdem was gerade angeboten würde Kanada oder halt einfach in den Norden.

00:37:36: mich hat der Norden ... Ich weiß es nicht!

00:37:37: Mich hat's schon einfach immer so dahin gezogen wie ein Magnet.

00:37:40: Und ich habe mich dann für Gröhland beworben und hab' das dann auch bekommen.

00:37:44: Es war damals kein so tolles Erlebnis für mich.

00:37:46: Das hat private Gründe.

00:37:48: So ein Unfall am Berg kappt und lag dann eine Woche auf der Intensivstation.

00:37:54: Und die Erfahrungen damals in Grünland waren zu intensiv, weil da alles sehr intensiv ist.

00:37:58: Also wir waren im Osten von Grönland eine sehr, sehr abgelegene Region, sehr schwierig hinzukommen... ...und all diese Eindrücke waren tatsächlich zu viel schon fast.

00:38:08: Aber du hattest davor quasi den Unfall?

00:38:10: Den Unfall hatte ich davor genau!

00:38:12: Ich weiß nicht, konnte nicht mehr filtern.

00:38:14: Schwierig zu erklären also.... Es hatten immer so funktioniert.

00:38:18: Und es kam dann aber in Grönland auf mich zu, das war ein privater Ort, der heißt Zermilika dort wo die Eisberge herkommen und er hat die ganze Zeit eigentlich vorher immer geschaut und ich hab ihn gefragt was er so macht und er sehr schaun nach Robben, nach Wahlen und halt da sitzen.

00:38:33: und dann hat er mich so angeschaut und hat meint you will come back again und halt einfach ganz schlecht irgendwie auf Englisch halt so kommuniziert und hat gemeint du gehörst dir hin, du kommst noch mal hierher Und dadurch, dass ich das damals nicht so genießen konnte.

00:38:49: Die Exkursion war auch sehr anstrengend.

00:38:51: Wir mussten immer Vorortrige vorbereiten und wir haben auf einem Buch geschrieben über Grönland.

00:38:54: Ich hab die Karten erstellt.

00:38:56: Er dachte ... Ja, ich muss da echt... Ich habe da noch mal was gut zu machen!

00:39:01: Und er musste nochmal hin.

00:39:02: Und ja, der hat, ich weiß es jetzt keine Ahnung, irgendwas hat er mit mir gemacht?

00:39:07: Und ich hab dann zwei Jahre später eine Anfrage bekommen tatsächlich von dem Unternehmen, mich darauf spezialisiert, ob ich nicht nach Grönland kommen mag.

00:39:18: Daraufhin hab ich meinen damaligen Job gekündigt und halt alles ... na ja, gekündigter.

00:39:23: Okay?

00:39:24: Also Wohnungen und so... Das

00:39:26: dann später aber um halt ... naja also man verdient erst mal wenig Geld.

00:39:30: damit muss man auch realistisch sein.

00:39:31: die Bilder schauen immer cool an, aber ...

00:39:33: Was geht dort quasi?

00:39:34: Ja genau und dann habe ich da geguided Und dann hat es mich gar nicht mehr losgelassen, habe ich mit meiner Website aufgebaut und so.

00:39:42: Aber ganz

00:39:42: kurz vielleicht einfach auch da zum Verständnis was heißt in dem Sinn Geiden?

00:39:45: Also da kommen dann einfach auf Touristengruppen oder irgendwie halt Leute die das besuchen wollen und die müssen logischerweise wissen die ja nicht wo können wir hingehen?

00:39:53: wo ist es vielleicht gefährlich mit Eisbären?

00:39:54: wo sind andere Natur gefahren oder so und du geitest durch.

00:39:57: Ja also ich hab da auch meine diversen Ausbildungen dazu.

00:40:00: also ich habe auch schon auf kleinen Schiffchen gearbeitet und auch gerade für die Polarischen Expeditionen die später kam braucht man ja Diverse Ausbildungen.

00:40:07: Du musst mit der Waffe umgehen können, ich brauch jetzt zwar keinen Waffenschein aber da oben muss man trotzdem schießen können.

00:40:14: Es ist wie Bergwanderführer Geschichte nur halt spezialisiert auf die Arktis und das waren halt von Trekkingtouren auch im Zelt über einen festen Standort an den Grünern oder Spitzbergen je nachdem oder eben auch in Norwegen genau also Wie bergwander für nur halt in diesen Gefilden?

00:40:30: Also darauf habe ich mich spezializiert und da bin ich eigentlich auch öfters unterwegs als vor der eigenen Haustür Jetzt mit Gruppen.

00:40:37: Und das bedeutet dann schon viel Verantwortung?

00:40:39: Ja, absolut voll.

00:40:40: Gab's schon mal brenzliche Situationen?

00:40:42: Ja!

00:40:43: Aber

00:40:44: mehr eigentlich auch durch ... Manchmal so Orientierungsgeschichten.

00:40:49: Wenn

00:40:49: jetzt der Polarnebel reingriecht Das unterschätzt man.

00:40:52: Man ist ja auf normal Null grad da auch an Grönland und wenn es der Polarnäbel reingerichtet und man keine Sicht mehr hat aber noch eine Weile zurückzuwandern hat und nicht weiß ob jetzt in der nächsten Nähe ein Eisbär ist dann ist es schwierig oder generell bin ich oft nervös mit Gästen im Eisbärengebiet.

00:41:10: Ja, an den Polarstern gab's mal eine brenzlige Situation aber eher mit Eis in der Schiffs-Schraube und so weiter und so fort.

00:41:17: also da fand man ja das längere Geschichte.

00:41:21: die Messinstrumente von dem Schiffpolarsternen zur Scholle wo wir gemessen haben sind verbunden mit Elektrizität natürlich also mit Kabel Und das Schiff ist weggedrieben oder hat es weggedriftet von dieser Eisscholle durch das Eis in der Schiffsschraube.

00:41:37: Dann mussten wir diese Kabel ganz schnell loslösen, disconnecten und über schnell die Gangway aufs Eis zurückgehen.

00:41:43: Das war eine ganz kurie Situation.

00:41:46: So jetzt den Rahmen sprengen und solche Geschichten ... Oder man läuft ja die ganze Zeit übers Meereis und kann auch mal einbrechen.

00:41:54: Solche Geschichten halt oder auch Eisbärenbegegnungen?

00:41:57: Wie kannst du überhaupt auf das Forschurschiff Polar sterben?

00:42:00: durch meinen wissenschaftlichen Background, durch mein Netzwerk und meine Kontakte.

00:42:04: Durch viel Glück!

00:42:05: Und dadurch das Voraussetzung war ... Also ich war im Logistik-Team und im Safety Team, dass man schon sich in der Arktis auskennt oder Erfahrungen hat wie man sich vor allem bewegt und halt.

00:42:15: auch ich glaube es gespürhalt hat für seine natürliche Umgebung.

00:42:19: also man hat schon Eis bei einer Verachrung gebraucht.

00:42:22: Wie lange warst du noch unterwegs?

00:42:24: Insgesamt vier Monate

00:42:25: Oh wow okay also doch echt eine lange Zeit.

00:42:27: Ja ja Und danach wär ich eigentlich fest auf Spitzbergen gewesen und so weiter.

00:42:32: Aber das hat dann einiges ... Corona hat's leider nicht erlaubt, ja?

00:42:36: Ja

00:42:36: okay macht Sinn.

00:42:38: Ist dieses Abhängigsein von irgendwie auch äußeren Umständen also egal ob es jetzt wirklich Tierwelt ist Wetterbedingungen auch auf dem Forschungsschiff?

00:42:48: Ich mein gleich seid ihr gut ausgerüstet aber am Ende ist die Natur einfach immer stärker.

00:42:52: Ist es das was dich da vielleicht auch so sehr anzieht?

00:42:55: Ja.

00:42:57: Ich find das mega gut, ich mein wie vielleicht auch Bergführer oder richtig krasse Alpinisten halt in anderen Regionen an ihre Grenzen kommen.

00:43:07: mittlerweile ist es ja schon so man sagt immer man spürt sich selbst.

00:43:10: ich kann's eigentlich kaum also den Spruch mag ich nicht so gern aber irgendwie ist es halt auch so.

00:43:14: was mich an der Arktis einfach reizt ist das Licht.

00:43:17: Das ist einzigartig die Abgeschiedenheit, auch die Sensibilität.

00:43:21: Es berührt mich schon.

00:43:23: Was macht wehmütig, wenn man sich darauf einlässt?

00:43:26: Und was jetzt Grönland speziell betrifft, die Kultur und die, die mich kennen, die wissen das auch.

00:43:30: Also, das fasziniert mich schon, weil es sind ... Ja, das sind Menschen, die zerrissen zwischen Traditionen, Alten- und der heutigen Modernität.

00:43:40: Und das find ich richtig krass!

00:43:41: Ich versuch das irgendwie zu verstehen.

00:43:44: steht mir vielleicht auch oft nicht zu.

00:43:46: Ich habe schon öfters mit Grünen und zusammen gewohnt und zusammengelebt, aber ja das fasziniert mich sehr wie die einfach da noch umgehen mit der Natur und einfach wie die auf Boot fahren können, wie die jagen können und so.

00:43:58: was wünscht man sich halt dann doch manchmal hier so eine Einfachheit und ich glaube die Einfachkeit und die Abgeschiedenheit, die faszineert mich brutal und ich mag es schon ehrlich gesagt zur Ausgesetzt sein und ein bisschen abenteuer und in der Isolation zu sein.

00:44:11: Das Ankommen ist immer wieder schwierig.

00:44:13: Das Fortgehen ist okay, aber das Ankommen ist

00:44:15: schwierig.".

00:44:16: Ja glaube ich weil es halt einfach brutale Kontraste sind.

00:44:19: Es klingt jetzt sehr philosophisch, aber es ist irgendwie lustig wenn unsere ganze Welt halt immer komplexer wird und wir voll von Modernisierung ja auch in vielen Dingen profitieren und dass dann aber eine Konsequenz eigentlich wieder am Ende zu mehr Einfachheit führt oder zu einer Sehnsucht nach Mehr-Einfachheit oder?

00:44:37: Man wünscht sich immer das was man nicht hat!

00:44:39: Hattest du da vor Ort dann schon auch ab und zu mal so das Gefühl, okay jetzt vermisse ich aber auch wieder was von ... weiß nicht, Zivilisationsluxus oder der komplexen Welt?

00:44:50: Nein.

00:44:51: Aber wahrscheinlich weil das Team sehr gut war als jetzt auf dem Forschungsschiff.

00:44:55: meinst du, oder?

00:44:55: Ja genau.

00:44:56: Schon generell eher.

00:44:59: Tatsächlich nie!

00:45:00: Wenn ich jetzt wahrscheinlich länger da bleiben würde, würde man die Mama vermissen, gute Freunde usw.

00:45:06: Und das Klettern vielleicht auch, dass ich wahnsinnig gerne mache oder gutes Essen.

00:45:11: Aber ich glaub, solange man halt immer von dem begrenzten Zeitpunkt wo ist und man weiß wie du zurückkommst dann vermisst man es vielleicht auch nicht.

00:45:18: Gutes gibt Menschen die ja doch manche kriegen schon Heimweh oder ich hab's auch schon erlebt eben auf der Polarstelle.

00:45:24: Manche kriegen auch Fatigue also weil man sieht immer nur das Gleiche in irgendwanner Müde.

00:45:28: Ich glaube wenn mal keine Leidenschaft für was hat, dann ist es wahrscheinlich schwieriger.

00:45:32: Und so lange man ein gutes Team hat.

00:45:33: Also ich hatte einmal leider eine Geschichte auch da hat's halt einfach netso funktioniert, da habe bei der Akteur zugeschrieben.

00:45:40: Da wollte ich schnellstmöglich sein, aber da haben einfach die Umstände überhaupt nicht gepasst.

00:45:44: Aber tatsächlich habe ich noch nie was vermisst.

00:45:46: und auch auf den Polarstern.

00:45:48: Ich dachte, ich werde die Berge voll krass vermissen und wie soll ich das aushalten?

00:45:52: Aber dann war ich halt täglich auf dem Laufband am Eis und wir haben etwas anderes gemacht.

00:45:58: Wenn es jetzt über Jahre wäre, dann wäre das eine andere Geschichte, aber deswegen macht man's ja nicht über Jahre!

00:46:02: Ja klar, deswegen sind diese Expeditionen ja irgendwo auch immer zeitlich begrenzt.

00:46:06: Was mich interessiert, ich habe auf deiner Website irgendwo... Ich weiß nicht ob es ein einzelner Satz war oder ein ganzer Abschnitt aber was gelesen zu den Parälen zwischen den Veränderungen in den Alpen und in der Arktis?

00:46:16: Dass du da schon immer wieder Paräeln wahrnehmen kannst.

00:46:20: Auf was beziehst du dich da?

00:46:21: also um was geht's da?

00:46:22: Sind das wirklich ganz spezielle Veränderung wo du sagst ja eins-zu-eins hat man das gleiche in den alpen und die arktis oder gehts eher um etwas Allgemeineres?

00:46:29: Die Arktis erwärmt sich ja mittlerweile drei bis, vorsichtig gesagt viermal so schnell wie der globale Rest.

00:46:35: Also ist die Erdregion die sich am allerschnellsten erwärmt.

00:46:39: Man weiß noch nicht ganz genau warum.

00:46:40: deswegen gibt es ja solche Forschungsreisen um herauszufinden warum das so ist.

00:46:45: aber auch die Alpen oder andere Gebirgsräume erwärmen sich doppelt so schnell.

00:46:50: Und da sind schon viele Analogien da, also wenn man uns jetzt die Gebirgskletscher anschaut ... Es ist genau das Gleiche wie mit den Gletschern auf Spitzbergen und Norwegen in Alaska oder ob es jetzt die grönlandischen Rand-Gletscher sind, also der Gebirggsgletscher.

00:47:04: Aber auch was das Inlandeis betrifft ja, dass er fast komplett Grönlandabdecker, also über von achtzig Prozent, aber auch das Meereis im arktischen Ozean das abnimmt weil Wenn es mehr Eis im Sommer weg ist, dann habe ich ja keine Rückstrahlung mehr.

00:47:21: Diese sogenannte ICB-Rückstrahlung und die dunkle Fläche durch den Ozean, der übrig bleibt, absorbiert das ganze Licht.

00:47:27: Das heißt, dass wird wärmer.

00:47:29: Und wenn ich jetzt aber verglichen bin zum Altbraum, die Gletscher hier deutlich schwinden und zurückgehen, der Schnee weniger wird, dann hab' ich auch wieder mehr dunklere Oberfläche und das findet ihr da mehr Absorption statt.

00:47:39: D.h.,

00:47:39: die Umgebung wird wärme Alles ähnliche Prozesse, die da stattfinden.

00:47:44: Klar also das Meer-Eis oder sagtisch mehr Eis kann man jetzt nicht vergleichen direkt.

00:47:49: aber die Prozese die stattfinden schon und auch vor allem der Gletscherückgang ist überall gleich deutlich sichtbar.

00:47:54: und Rande vom Inlandeis.

00:47:56: dann habe ich einige Fotos an manchen Stellen von jetzt und vielleicht von vor acht Jahren oder vor fünf Jahren.

00:48:03: Das ist krass wie schnell sich das zurückzieht Und es ist sehr ähnlich.

00:48:07: ja

00:48:08: Ja, es macht Sinn dass du einfach sagst okay diese Prozesse dahinter sind einfach die gleichen und das hilft dann wahrscheinlich da auch viele Dinge zu verstehen.

00:48:15: Also würdest du sagen du ziehst aus den Expeditionen die du da gemacht hast schon nach wie vor noch wichtige Sachen raus für deine jetzige Arbeit.

00:48:23: Ja, definitiv.

00:48:24: Also ich bin ja auch mit den Wissenschaftlern nach wie vor in Kontakt.

00:48:26: oder manche Wissenschaftler kommen tatsächlich auch hierher also die Bappel ist halt doch klein.

00:48:30: dann gibt es ja noch des Sonntblick-Observatoriums eine Forschungsstation im Kernnis und noch eines eben am Jungfraujoch.

00:48:37: da sind wir sehr gut vernetzen das sind immer die gleichen Leute.

00:48:40: und dadurch dass sich auch privat oder jetzt auch selber noch ein größeres Projekt habe glaube ziehe ich da schon viel draus.

00:48:47: Und vor allem durch die Kontakte, also man muss da sein Netzwerk auch aufrecht erhalten und sich gegenseitig informieren.

00:48:53: Es ist ja eigentlich ein immer präsentes Thema.

00:48:57: der Klimawandel findet nach wie vor statt und noch extremer gerade in der Arktis und auch hier in den Alpen und es ist kein Thema was jetzt ausgestorben ist.

00:49:07: Man kann immer darüber erzählen Ja,

00:49:09: absolut.

00:49:10: Ich werde mal hellerig, wenn Leute über private Projekte reden.

00:49:13: Darfst du hier drüberreden?

00:49:15: Kannst du uns etwas verraten und was es da geht?

00:49:19: Solange das Projekt noch nicht steht, sollen wir ja noch nicht zu Projekten reden!

00:49:23: Das stimmt.

00:49:24: Wir

00:49:24: müssen natürlich auch nicht...

00:49:26: Ein Traum mit einem Freund von mir zusammen, genau aber es geht natürlich über Grönland.

00:49:30: Es geht wieder um die Region da oben oder?

00:49:31: Um

00:49:32: die Region dort oben.

00:49:33: Das ist dann auf die freie berufliche Basis.

00:49:37: Vielleicht einfach in Richtung Abschlussesgespräch auch noch mal ein paar globale Fragen gestellt.

00:49:43: Was müsste denn eigentlich in deinen Augen passieren, da das ich glaube schon hier und da so ein bisschen angeteasert?

00:49:47: Dass wir als breite Gesellschaft das, was ihr tagtäglich mit eurer Arbeit tut besser verstehen und auch in Maßnahmen umsetzen können.

00:49:55: Also wenn du einen Wunsch frei hättest oder auch mehrere ... Was müsste sofort sich ändern damit es besser wird?

00:50:02: Ich glaub, damit sich etwas ändert muss es richtig ungemütlich werden aber dann nicht nur ungemütlich für die anderen, sondern wahrscheinlich auch für uns.

00:50:10: Schwierig!

00:50:11: Also es ist eine ganz schwierige Frage und eine sehr komplexe Frage und betrifft mich ja selber auch weil das muss er dann für mich persönlich auch ungemütlich werden.

00:50:18: Ja schwierig, weil wir leben in einer globalisierten kapitalistischen Welt.

00:50:23: Das passt so zusammen mit der ganzen Klimawandel-Thematik.

00:50:26: also das ist schwierig.

00:50:28: dann müssen erst mal andere Sachen aufhören, wie Kriege und so weiter.

00:50:31: Deswegen bin ich ja manchmal ein bisschen verzweifelt oder frag mich wofür das Ganze?

00:50:35: Weil übrigens auch Kriege imitieren.

00:50:37: Aber schlussendlich sind's die... Global Player und die großen, einflussreichen Reichen Menschen.

00:50:45: Und die Politiker, die Entscheidungen treffen müssen und wahrscheinlich harte Entscheidungen treffen müssen, damit überhaupt mal einen bisschen Rückgang von Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre gemessen werden.

00:50:57: Viele sagen ja es gab schon immer den Klimawandel.

00:50:59: Das stimmt!

00:51:00: Es gab schon warme und kalte Zeiten Absolut klar, aber halt noch nie so schnell.

00:51:05: Aber ganz, ganz schwierige Geschichte!

00:51:07: Man kann als Individuum selber für sich was entscheiden oder sagen ich verzichte jetzt auf Liegen oder ich esse kein Fleisch mehr... ...aber das ist groß im Ganzenwürst, ob du jetzt als einzelne Person kein Fleisch meer isst.

00:51:17: Ja viele challengingen ja da immer so.

00:51:19: okay, klar, das sind einzelnen Individuen Hat halt gar keine Macht, aber wenn quasi jeder so denkt dann wird ja auch wieder ein Kollektiv draus.

00:51:26: Weißt du was ich meine?

00:51:27: Also wenn jetzt jeder sagt okay ich mach zumindest eine Kleinigkeit und dann das ganze Kollektif wieder ne Kleinigkeit macht, dann hat's auch wieder einen Impact.

00:51:33: Man muss halt etwas machen und wir kommunizieren und eigentlich wird immer wieder kommuniziert auch in Zeitungen über den Klimawandel, aber es wird halt wenig gemacht.

00:51:43: Es soll meiner Meinung nach vielleicht mal darüber kommuniziert werden, was denn schon gemacht wird und das positiv darzustellen als Vorzeige-Beispiel.

00:51:52: Ja,

00:51:52: absolut!

00:51:53: Ich muss ja gerade, als du gesagt hast es muss halt auch mal ungemütlich werden für uns eine eindrückliche Zahl denken die du mich über der Tu noch gezeigt hast.

00:52:00: Das war das Diagramm von der Kohlenstoffelastung wo man die Drops gesehen hat?

00:52:07: Die Messungen, die Treibhausgasmessungen oder

00:52:09: Treibausgasmesserungen.

00:52:10: Genau, ob es Kohlenstoff ist oder Methan oder Lacheras

00:52:13: genau.

00:52:13: Und da ist er richtig eindrüglich zu sehen dass Wann auch immer es quasi, ich nenn's jetzt einfach mal gesellschaftliche Krisen gab.

00:52:20: Also Lockdown-Corona, Weltwirtschaftskrise twohundacht.

00:52:23: Gabs in diesem Diagramm wirklich einen signifikanten Drop nach unten?

00:52:27: Und das ist eigentlich der perfekte Beweis dafür was du gerade meintest mit, es muss eigentlich ungemütlich für uns werden.

00:52:31: Alle fanden lockdown scheiße!

00:52:33: Weltwirtschaftskrise glaub ich findet auch keiner gut.

00:52:35: aber rein theoretisch jetzt nur auf Basis von dem Diagrammen wurde es da sehr ungemüglich für uns.

00:52:42: Aber klimatechnisch warst daran eigentlich gar nicht so verkehrt.

00:52:45: Nee Also, es hat wirklich eine Gap gegeben eigentlich.

00:52:48: Und zumindest gab's mal ne gewisse Stagnation und während der Finanzkrise oder Öl-Krise ... Na ja, aber das umso mehr steigt jetzt dann halt wieder,

00:52:58: ja?

00:52:59: Ja!

00:52:59: Aber wie gesagt fand ich einfach nur irgendwie ein eindrucksvolles Beispiel dafür was du eben meintest mit.

00:53:03: Es muss halt reintrisch auch hier und da mal ungemütlich werden.

00:53:05: Vielleicht noch eine Frage zu einem etwas leichteren Thema.

00:53:07: Du hast ja vorhin auch schon gesagt, du bist ausgebildete Bergwanderführerin.

00:53:11: Hast du, wieso denn?

00:53:12: er hat private Bergbucketliste?

00:53:15: Oh privat Ja.

00:53:19: Oder auch noch einen größeren Expeditionstraum oder so zu einem Berg, der weiter weg ist?

00:53:23: In den Alpen!

00:53:24: Muss nicht ein Alpen sein, kann ja hier auch überall

00:53:26: sein.

00:53:26: Also ich würde mal gerne das grünen ländische Indernei durchqueren

00:53:30: und schiedern...

00:53:32: Das macht man nur aufs Schieb genau aber das kann ich mir doch nicht leisten.

00:53:39: Ja, ansonsten.

00:53:40: Und da war halt eben auch Datenzammeln für die Wissenschaft, weil das wäre interessant.

00:53:44: Ansonsten in Alpen habe ich unzählige Geschichten.

00:53:46: also Alpine-Klettermäßig würde ich gerne eine Erotik lettern, die Ende nie eine sehr lange Alpine Klettertour und mich würden einige Viertausende interessieren, die nicht so bekannt sind.

00:53:58: Also die netso... Nicht

00:53:59: die typischen Vierdausende?

00:54:00: Nicht

00:54:00: die Typischen, die halt jeder besteigt sondern ich suche danach so ein paar Gipfeln, die vielleicht nicht so ganz Bekannt ist wahrscheinlich schon sehr viel, aber die einfach nur ein bisschen nicht so bekannt sind.

00:54:14: Ansonsten mach ich überlegt grad ...

00:54:18: Das ist ja eh schon einiges.

00:54:19: Ist eigentlich schon einig.

00:54:21: Ja gut, Smartphone würde mich tatsächlich mal reizen.

00:54:23: Es ist komisch,

00:54:24: oder?

00:54:24: Das ist einer von diesen hochfrequentierten Bergen, was trotzdem voll.

00:54:27: die Faszination hat auf mich auch.

00:54:29: Ich hatte gar keinen Bock auf irgendwie mit gefühlt braunen anderen Menschen um zwei Uhr nachts an der Hürde zu stehen.

00:54:34: Aber irgendwie ist der Berg trotzdem faszinierend.

00:54:37: Weil ich jetzt auch ein sehr gutes Buch dazu genießen hab.

00:54:39: Okay, welches?

00:54:41: Das heißt die Gipfelstürmerin und das ist tatsächlich nach einer wahren Begebenheit ein bisschen abgeändert.

00:54:47: Da geht's ums Bergsteigen im neunzehnten Jahrhundert und wie Frauen dann weitergekommen sind und eigentlich so viele Frauen ja damals überhaupt... Also das war eine Schande, dass Frauen sowieso machen und es sehr unsinnig.

00:55:00: Und es handelt eben von einem Charakter, der als erster Frau des Matterhorn bestiegen hat mit ihrem Rock.

00:55:06: Ja, krass!

00:55:06: Und das fand ich ziemlich faszinierend.

00:55:08: also generell diese ganzen ... ja so damals zu dieser Zeit als die Berge noch bestiegen worden sind.

00:55:14: Beachtliche Leistung und seitdem faszinhiert mich das Matterhorn noch mehr.

00:55:18: aber leider teile ich mir diese Faszination tatsächlich nicht oder teile Ich mir mit vielen anderen Entschuldigung.

00:55:25: Genau.

00:55:26: Aber es ist halt schon ein schöner Berg.

00:55:29: Voll absolut.

00:55:30: Hey, ich hatte eine letzte Frage für dich.

00:55:32: Und zwar ist die geklaut aus dem Hotel Martzel Podcast den ich selber auch gerne oft hör.

00:55:36: Der fragt am Ende seine Gäste immer hey stelle euch vor ihr habt ne große Plakatwand am Alexanderplatz und ihr könnt da eine Message drauf positionieren.

00:55:43: Ich würde dir ein bisschen adaptieren.

00:55:45: stell dir vor die Zuspitzbahn gibt dich hier irgendwie mal für einen Tag so alle Flächen damit quasi die hundert oder tausende von Menschen die hier tagtäglich rauf und runter fahren deine Message oder Botschaft lesen können.

00:55:57: Glaubst du da irgendwas, was du sagst?

00:55:58: Hey, es wäre einfach wichtig, dass das alle einfach mal so mitbekommen.

00:56:02: Irgendwas, was dir da positionieren würdest ...

00:56:06: Boah!

00:56:06: Das ist schwierig, gell?

00:56:08: Ist schicki,

00:56:08: oder?

00:56:09: Dass man selber halt einfach vielleicht gar nicht so wichtig ist wie man halt sich selbst oft wichtig findet und dass ich halt hofft, dass sich viele vielleicht selber reflektieren jetzt nicht nur im Klimabereich sondern auch so ein bisschen mal nachdenken.

00:56:19: Vielleicht jetzt auch im bergsportlichen Bereich.

00:56:22: Ich sehe den Berg auch als Sportgerät zum Teil.

00:56:26: Aber trotzdem, dass man den Berg nicht nur als Sport-Gerät zieht und es geht nicht nur um Höhe schneller weiter sondern, dass sich einfach noch mehr damit auseinandersetzt wo man eigentlich hier lebt.

00:56:39: Das waren schon wieder mehrere Sätze.

00:56:41: Vomilieren doch in schaue dich um und denk nach oder so was?

00:56:45: Die Entdeckung der Langsamkeit.

00:56:47: Ja, auch gut voll.

00:56:49: Ja.

00:56:50: Keine Ahnung.

00:56:51: Ja, für dich gut.

00:56:52: Ich finde so in die Richtung können wir das doch gut stehen lassen.

00:56:55: Laura ich sage vielen Dank dass du mir heute den direkten Einblick gegeben hast und allen Zuhörenden da draußen jetzt über dem Podcast.

00:57:02: schaut gerne auf meinen unsere Social Media Kanäle Wir werden da noch ein paar Bilder- und Bewegbildmaterial dann auch veröffentlichen Und schaut unbedingt auch bei dir auf dem Account vorbei und auch auf dem account vom Schneefjahrnehaus.

00:57:11: Es lohnt sich wirklich, da mal reinzuschauen.

00:57:12: Das ist eine super wichtige Arbeit, die hier läuft.

00:57:15: Deswegen vielen vielen Dank dafür und für deine Zeit!

00:57:17: Danke auch dass du auf mich zugekommen bist.

00:57:20: Und für die Einladung, danke schön!

00:57:22: Danke dir!

00:57:22: Für dich!

00:57:23: Das war die Interviewfolge mit Laura Schmidt.

00:57:26: Schaut gerne auch mal auf unseren Social-Kanälen vorbei.

00:57:28: da gibt es noch ein paar Videoeindrücke von meinem Besuch auf dem Schneefjahrnerhaus.

00:57:32: Wenn euch der Bergzeit Podcast gefällt dann lasst gerne ein Abo ohne Bewertungen da um keine Folge mehr zu verpassen.

00:57:37: wir freuen uns immer über Kommentare und Feedback.

00:57:39: Wir hören uns wieder in zwei Wochen bei der nächsten Folge des Bergzeit podcast.

00:57:44: Ich wünsche euch bis dahin eine schöne Bergzeit.

00:57:45: Passt auf euch auf.

00:57:46: Ciao ciao euer Jan.

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