#101 Wenn Rodelspass in der Klinik endet und wie du Unfälle vermeidest
Shownotes
In dieser Episode dreht sich alles um ein Wintersportthema, das oft unterschätzt wird: das Rodeln. Viele verbinden damit unkomplizierten Familienspaß, doch leider kommt die Gefahr, die dahinter steckt, häufig zu kurz. Tatsächlich können beim Rodeln schwere Unfälle mit ernsthaften gesundheitlichen Folgen passieren.
Gemeinsam mit unserem Bergzeit Host Jan und dem erfahrenen Unfallchirurgen Dr. Oliver Trapp, der seit vielen Jahren im BG Unfallklinikum Murnau tätig ist, werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Notaufnahme und diskutieren, warum gerade Rodeln so gefährlich werden kann. Dr. Oliver Trapp berichtet aus seinem beruflichen Alltag von typischen Verletzungsmustern, gibt eindringliche Einblicke, wie wichtig Vorbereitung, Fitness und die richtige Ausrüstung sind – und weshalb vor allem der Helm beim Rodeln zum absoluten Muss zählt.
Freut euch auf informative, ehrliche und praxisnahe Tipps, mit denen ihr eure nächste Rodelpartie sicherer gestaltet. Denn: Die Berge sollen Spaß machen – aber sicher!
Mehr aus dem Inhalt & Timecodes:
- [01:06] Vorstellung: Rolle von Dr. Oliver Trapp im BG Unfallklinikum Murnau
- [02:05] Klinikalltag: Gibt es die typische Routine in der Unfallchirurgie?
- [03:40] Wird das Unfallrisiko beim Rodeln oft unterschätzt?
- [06:51] Wetter und Bedingungen: Wann steigt die Gefahr beim Rodeln besonders?
- [08:21] Schneelage und Folgen: Unterschiedliches Verletzungsrisiko durch Naturschnee oder Eis
- [10:28] Die häufigsten Verletzungen beim Rodelunfall: Von Knochenbrüchen bis Kopftrauma
- [11:56] Kinder & Jugendliche: Wer sind die Hauptbetroffenen bei den Rodelunfällen?
- [14:00] Prävention: Wie wichtig sind Helm und Schutzausrüstung beim Rodeln?
- [17:30] Knochen stärken: Sportliche Vorbereitung auf die Wintersaison
- [18:54] Praktische Tipps: Infos zu Bahnbedingungen und richtige Schlittenwahl
- [20:08] Notfall am Hang: Erste Hilfe bei einem Rodelunfall
- [25:03] Bergwissen zum Mitnehmen: Die wichtigsten Learnings der Episode
- [26:14] Abschlussthema: Wie gehen Ärzte mit Schicksalen ihrer Patienten um?
Nützliche Links
[Hier gibt's eine Auswahl an Rodelstrecken in Deutschland & Österreich im Bergzeit Magazin:] (https://www.bergzeit.de/magazin/rodeln-allgaeu-top-5-rodelbahnen/)) (https://www.bergzeit.de/magazin/rodeln-in-tirol/))
[Hier geht's zur BG Unfallklinik Murnau] (https://www.bg-kliniken.de/unfallklinik-murnau/))
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Transkript anzeigen
00:00:04: Der Bergzeit Podcast ist dein Podcast für mehr Bergzeit.
00:00:09: Egal ob neben dem Gipfelkreuz oder auf dem Weg ins Büro, wir wollen die Berge zu dir bringen – immer und überall!
00:00:25: Servus zusammen und herzlich willkommen in so einer neuen Beratungsfolge des Bergzeit-Podcasts.
00:00:30: Ich bin es euer Bergzeithaus Jan und heute sprechen wir über ein Thema das im Winter gerne unterschätzt wird und zwar geht's um das Thema
00:00:37: Rodeln.
00:00:38: Rodeln gilt für viele als unkompliziert.
00:00:40: Man braucht vermeintlich nicht viel Equipment und es ist oftmals so der Familien-Spaß für Zwischendurch, dass es dabei jedoch wirklich schwere Unfälle mit ernsthaften gesundheitlichen Konsequenzen geben kann.
00:00:50: Ja das haben viele gar nicht auf dem Schirm!
00:00:52: Und um für dieses Thema ein wenig zu sensibilisieren und Aufklärung zu leisten machen wir diese Folge heute mit jemandem, der durch seinen beruflichen Alltag sehr häufig mitbekommt wie schnelles Ernst werden kann beim Rodeln.
00:01:03: Herzlich willkommen im Bergzeit Podcast Herr Dr.
00:01:05: Oliver Trapp.
00:01:06: Hallo
00:01:07: Herr Trapp, können Sie unseren hören und meinen kurzen Überblick geben?
00:01:09: Was machen sie hier im BG-Unfallklinikum Monau.
00:01:12: Ja vielen Dank dass ich zu diesem Gespräch eingeladen bin.
00:01:15: das ist ein sehr interessantes Thema was mir auch sehr am Herzen liegt weil es eben nicht nur Erwachsene betrifft sondern häufig auch eben Kinder.
00:01:23: Ich bin hier in der Unfallklimik Monau seit vielen Jahren tätig.
00:01:27: angefangen habe ich sixundneunzig schon war es fünfzehn Jahre auf dem Hubschrauber unterwegs und hab die Verletzten direkt vor Ort abgeholt.
00:01:37: Einige Erfahrungen dann auch in der Behandlung bis hin zur Rehabilitation und dann die weiteren Verläufe, wie es dem Patienten geht.
00:01:44: Das ist eben unser berufsgenossenschaftlicher Gedanke, die Patienten auf Dauer und längerfristig zu betreuen so dass wir wissen was letztendlich aus denen wird.
00:01:54: Inzwischen bin ich als Kommissarischer Chefarzt der Unfallchirurgischen Abteilung in der Unfeldklinik Monau tätig und als stellvertretender ärztlicher Direktor und darf mich abteilungsübergreifend um die Patienten kümmern.
00:02:06: Ja, ich sag vielen Dank, dass ich heute hier sein darf.
00:02:07: Wir nehmen nämlich auch direkt in der Klinik auf und ich kann mir vorstellen es ist ja nicht ganz leicht so ein Termin auch mal einzuschieben in einen Ärztealltag.
00:02:15: Können Sie uns da mal kurz mitnehmen?
00:02:17: Gibt's überhaupt sowas wie den Ärzteralltag oder schaut jeder Tag verschieden anders aus?
00:02:22: Das ist ganz sicher kein Bürojob wo man seine Arbeit am Morgen auffindet abarbeitet und am Abend nach Hause geht.
00:02:30: Ich kann Ihnen jetzt nicht sagen, was ich in einer halben Stunde mache.
00:02:33: Krieg einen Anruf?
00:02:34: Dann ist ein schwerverletzter Patient in der Notaufnahme, den man anschauen muss.
00:02:37: Ich kriege einen Anruf, irgendwas funktioniert im OP nicht ... Der Tag ist nie geplant!
00:02:42: Das muss man sich immer einstellen.
00:02:44: Je mehr man plant, desto klarer muss einem auch sein, dass der Tag sich komplett ändert und selten ist es so, dass man auf den Tag zurückschaut und sagt heute ist er gelaufen wie geplant.
00:02:53: das... Ist nicht die Unfallchirurgie aber das ist auch nicht die Notfallmedizin insgesamt.
00:02:59: Ja, glaube ich.
00:02:59: Aber deswegen umso dankbarer bin ich Ihnen, dass wir heute hier die Zeit haben.
00:03:03: Sind Sie selbst Wintersportler oder Bergsportler?
00:03:05: Natürlich!
00:03:06: Mit großer Vorliebe von Klettern über Skitouren, über Skifahren.
00:03:12: Roteln natürlich auch aber... Ich glaub' ich rotele ein bisschen anders als andere.
00:03:17: Inwiefern?
00:03:19: Für mich ist es natürlich ganz wichtig das ich mich nicht verletze und sehe was passiert, wann es passiert unter welchen Bedingungen.
00:03:26: Und ich bin langsam in einem Alter, wo ich raufschau.
00:03:29: Dass sich diese Bedingungen so kontrolliert, dass mir nichts passiert.
00:03:32: Wenn ich hinter meinen Söhnen herfahre, elf und dreizehn wird es mir himmelangst aber die halten halt auch ganz andere Sachen aus als einen, sag' ich jetzt mal Erwachsener
00:03:40: Ja Klar, das macht Sinn.
00:03:41: Dann lassen Sie es doch mal in das Thema einfach ein bisschen tiefer
00:03:44: einsteigen.".
00:03:45: Das Kuratorium für Verkehrssicherheit in Österreich veröffentlicht immer so ein paar Zahlen.
00:03:49: In Deutschland gibt's keine ganz konkreten Zahlen zum Thema Rodeln weil da alles in einen Topf geworfen wird.
00:03:53: aber Österreich macht das eben und da war zumindest die letzte Zeit ich eine Vorbereitung gefunden habe dass es jährlich rund tausend zweihundert schwere Rodelunfälle gibt die stationär behandelt werden müssen.
00:04:03: haben sie den Eindruck dass es so ist wie ihr eingangs auch gesagt habt dass rodeln gerne unterschätzt wird als halt was man mal so zwischendurch macht und die Leute sich beispielsweise beim Skifahren dem Risiko viel mehr bewusst sind.
00:04:14: Das ist jetzt eine schwierige Frage, weil ich denke das Risikomanagement ist insgesamt ein schwieriges Thema.
00:04:21: Das wichtigste bei allen Sportarten ist dass man für die Sportarten gut vorbereitet ist.
00:04:26: Das heißt beim Skivahren eben nicht das ganze Jahr am Schreibtisch sitzt und sich dann auf seine Extremkar verstellt und die Knochen halten es einfach nicht aus.
00:04:34: Man muss sich vorbereiten auf jede Form von Sport.
00:04:37: Man muss kontinuierlich am Ball bleiben, um seine Muskulatur, seine Knochen zu trainieren, damit die diese Belastungen eben auch aushalten.
00:04:44: und das ist ein bisschen das Problem beim Rodeln und auch beim Skifahren dass man sehr einfach in die Höhe kommt mit zum Beispiel einem Lift und dann nach unten rast mit ungekannten Geschwindigkeiten die natürlich berauschen, die einen wahnsinnig mitnehmen.
00:05:00: aber die Gefahr die in einer kleinen Bodenwelle steht, in einem kleinen Eisbrocken der einem den Schiefer reißt.
00:05:06: In einem Eiskanal, der den Rodel einfach unkontrollierbar macht wird dann einfach sehr schnell einfach mal unterschätzt.
00:05:13: und gerade beim Rodeln aber auch beim Skifahren ist so der letzte Schwung nach unten.
00:05:18: wenn man von der Hütte vielleicht noch den einen oder anderen Jager-Theme mitgenommen hat dann besonders schön weil man da noch weniger Angst vor dem Gefahren hat und noch schneller wird.
00:05:28: Das macht mehr Spaß, dann ist die Grenze zum Gefährlichen nicht mehr erkennbar.
00:05:33: Und das macht das Problem bei beiden.
00:05:36: Nachvollziehbar!
00:05:37: Ich weiß dass Sie auch keine konkreten Zahlen haben aber wie es so ihr Gefühl kommt diese Tausend Zwarhundert wahrscheinlich für Deutschland hin oder was sie jetzt hier beispielsweise in einer Notaufnahme mitbekommen?
00:05:47: Ja also diese tausend zweihundert ist ja wiederum die Frage auf welches Gesamtgebiet durch sich das bezieht.
00:05:53: Das sind immer ganz schwierige Sachen.
00:05:54: Es ist sehr wechselnd, wenn die Bedingungen gut sind, das heißt ich kann gut bremsen dann sind die Verletzungen eher weniger.
00:06:03: Wenn es ein Winter ist wo's zwischendrin mal furchtbar hoch taut und dann eben die Bedenkungen eher vereist sind Dann gibt's Unmengen von Verletzung weil dann einfach wie gesagt nicht gebremst werden kann und Geschwindigkeit viel höher ist Man nicht lenken kann.
00:06:18: deswegen ist es so ein bisschen schwierig immer vorher zu sagen diesen winter sind tatsächlich die Rodelunfälle bislang nicht so schlimm gewesen, aber es gibt auch keinen Schnee wo man richtig rodeln kann.
00:06:28: Die ganzen Forststraßen sind eher blank und wer zum Skifahren geht sieht dass die weißen Bahnen mit Kunstschnee sich durch die Berge ziehen.
00:06:35: jetzt hat sich es Gott sei Dank ein bisschen verändert und wir haben viel mehr Naturschnee dazu bekommen.
00:06:39: und gleich ist... Wir merken das massiv in der Klinik.
00:06:43: Naturschnee sorgt für wesentlich weniger Verletzungen.
00:06:47: Die Verletzungen von Anfang des Jahres sind mit dem, was jetzt gerade passiert nicht zu vergleichen.
00:06:52: Also wir halten mal fest Bedingungen sind ein großer Faktor für die Unfälle.
00:06:58: Also quasi optimale Bedingung wären eigentlich wirklich Neuschnee slash Naturschnee.
00:07:02: Gut griffiger Schnee wo ich eben wenn ich die Hacken rein stemme dann auch bremsen kann zum Beispiel.
00:07:08: Die Situationen wo wir eine Forststraße haben.
00:07:11: hier in der Umgebung gibt es ja viele auch Hütten wo man dann abends schön runterfahren kann Wenn man mit Krödeln hochgehen muss, weil das so vereist ist.
00:07:19: Dann macht man die Krödel weg und fährt runter und kann mit den Fersen auf diesem Eis gar nichts bewirken.
00:07:25: Die Rodel werden dann mit ihren Stahlkufen unglaublich schnell.
00:07:29: Und dann ist das Ganze ziemlich schnell unkontrollierbar.
00:07:32: Ich hab tatsächlich bei Ihnen auf der Klinikseite in dem Post gelesen, dass da teilweise sechzig-siebzig kmh auch mal erreicht werden können.
00:07:38: Also
00:07:39: ich glaube, das ist eben auch so ein Punkt, gar nicht so im Kopf war, dass man sich auf einen Holzschlitten setzt.
00:07:44: Plötzlich mit sechzig kmh unterwegs sein kann?
00:07:46: Ja und das ist wie gesagt extrem von den Bedingungen abhängig.
00:07:49: Ich war jetzt vor kurzem, ich will keine Werbung machen in Erwaltschön zum Nachtrodeln.
00:07:53: Da werden die Pisten abends präpariert.
00:07:55: Das ist ein staubiger schöner griffiger Schnee der da frisch aufpräparert wird.
00:07:59: Da kann man wirklich mit einer Riesenfreude runterfahren und hat die Sache gut unter Kontrolle.
00:08:04: Ich habe aber dort auch schon Bedingung erlebt wo eben die Piste eher vereist ist.
00:08:09: Da kann die Pistenwalze abends zwar schöne Bedingungen machen, nach einer halben Stunde wenn die ersten rübergefahren sind schaut aber wieder das Eis raus und dann landen die ersten schon links- und rechts in den Wäldern und dann ist die Situation schon ganz eine andere.
00:08:22: Inwieweit spielt es eine Rolle wie der Winter generell auch war?
00:08:24: Also weil beim Skifahren ist es ja oftmals ein Thema, wenn links und rechts von den Pisten auch noch mal weicherer Schnee ist.
00:08:31: Sind die Verletzungsbilder wahrscheinlich anders.
00:08:32: also wenn's mich halt in einen langen Wald haut?
00:08:35: Definitiv!
00:08:37: Ein einfacher Sturz, das sieht man ja auch, haben wir bei Olympia schön gesehen.
00:08:40: Wenn es so ein Rotlein in der Eisbahn wirft dann rutscht er einfach runter.
00:08:44: da passiert nichts.
00:08:45: des Problems ist wenn man eine hohe Geschwindigkeit hat und auch gegen einen Hindernis breit.
00:08:49: Da haben wir leider auch in diesem Winter schon schlimme Sachen erlebt sei es eine Kollision mit einer Pistenwalze die einem dann noch teilweise überfährt bis hin zur Kollision mitten im Baum der am Rand von der piste von der vereisteten Piste steht wo man dann einfach nicht mehr bremsen kann und auch nicht mehr lenken kann.
00:09:04: Und dann ist so eine Kollision natürlich ähnlich wie, wenn man mit einem hohen Geschwindigkeit im Fahrrad gegen ein Auto fährt oder Ähnliches.
00:09:11: Das wird dann gerne übersehen.
00:09:13: Da geht es dann wirklich in den Bereich wo man mit Schutzausrüstung arbeiten muss und sich schützen muss vor schweren Verletzungen.
00:09:20: Da kommen wir später auf jeden Fall nochmal drauf.
00:09:22: ich hätte noch eine weitere Frage zu den Ursachen.
00:09:24: also klar Bedingungen Wetterlage haben wir festgestellt hat einen großen großen Impact.
00:09:29: was gibt sonst noch für Ursachen?
00:09:31: meist nicht so über Füllung der Bahnen oder einfach tatsächlich auch die Geschwindigkeit an sich.
00:09:36: Ja, das ist selbe wie mit dem Skifahren.
00:09:39: Wenn die Pisten überfüllt sind dann braucht man einfach Platz für seine Schwünge und wenn es nicht ganz kontrolliert ist, die Bedingungen schwierig sind, dann kollidiert man auf der Piste auch mal mit jemandem weil's Missverständnisse gibt und weils einfach zu eng ist.
00:09:53: Wenn eine Piste leer ist hat man seinen ganzen Platz und kann von links nach rechts schwingen Ohne dass es da überhaupt, auch wenn man hinfällt oder mal eine Kurve nicht kontrolliert fahren kann hat man genug Ausweichfläche.
00:10:04: Und das ist natürlich da auch... Wenn so ein Massen rodeln beim Nachtrodeln ist dann muss man höllisch aufpassen, dass einem keiner von hinten rein fährt, wenn man mal anhält.
00:10:13: Oder wenn es einen Schmeiß kommt fünfzehn von hinten hinterher und dann ist meine erste Sorge weg an die Seite raus aus der Schussbahn.
00:10:22: Natürlich, das muss man einfach bedenken, dass von hinten noch was kommt, was unter Umständen nicht bremsen kann.
00:10:28: Was erleben Sie denn überwiegend für Verletzungsbilder, wenn dann Leute nach einem Rodelunfall hier bei Ihnen eingeliefert werden?
00:10:34: Kann man das irgendwo kategorisieren?
00:10:37: Ja es gibt wie immer von den ganz einfachen Verletzen bis zu sehr schweren Verletsungen.
00:10:42: Die einfache Verletzung sind sicher zum Beispiel damit zusammenhängend, wenn man mit den Füßen voraus irgendwo bremst und gegen ein Hindernis fährt eine Sprunggelängsverletzung erleidet.
00:10:51: Das kann ein einfacher Außengnöchelbruch sein bis hin zu schweren Luxationsfrakturen bis hin zu Fersenbeinbrüchen, je nachdem wie hoch die Geschwindigkeit und der Impact eben ist.
00:11:01: Becken- und Wirbelsäule und Rumpf sind dann eher so Verletzungen... ...die bei Kollision entstehen.
00:11:06: wenn man sich gegen einen Baum lehnt mit hoher Geschwindigkeit, dann wickelt es einem darum.
00:11:12: Die Sturzursachen gibt's natürlich auch, wenn man vor Straße fährt wo immer wieder mal die Bäche sind oder steile Bereiche, wo man dann ebenfalls abstürzen kann und gegen Bäume, Steine irgendwas Pralt.
00:11:25: also wie gesagt wenn man Auslauf hat und rutschen kann ist meistens nicht das Problem der passiert auch relativ wenig.
00:11:31: Aber wenn mal irgendwo ein Hindernis hat gegen dass man prallt und dann kommt es halt drauf an mit was man die energie abfängt, wenn's der Rücken ist dann ist die Wirbelsäule dabei wenn's da kopf ist ist der Kopf sicherlich hochgefährdet bei allen sturzereignissen oder Hochgeschwindigkeitsverletzungen Und die Extremitäten von Handgelängsbrüchen, Ellenbogenbrüchenschulter-Brüchens hängt davon ab wie man auftrifft.
00:11:56: Lassen Sie uns mal kurz über die Personen sprechen, die es betrifft auch da wieder eine Zahl aus Österreich.
00:12:02: Da wurde angegeben etwa siebenund dreißig bis vierzig Prozent der Verletzten sind Kinder unter vierzehn Jahren ist ja schon extrem hoher Anteil.
00:12:09: Ist das was, was Sie so ungefähr bestätigen können?
00:12:11: Von dem was Sie hier mitbekommen?
00:12:13: Ja wobei man sagen muss dass Kinder in diesem Alter ist wahrscheinlich nichts detailliert beschrieben.
00:12:19: zur Verletzung Schwere.
00:12:20: Die haben Verletzungen, aber das sind Gott sei Dank häufig eben nicht so die schweren weil sie viel mehr kompensieren, die haben noch weiche Knochen.
00:12:28: Da staucht es mal.
00:12:28: dann haben dem Wirbelsäulen Schmerzen, aber es passiert eigentlich nix wenn ein Erwachsener über so eine Bodenwelle schießt und dann ist ihn auf den Schlitten reinstaucht.
00:12:37: Dann gibt's zu Kompressionsmechanismen an der Wirbelsaule, die auch unter Umständen kritischen Wirbelsaugenverletzung führen kann Einfach nur düchtigen Stauchungsmechanismus.
00:12:46: Und auch da wieder, genau dasselbe wie beim Karfen und Snowboarden, das sind es eher die Knie oder den kniegelängsnahe Unterschenkel der sehr gerne mal wegbricht weil einfach die Belastungen nicht gewohnt ist übers Jahr.
00:12:59: Wenn man dann beim Rodeln eine Stauchungsverletzung hat, ist auch die Wirbelsäule so ne Kneiferletzung, wie wir das bezeichnen, einfach nicht gewöhnt und hat diese Resistenz nicht aufgebaut gegen solche Belastung und dann bricht der Wirbelkörper zusammen.
00:13:13: Also diese Stauchungsverletzungen an der Wirbelsäule sind relativ typisch bei den Erwachsenen, wenn der Knochen nicht mehr so ganz flexibel ist.
00:13:21: Und die Jugendlichen haben alle mögliche Prellungen vielleicht auch mal im Bruch aber das sind dann eher so die Verletzung, die auch glümpflich wieder heilen was gar nicht passieren darf.
00:13:32: und da bin ich inzwischen fast ein bisschen aggressiv.
00:13:35: Wenn ein Kind ohne Helm zum Rodeln geht erkennt die Gefahr nicht und dann hängt es am Baum und eine Kopfverletzung oft nicht reversibel, gerade wenn es schwere Mechanismen hatte.
00:13:48: Und das ist immer ein großes Drama, wenn ein Kind ohne Helm hier ankommt mit einer schweren Kopfverletzung da fehlt auch irgendwo des Verständnis bei uns Behandelern.
00:13:57: Da ist dann tatsächlich so ein bisschen Frustration im Spiel.
00:14:01: Ja glaube ich absolut nachvollziehbar!
00:14:02: Ganz ganz wichtiger Punkt und leitet gut über auf proaktive Maßnahmen die man treffen kann um all diese Verletzungsbilder von vornherein schon zu vermeiden.
00:14:11: Der logischste Punkt ist einfach die Schutzausrüstung und vor allem eben der Helm, oder?
00:14:15: Definitiv.
00:14:16: Kopfverletzungen sind so unnötig.
00:14:19: Wir haben super Helme und sie setzen sich immer mehr durch.
00:14:22: Wenn man ohne Helm heißt dann Rodeln, das ist ja nicht so schlimm aber es ist doch schlimm wenn man mit dem Kopf gegen einen Felsen an der Seite oder gegen ein Baum knallt.
00:14:31: Oder auch wenn nur zwei Köpfe zusammenknallen.
00:14:34: Das sind unglaubliche Energien und das passiert überhaupt nichts in der Regel, wenn man ein Helm aufhat Und ohne Helm gibt es schwere Hirnverletzungen und das muss einfach nicht sein.
00:14:45: Also bei aller Liebe, gerade bei Kindern aber ich fahre auch tatsächlich nie ohne Helmen.
00:14:50: Das ist ein ganz einfacher Schutzmechanismus der so viel hilft auch beim Fahrradfahren.
00:14:55: Der Kopf ist das Wichtigste was wir haben.
00:14:58: Ich verstehe immer nicht so genau warum man da so stiefmittelig mit dem wichtigsten Teil unseres Körpers umgehen.
00:15:04: Ja, ich finde es auch manchmal schwer nachvollziehbar.
00:15:07: Beim Skifahren hat sich das mittlerweile fast vollends etabliert.
00:15:11: In Italien hatte er eine Helmpflicht aber bei uns in den Skigebieten sieht man nur noch verschwindend geringen Anteil an Leuten, die ohne Helm fahren.
00:15:19: Aber vor allem in den Schiegebieten bekommt man's oft mit.
00:15:22: Die Leute kommen vom Skifahrern und können eine Runde rodeln, zack, Helm ab, Mütze auf ... Und los geht's.
00:15:28: Man denkt sich, warum bleibt der Händ nicht einfach auf?
00:15:30: Das ist genau das Thema.
00:15:33: Da wird die Gefahr einfach unterschätzt und wie gesagt gerade abends kommt noch vielleicht ein Schnäppchen dazu und schon passiert das ... Ich mein man kann sich auch weiter schützen.
00:15:42: Rückenprotektoren beim Skifahren, die Kinder lernen das in den Ski-Kursen ziehen die an und wir Erwachsen machen ihnen dann vor.
00:15:49: dass es auch ohne geht ist auch nicht nachvollziehbar.
00:15:52: so einen Rücken Protektor schützt grad bei solchen Zusammenstößen, wenn mir einer ins Kreuz fährt auf der Piste diese ganzen Zusammenstösse.
00:15:59: Bei übervollen Pisten die Stürze und die Unfallfolgen können erheblich reduziert werden, wenn man einen Rückenprotektor und allein ein Helm an hat.
00:16:09: Das sind aus meiner Sicht die wichtigsten Faktoren wie man sich wirklich schützen kann.
00:16:13: Und natürlich ich kann es nur wiederholen diese grundlegende Fitness.
00:16:17: man muss sich einfach vorstellen Der Knochen ist nicht einfach nur ein Knochern.
00:16:20: der Knoche is ein lebendes Objekt Das sehr auf biomechanische Reize reagiert.
00:16:26: In den Mukibuden sehen wir, wie toll die Muskeln auftrainiert werden können.
00:16:30: Den Knochen sieht man halt nicht.
00:16:31: Aber der Knochern braucht auch sein Training.
00:16:33: Der Knoche reagiert viel langsamer als ein Muskel.
00:16:36: Der muss aber Stoßbelastungen lernen und die Belastungen wie vom Skifahren.
00:16:42: Und ganz ehrlich ... Wir sehen so viele Kniegelängsverletzungen, die sind echt erheblich.
00:16:47: Wirklich erhebig!
00:16:48: Ich hab für übermorgen wieder eine Patientin geplant.
00:16:51: Ich rechne mit vier bis fünf Stunden OP-Zeit, weil das Knie komplett zerlegt ist.
00:16:55: Okay.
00:16:56: Die hat das ganze Jahr keinen Sport gemacht, gibt sie auch zu und stellt sich auf Carvingski und fährt die Piste runter mit.
00:17:04: Zugegeben auch hoher Geschwindigkeit, weil sie ja gut Skifahren kann.
00:17:06: aber der Knochen ist übers Jahr nicht trainiert gewesen.
00:17:10: Und er hält diese Belastungen nicht aus.
00:17:11: Deswegen ist der wichtigste Appell wenn man solche schweren Verletzungen verhindern will.
00:17:17: Skietraining machen, sich gut vorbereiten.
00:17:20: Die Knochen trainieren nicht nur die Muskulatur, die natürlich auch die Gelenke stabilisieren.
00:17:25: Sondern eben auch dem Knochern die Zeit geben sich an diese Belastungen zu gewöhnen und dann kann man auch gut fahren.
00:17:30: Ich würde gar nicht zu tief einsteigen aber mich interessiert trotzdem ein bisschen den Knoche trainieren.
00:17:35: wie kann sich das der Laie vorstellen?
00:17:36: Also geht es da wirklich einfach darum Zeit zu geben dass der Körper sich daran gewöhnt und auch langsam anfangen mit der Belastung und vielleicht eben nicht gleich auf die Race Cover und einen ganzen Tag Vollgas oder ... Wie kann ich mir das vorstellen?
00:17:49: Das sagen sie mal einem, der gerade eine Woche FG-Urlaub hat.
00:17:52: Der soll jetzt die ersten fünf Tage ein bisschen langsam geben.
00:17:55: Also wie gesagt, der Knochen braucht Zeit und deswegen muss man sich vorbereiten.
00:17:59: Und das Vorbereiten geht eigentlich... also es ist ein Appell übers ganze Jahr.
00:18:03: Man muss Sport machen!
00:18:04: Es geht jetzt gar nicht darum dass man die ganze Zeit Sportbelastungen Sprung belastet aus der Höhe damit er Knochern noch mehr aushält.
00:18:11: Darum geht es nicht.
00:18:12: Aber jede Form von Sport, jede Form vom Belastung, ob man jetzt wandern geht und irgendwelche Felsen runterhuft bei jedem Schritt den man da tut oder jeder Belastungen die man da tut gibt es Impulse auf den Knochen.
00:18:22: der Knochentrainiert sich.
00:18:23: Jede Handel die man schwingt trainiert nicht nur den Muskel sondern eben auch den Knochens der auf die Belastungs durch die Handel auch reagiert.
00:18:31: also egal was man tut jede Form von sport jede form von belastung trainiert knochen und muskulatur.
00:18:39: Nicht nur das, sondern auch noch die Wände natürlich.
00:18:41: Die Gelänke, die betroffenen Gelenker stabilisieren und je besser man da vorbereitet ist, desto weniger passiert und desto sorgenfreier kann man dann letztendlich auffahren.
00:18:50: Ja also wir halten mal fest Hauptsache was tun.
00:18:53: Definitiv!
00:18:54: Ansonsten sind es wahrscheinlich schon auch noch so.
00:18:55: Maßnahmen wie wir es schon zu Beginn hatten sich einfach über die Bedingungen einmal informieren.
00:18:59: ich meine viele Skigebiete die Rohlebahne mit anbieten weisen ja auch extra aus.
00:19:03: oder Achtung, es ist gerade wirklich glatt oder die Rollbahn ist vielleicht sogar komplett gesperrt.
00:19:09: Kann
00:19:10: wahrscheinlich auch viel ausmachen?
00:19:11: Genau.
00:19:11: also man muss da auch noch mal ein bisschen unterscheiden mit welchen Gerätmann zum Beispiel rodelt.
00:19:16: Es gibt ja diese Schlitten Da gibt's Familien schlitten bis hin zu Rennschlitten Die ganz flachen die auch dafür getrimmt sind möglich schnell zu sein.
00:19:24: Das muss man sich überlegen ob man mit so einem Ding bei Eis fährt weil wie gesagt wenn man mit den Beinen nicht bremsen kann Weil die Schuhe einfach wegrutschen Wie will man dieses Ding noch kontrollieren?
00:19:34: Da fehlt dann wahrscheinlich auch ein bisschen Übung und Training, wie man das wirklich sinnvoll machen kann.
00:19:39: Da gibt es dann noch diese Zipfelbops.
00:19:41: Darauf bin ich umgestiegen.
00:19:43: Mir sind die Schlitten inzwischen viel zu viel Angst.
00:19:46: Die werden mir einfach zu schnell.
00:19:47: Also, ich fahre gerne Zipfelbopfen da sitzt man mehr auf den Schnee.
00:19:51: Die haben eine große Geschwigkeit auch.
00:19:53: also kann man sich auch darinnen.
00:19:54: aber ich hab's ... Den Eindruck ist es kontrollierbarer.
00:19:57: Das muss jeder für sich selber entscheiden, was mit Wasser da am meisten Spaß hat.
00:20:01: Aber die Schlitten ... Man sieht's bei Olympia sind dafür getrimmt auf Eis maximale Geschwindigkeiten zu erreichen und das tun die auch?
00:20:08: Ja, absolut!
00:20:09: Ja, das ist immer wichtige Hinweise.
00:20:10: Ich hab so gegen Ende noch ein wichtiges Thema und zwar das ganze Thema erste Hilfe vor Ort.
00:20:15: also Was passiert?
00:20:16: ich muss ja nicht unbedingt in einem Unfall beteiligt sein aber ich kann ja auch einfach einen Unfall mitbekommen.
00:20:21: Wie sollte ich mich erst mal verhalten wenn ich unmittelbar den Rodelunfall mitbekomme?
00:20:25: die ich unbedingt machen sollte.
00:20:29: Es ist schwierig jetzt so eine erste Hilfe komplett zusammenzufassen, aber tatsächlich ist die erste Maßnahme den Weg abzusperren also dem zu helfen hinzustürmen und zu gucken wie es dem geht.
00:20:41: dann kommt der nächste von oben und fährt noch mal in die ganze Gruppe rein, die sich da kümmert und dann verschlechtern sich die Chancen von einem Beteiligten erheblich nützt nichts.
00:20:52: Da muss man erstmal auf den Eigenschutz schauen, oder man schickt irgendjemand anders die Strecke hoch und da gibt es dann wieder auch die, die gar nicht darauf reagieren.
00:21:00: also man muss wirklich absperren und schauen dass da keiner mehr reinrollt in die Gruppe und erst wenn die Sicherheit gegeben ist das der Weg wirklich sufficient gesichert und gesperrt ist, dann kann man sich um den kümmern.
00:21:11: Dann muss man natürlich schauen wie geht's dem?
00:21:14: Ist er ansprechbar?
00:21:16: welche Art von Verletzungen hat er.
00:21:18: Ich möchte jetzt nicht in die Details gehen, dass man ein vollkommen schiefliegendes Bein auch mal in die Grade ziehen kann.
00:21:24: Das sollten vielleicht dann die Fachleute machen.
00:21:27: Das Allerwichtigste ist, dass der Mensch keine Temperatur verliert.
00:21:31: Gerade bei diesen kalten Temperaturen im Schnee liegen.
00:21:33: das muss man selber ausprobieren.
00:21:35: da reichen fünf Minuten anfangen die ersten Zeichen der Unterkühlung an.
00:21:38: also manchmal kann man mit seinem eigenen Anorak noch einmal was drunter legen.
00:21:41: das sind eigentlich die wichtigsten Maßnahmen.
00:21:44: Natürlich den Notruf schnellstmöglich dann los schicken, damit auch professionelle Hilfe kommt.
00:21:49: Und da sollte man natürlich den Einsatzort nicht nur benennen, sondern eben vielleicht schon ein bisschen was zum Verletzungsmuster sagen, Sturz aus großer Höhe und so ähnlich.
00:21:59: Weil die Leitstelle ganz andere Möglichkeiten hat Rettungsmittel zu rufen.
00:22:05: bei einer schwereren Verletzung mit Bewusstseins-Eintrübung wird sicherlich der Hubschrauber kommen.
00:22:11: Bei schwerer Wirbelsäulenverletzung solche Patienten lässt man tunlichst in einer vernünftigen Position liegen, stabilisiert die schaut das die Wärme nicht verloren geht.
00:22:23: und die weiteren Maßnahmen richten sich dann natürlich nach dem was man gelernt hat.
00:22:27: Eine der gut trainiert ist mit erster Hilfe kann die erste Hilfemassnahmen anwenden so wie es auch gelernt hat.
00:22:33: ansonsten würde ich wenn große Schmerzen sind dass eher sozusagen ruhig stellen nach Möglichkeit und abwarten bis die professionelle Hilfe da ist.
00:22:42: Ja, ich wollte gar sagen es gibt ja bestimmt auch einfach viele Dinge wo man's eher verschlimmbessert oder die man dann lieber nicht tun sollte als sie zu tun weil eben gar kein Mehrwert hat sondern im first case vielleicht sogar eher das Gegenteil eintritt
00:22:55: Stabilisieren, Wärme erhalten Das ist denke ich des A&O.
00:22:59: erst mal Wenn es ein bewusstloser Patient ist dann hat jeder die stabile Seitenlage mal gelernt Die Atemwege frei halten.
00:23:06: wenn Wenn es zum Erbräuchen kommt, z.B.
00:23:08: nach einer Kopfverletzung mit Bewusstlosigkeit ist erbrechen gar nicht so selten und da muss man gucken dass man nicht erstickt.
00:23:14: also stabile Seitenlage aber das sind die Details kann man nur appellieren dass jeder wirklich regelmäßigen erste Hilfekurs machen sollte um in solchen Situationen wo vielleicht auch tatsächlich die Bedingungen so sind dass der Hubschrauber nicht fliegen kann und dass die Einsatzkräfte aus dem Tal durchaus auch mal eine bestimmte Zeit brauchen um den Verletzten zu erreichen.
00:23:35: Wie immer an alle, da muss man sich regelmäßig Schulen erste Hilfekurse besuchen.
00:23:41: Dass man in solchen abgelegenen Situationen dann auch wirklich den anderen helfen kann Ja,
00:23:45: ich glaube das ist allgemeingültig für alle Bergsportarten.
00:23:48: Und was mir gerade eben noch gekommen ist, als sie gesagt haben Patient-Patientin warm halten auch beim Rodeln gehört definitiv dann ein Erste-Hilfeset irgendwo mit in den Rucksack weil es erleichtert einfach so viele Dinge durch Rettungsdecke und Co.
00:23:59: Ich glaub das ist etwas was ich auch irgendwie erst mit der Erfahrung dann mir angeeignet habe selbst bei den kleinsten Ausflügen einen Erste Hilfe Set dabei zu haben weil's einfach so viel Dinge einfacher macht.
00:24:08: Das ist dann schon die Kühe.
00:24:09: Wer ein Helm dabei hat, einen Rückenprotektor und dann auch noch eine erste Hilfeset, da bin ich dann also das ne Eins mit Sternen.
00:24:16: Also definitiv da wäre ich dann schon sehr glücklich.
00:24:19: aber tatsächlich dieses erste Hilfset auch beim Skifahren kann nicht nur wärmstens appellieren da wenn man nicht irgendwo die Möglichkeit hat schnell Hilfe zu holen dadurch aus auch dran zu denken was mitzunehmen gerade bei Skitouren oder ähnlichen.
00:24:31: Wir haben doch durch die scharfen Kanten einige Verletzungen, die einfach dadurch passieren dass der Ski abgeht und dann noch kurz am Unterschenkel entlang fährt.
00:24:39: Und das macht bei diesen scharften Kanten wirklich tiefste Verletzung, die auch mal zu stärkeren Blutungen führen können.
00:24:45: und da so ein Verbandpäckchen dabei zu haben wo man Druckverband machen kann.
00:24:49: Das rettet schonmal einige hundert Milliliter Blut auf der Piste.
00:24:53: also das sind so einfache Maßnahmen die bei solchen doch nicht so seltenen Verletzingen dann wirklich sehr effektiv angewandt werden können.
00:25:02: Ja, und da waren jetzt sehr viele wichtige und richtige Hinweise mit dabei.
00:25:06: Und an der Stelle bekommt ihr wie immer gewohnt von uns die Insights von Herrn Dr.
00:25:11: Trapp aus dieser Folge kompakt zusammengefasst in unserem Bergwissen zum Mitnehmen.
00:25:25: Erstens.
00:25:26: Rodeln ist eine oft unterschätzte Wintersportart.
00:25:28: Moderne Schlitten können schnellmal Geschwindigkeiten von über sechzig kmh
00:25:32: erreichen.
00:25:33: Dementsprechend schwerwiegen können die Konsequenzen bei einem Unfall sein.
00:25:36: Zweitens Die Bedingungen spielen wie bei allen Werksportarten eine extrem wichtige Rolle.
00:25:42: Rodeln beim Naturschnee ist in dem Sinne am sichesten, dass sich der Schlitten auf einer neuen Schneeauflage deutlich besser kontrollieren lässt als auf einer vereisten Bahn.
00:25:50: Drittens – die beste Profilachse ist sportliche Betätigung, egal in welchem Umfang.
00:25:55: Hauptsache bewegen damit sich der Körper auf die Belastung beim Rodeln einstellen und daran gewöhnen kann.
00:26:00: Viertens – Schutzausrüstung beim Rudeln ist Pflicht.
00:26:04: Vor allem der Helm ist ein unglaublich wichtiger Ausrüstungsgegenstand und kann dann durch einen Rückenprotektor noch ergänzt werden.
00:26:39: Da
00:26:43: könnten wir Bücher drüber schreiben über diese Thematik.
00:26:46: Aber es ist tatsächlich so, wir haben gelernt ... Das fängt beim Rettungssanitäter an bis hin zum erfahrensten Notarzt und Chefarzt von irgendwelchen Abteilungen.
00:26:56: Haben wir gelernt, dass wir eigentlich mit dem Schicksal nicht hardern können, sondern unsere Aufgabe ist es den Patienten aus seiner schlimmsten Situation zu führen und dann zu helfen wieder nach oben zu kommen.
00:27:12: zum Beispiel eine Querschnittverletzung ganz extrem, weil da weiß man der wird den Zustand nicht mehr reichend in der Feuer hat.
00:27:20: Aber trotzdem wird er einen Zustand erreichen.
00:27:22: das lernen wir mit der Erfahrung Mit dem er ein sehr sehr lebenswertes Leben hat vor allen Dingen Deutschland mit den ganzen Absicherungen die wir hier in diesem Land haben, die man dann auch zu schätzen lernt.
00:27:34: Also auf gut Deutsch so ein Patient kommt in einer Situation, wo das Schlimmste passiert ist nämlich eine relevante Verletzung.
00:27:42: Sonst würde er nicht zu uns kommen und ab diesem Zeitpunkt können wir dem Patient eigentlich nur helfen nach vorne Und wir können das reparieren Wir können ihn zusammenflicken.
00:27:51: Wir können die Knochen zusammenschrauben Dann helfen wir der Natur wo es nur geht durch eine geeignete Nachbehandlung und erleben am laufenden Band wie die Patienten dann nach einem Jahr zurückkommen, wo es um die Frage geht und macht man die Platten den Nägel wieder raus oder nicht.
00:28:08: Und die Patienten sagen ja mir geht's eigentlich super gut ich mach meinen Sport wieder.
00:28:12: das ist eine Wahnsinnsbefriedigung und deswegen ist es jetzt nicht so dass man da die Schicksale jetzt ständig mit nach Hause nimmt was natürlich wie schon gesagt habe wenn dann eine Familie mit einem sechsjährigen zum rodeln geht wenn wir bei dem Thema bleiben Und der Sechsjährige hat keinen Helm an, stürzt an der Seite von der Piste oder vom Forstweg ab und knallt gegen den Baum.
00:28:33: Er kommt mit einem Schädel Hirntrammer, wo man sagt, okay, da wird schwere Behinderung in dem Rest seines Lebens
00:28:37: haben.".
00:28:38: Dann ärgert man sich vor allen Dingen.
00:28:40: Weil natürlich, man genau weiß durch eine ganz kleine sinnvolle Maßnahme hätte man so einen Schicksal verhindern können.
00:28:47: Das ist dann mehr Ärger über die Situation.
00:28:50: Warum ist das jetzt im Kind passiert?
00:28:53: Wie gesagt, für uns ist es wichtig dass wir den Menschen helfen können in der Regel.
00:28:58: Es gibt ganz wenige wo man nicht helfen kann.
00:29:00: das muss mal lernen damit umzugehen.
00:29:01: aber in der regel ist es so dass wir gerade in einer Unfallchirurgie-Ortobedi Situation haben wo wir immer sagen können von dem Zeitpunkt ab nach vorne können wir dem Patient helfen und erleben Schritt für Schritt wie er sich erholt und wie's ihm besser geht und wie er seine Funktionen und seine Fähigkeiten wieder zurückerlangt.
00:29:18: also ist eigentlich eine sehr befriedigende Situation.
00:29:22: Ja, das macht sehr viel Sinn.
00:29:23: Vielen Dank für die offene Antwort und ich sage generell nochmal vielen, vielen Dank für Ihre Zeit und vor allem für Ihre sehr, sehr wichtige Arbeit!
00:29:30: An euch da draußen wenn Euch der Bergzeit-Podcast gefällt dann lasst gerne ein Abo und einen Kommentar da.
00:29:35: wir hören uns dann in zwei Wochen wieder bei den nächsten Folge des Bergzeit Podcasts.
00:29:39: bis dahin passt auf euch auf und habt einen schönen Restwinter.
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